NachrichtenMakroAlphaliner belebt das „Gigamax“-Konzept wieder und plädiert für Containerschiffe mit 27.500 TEU in den 2030er-Jahren

Alphaliner belebt das „Gigamax“-Konzept wieder und plädiert für Containerschiffe mit 27.500 TEU in den 2030er-Jahren

Autor: Splash247·

Wichtige Erkenntnisse

  • Alphaliner hält Schiffe mit rund 27.500 TEU in den 2030er-Jahren für wirtschaftlich rentabel, da größere Rümpfe Treibstoff- und CO2-Kosten auf mehr Container verteilen.
  • Das vorgeschlagene Gigamax-25-Design wäre etwa 414 Meter lang und 63,3 Meter breit, würde Container in 25 Reihen aufnehmen und über einen LNG-Dual-Fuel-Antrieb für Dienstgeschwindigkeiten von höchstens 18 Knoten verfügen.
  • Alphaliner schätzt, dass die zusätzlichen 14 Meter Länge und 2,5 Meter Breite in vielen bestehenden Terminals durch Spielräume bei Kränen, Liegeplätzen, Wendekreisen und Fahrwassern aufgefangen werden könnten.
  • Maersk gilt als der logischste Vorreiter, da die Reederei der einzige Top-acht-Carrier ist, der noch keine Schiffe mit 24.000 TEU bestellt hat; ein Gigamax-Schiff würde ihre Flaggschiffkapazität um rund 40 % erhöhen.
  • Das weltweite Auftragsbuch für Containerschiffe hat mit 14,7 Millionen TEU für 1.795 Schiffe einen Rekordstand erreicht; Schiffe mit mehr als 10.000 TEU machen 68 % der bestellten Kapazität aus.
Alphaliner belebt das „Gigamax“-Konzept wieder und plädiert für Containerschiffe mit 27.500 TEU in den 2030er-Jahren

Seit rund einem Jahrzehnt gilt das Megamax-Schiff mit 24.000 TEU als scheinbare Obergrenze für die Größe von Containerschiffen. Analysten von Alphaliner glauben nun, dass die Branche bereit sein könnte, diese Grenze zu überschreiten.

Die Beratungsgesellschaft hat ein Konzept für eine neue „Gigamax“-Klasse wieder aufgegriffen, das sie erstmals 2021 vorgestellt hatte. Sie argumentiert, dass Fortschritte beim Schiffsdesign, steigende Treibstoffkosten und die CO2-Bepreisung Schiffe mit rund 27.500 TEU in den 2030er-Jahren wirtschaftlich rentabel machen könnten. Die Logik folgt dem Muster, auf das die Containerbranche bei jeder Vergrößerung gesetzt hat: Ein größerer Rumpf verteilt die Reisekosten, einschließlich der Ausgaben für Treibstoff und CO2, auf mehr Container und senkt damit die Kosten für den Transport jedes einzelnen Containers.

Das theoretische Gigamax-25-Schiff von Alphaliner wäre etwa 414 Meter lang und 63,3 Meter breit, verglichen mit ungefähr 400 Metern Länge und 61 Metern Breite bei den derzeit größten Megamax-24-Schiffen. Das Design würde Container in 25 Reihen nebeneinander aufnehmen und auf dem Vorschiff einen zusätzlichen Stellplatzbereich vorsehen, um die Kapazität auf mehr als 27.000 TEU zu erhöhen. Das für Dienstgeschwindigkeiten von höchstens 18 Knoten ausgelegte und mit einem LNG-Dual-Fuel-Antrieb ausgestattete Schiff könnte nach Einschätzung von Alphaliner nur geringfügig mehr Treibstoff verbrauchen als ein älteres Megamax-Schiff mit 20.500 TEU und dabei rund 7.000 zusätzliche Container transportieren — was den Treibstoffverbrauch und die CO2-Belastung je befördertem Container effektiv reduzieren würde.

Entscheidend ist, dass die größeren Abmessungen möglicherweise keinen umfassenden Umbau der großen Häfen erfordern, die bereits Schiffe mit 24.000 TEU abfertigen. Alphaliner schätzt, dass die zusätzlichen 14 Meter Länge und 2,5 Meter Breite in vielen Terminals durch bestehende Spielräume bei Kränen, Liegeplätzen, Wendekreisen und Fahrwassern aufgefangen werden könnten. Diese Erkenntnis ist für die Einsatzplanung relevant, da zusätzliche Kapazität nur dort in Einsparungen umgewandelt werden kann, wo Häfen die Schiffe ohne zusätzliche Verzögerungen abfertigen und wenden können.

In ihrem jüngsten Wochenbericht bezeichnete die Beratungsgesellschaft Maersk als den logischsten Vorreiter. Die dänische Reederei ist das einzige Mitglied der globalen Top acht, das bislang noch keine Schiffe mit 24.000 TEU bestellt hat. Ihre 31 größten Schiffe verfügen im Durchschnitt über etwa 19.600 TEU, sodass ein Gigamax-Schiff die Kapazität ihrer Flaggschiffe um rund 40 % erhöhen würde. Auch das Hub-and-Spoke-Netzwerk der Gemini Cooperation von Maersk mit weniger Anläufen auf den Hauptlinien eignet sich für größere Schiffe, da die Ladungsströme über weniger, dafür größere Drehkreuze gebündelt werden. MSC und COSCO gelten als die anderen naheliegenden Kandidaten. Ob Maersk den ersten Schritt macht, wäre daher ein klares Signal dafür, wie schnell das Gigamax-Konzept in konkrete Aufträge mündet.

Das erneute Interesse von Alphaliner folgt auf die positive Stimmung bei der SMM-Ausstellung in der vergangenen Woche. Gleichzeitig sollen chinesische Werften neue Anfragen großer Reedereien für große Schiffe erhalten haben. Ob sich diese Anfragen zu verbindlichen Bestellungen verdichten, wird zeigen, wie ernsthaft die Reedereien den nächsten Größenschritt prüfen.

Vor zwei Jahren hatte das Shanghai Ship Research and Design Institute der China State Shipbuilding Corporation (CSSC) bei der vorherigen Ausgabe der SMM bekannt gegeben, dass es eine grundsätzliche Genehmigung für ein LNG-Dual-Fuel-Containerschiff mit 27.500 TEU erhalten habe — ein Hinweis darauf, dass die Werften bereits mit der Vorbereitung von Designs für eine Klasse jenseits des Megamax begonnen hatten.

Das weltweite Auftragsbuch für Containerschiffe hat mit 14,7 Millionen TEU für 1.795 Schiffe einen Rekordstand erreicht. Schiffe mit mehr als 10.000 TEU machen dabei 68 % der bestellten Kapazität aus. Größe bleibt damit die vorherrschende Wette der Branche, und jede Entscheidung für ein Gigamax-Schiff würde auf einer bereits von großen Schiffen dominierten Auftragspipeline aufbauen.

Quelle: Splash247