Google-CEO Pichai: Gemini 4 durchläuft den „bislang ambitioniertesten Pre-Training-Lauf“, während Alphabet die Investitionen für 2026 auf bis zu 205 Milliarden Dollar erhöht
Wichtige Erkenntnisse
- •Alphabet erhöhte seine Prognose für die Kapitalausgaben im Jahr 2026 auf eine Spanne von 195 Milliarden bis 205 Milliarden Dollar, verglichen mit der bisherigen Richtlinie von 180 Milliarden bis 190 Milliarden Dollar.
- •Der Umsatz der Google Cloud wuchs im zweiten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar, was eine beschleunigte Unternehmensnachfrage nach KI-Rechenleistung und Cloud-Infrastruktur widerspiegelt.
- •CEO Sundar Pichai bestätigte, dass Gemini 4 seinen bisher ambitioniertesten Pre-Training-Lauf begonnen hat, wobei größere Basismodelle als notwendig erachtet werden, um die Lücke zu den Frontier-Wettbewerbern zu schließen.
- •Die Gemini-App erreichte 950 Millionen monatlich aktive Nutzer, während der KI-Modus in der Google-Suche nach seinem weltweiten Rollout im Oktober eine Milliarde monatlich aktive Nutzer überschritt.
- •Die Kosten pro KI-Antwort im KI-Modus sind auf den niedrigsten Stand seit dem Launch gefallen, was die bei der Version Gemini Flash 3.6 erzielten Effizienzgewinne trotz des Einsatzes leistungsstärkerer Modelle widerspiegelt.

Google-CEO Pichai: Gemini 4 durchläuft den „bislang ambitioniertesten Pre-Training-Lauf“, während Alphabet die Investitionen für 2026 auf bis zu 205 Milliarden Dollar erhöht
Alphabet hat seine Prognose für die Kapitalausgaben im Jahr 2026 nach oben korrigiert und auf eine Spanne von 195 Milliarden bis 205 Milliarden Dollar angehoben; dies entspricht einer Steigerung gegenüber der bisherigen Richtlinie von 180 Milliarden bis 190 Milliarden Dollar. Das Unternehmen führte diese Anpassung auf eine Nachfrage zurück, die das aktuelle Investitionsniveau weiterhin übersteigt. Der korrigierte Wert macht Alphabet zu einem der größten Infrastrukturausgeber innerhalb eines einzigen Jahres in der Technologiebranche und spiegelt einen breiteren Trend wider, bei dem auch Microsoft, Amazon und Meta ihre eigenen KI-bezogenen Kapitalzusagen für Rechenzentren, kundenspezifische Halbleiter und Energieressourcen deutlich ausgeweitet haben.
Die Ankündigung fiel mit Googles Quartalsergebnissen für das zweite Quartal 2026 zusammen, die einen Gesamtumsatz von 119,8 Milliarden Dollar zeigten – ein Jahreswachstum von 24 Prozent, das die Konsensschätzungen der Analysten von 116,9 Milliarden Dollar übertraf. Die Google Cloud meldete einen Umsatz von 24,8 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 82 Prozent entspricht, während das Segment Dienste 94,5 Milliarden Dollar erreichte, ein Plus von 15 Prozent. Das beschleunigte Wachstum der Cloud unterstreicht ihr zunehmendes strategisches Gewicht innerhalb von Alphabet, da die Unternehmensnachfrage nach KI-Rechenleistung und Cloud-Infrastruktur weiter expandiert.
Die Gemini-App hat 950 Millionen monatlich aktive Nutzer erreicht, was einen deutlichen Anstieg gegenüber den im Februar gemeldeten 750 Millionen darstellt. Der KI-Modus in der Google-Suche hat nach seinem weltweiten Rollout im Oktober eine Milliarde monatlich aktive Nutzer überschritten.
Google behauptet, dass der KI-Modus, ähnlich wie zuvor die KI-Overviews, insgesamt mehr Suchanfragen generiert. Das Unternehmen weist jedoch darauf hin, dass dies nicht mit einem gesteigerten Datenverkehr auf Websites im Vergleich zur herkömmlichen Suche gleichgesetzt werden sollte. Google erklärt, dass es wöchentlich Milliarden von Klicks durch KI-gestützte Suchfunktionen an Websites sende, hat jedoch keine spezifischen vergleichenden Daten zum herkömmlichen Suchvolumen vorgelegt. Die Weiterentwicklung des Google-Sucherlebnisses hat die Aufmerksamkeit von Publishern und Regulierungsbehörden auf sich gezogen, da KI-generierte Zusammenfassungen die Art und Weise verändern, wie Nutzer mit Suchergebnissen interagieren und wie Content-Ersteller Zugriffe generieren.
Im Werbebereich hat AI Max die Beta-Phase verlassen und wird bereits von 500.000 Werbetreibenden genutzt. Alphabet behauptet, dass KI Milliarden neuer Suchanfragen freischaltet, die zuvor schwer zu monetarisieren waren.
Die Kosten pro KI-Antwort im KI-Modus sind auf den niedrigsten Stand seit dem Start der Funktion gefallen, obwohl Google leistungsstärkere zugrunde liegende Modelle einsetzt. Dieser Trend spiegelt die Effizienzgewinne wider, die auch die kürzliche Veröffentlichung von Gemini Flash 3.6 gezeigt hat.
„Wir sehen eine enorme Nachfrage nach unserer bewährten Gemini-Flash-Serie, da sie den idealen Kompromiss aus Leistung und Kosten bietet“, sagte Google-CEO Sundar Pichai.
Google strebt mit Gemini 4 die Frontier-Führerschaft an
Google entwickelt weiterhin neue Frontier-Modelle und beabsichtigt, monatlich Updates zu veröffentlichen. Gemini 3.5 Pro scheint jedoch nicht Teil dieses Zeitplans zu sein, obwohl Google bestätigt, dass sich das Modell derzeit im Test befindet.
Während der Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen räumte Pichai ein, dass Google zunächst ein leistungsfähigeres Basismodell benötigt, um die Lücke zu den Frontier-Wettbewerbern zu schließen. Die nächste Generation von Frontier-KI-Modellen werde „deutlich größere Basismodelle“ erfordern, erklärte er.
„Wir haben unseren bisher ambitioniertesten Pre-Training-Lauf für Gemini 4 gestartet und sind von den Fortschritten begeistert, die wir bei den Frontier-Modellen sehen“, sagte Pichai.
Er nannte auch konkrete Bereiche, an denen Google arbeitet, um sich zu verbessern. „Es gibt Bereiche, in denen wir eingeräumt haben, dass wir uns verbessern müssen. Programmierung und agentenbasierte Programmierung (Coding und agentic Coding) ist ein Beispiel dafür, und ich denke, die Teams sind sehr, sehr darauf fokussiert.“