Bullen- oder Bärenmarkt? Der AI-Boom führt zu einem Umdenken bei traditionellen Marktindikatoren
Wichtige Erkenntnisse
- •Ein Bärenmarkt wird üblicherweise als Rückgang von 20 % oder mehr von einem jüngsten Höchststand definiert, ein Bullenmarkt in der Regel als Anstieg von 20 % oder mehr von einem Tiefpunkt.
- •Der Philadelphia Semiconductor Index und der südkoreanische KOSPI sind im Juli nach der traditionellen Messgröße beide in das Bärenmarkt-Territorium gerutscht.
- •Beide Indizes sind stark auf wenige Large-Cap-Titel konzentriert, sodass ihre Bewegungen eher eine Handvoll KI-naher Aktien als den breiteren Markt widerspiegeln können.
- •Der 20-%-Schwellenwert ist eine inoffizielle Faustregel, die seit langem dafür kritisiert wird, alle Rückgänge unabhängig von ihrer Breite gleich zu behandeln.
- •Analysten diskutieren alternative Indikatoren wie Marktbreite-Messgrößen und Vergleiche mit breiten Benchmarks wie dem S&P 500.

Die künstliche Intelligenz veranlasst Investoren und Analysten, die traditionellen Messgrößen zur Einordnung von Bullen- und Bärenmärkten zu überdenken, da die herkömmlichen Maßstäbe widersprüchliche Signale über den Zustand des globalen Technologiehandels senden.
Nach der lang etablierten Konvention an der Wall Street gilt ein Bärenmarkt als ein Rückgang von 20 % oder mehr von einem jüngsten Höchststand, während ein Bullenmarkt in der Regel durch einen Anstieg von 20 % oder mehr von einem Tiefpunkt gekennzeichnet ist. Der 20-%-Schwellenwert ist selbst eher eine Faustregel als eine offizielle Festlegung und wird seit langem dafür kritisiert, alle Rückgänge gleich zu behandeln – unabhängig davon, wie breit oder eng sie über den Markt verteilt sind. Nach diesem traditionellen Maßstab rutschten im Juli zwei eng beobachtete Benchmarks mit Bezug zum KI- und Halbleiterhandel in das Bärenmarkt-Territorium.
Der Philadelphia SE Semiconductor Index, ein weithin beobachteter Benchmark für Chipaktien, und der technologie-lastige KOSPI aus Südkorea traten im Juli auf Basis der traditionellen Messgröße beide in Bärenmärkte ein. Der Philadelphia Semiconductor Index bildet große in den USA notierte Halbleiterunternehmen ab und gilt häufig als Barometer für die weltweite Chipnachfrage, während der KOSPI der Leitindex der Korea Exchange in Seoul ist und stark auf Technologie- und Elektronikunternehmen gewichtet ist. Beide Indizes sind stark auf eine kleine Anzahl von Large-Cap-Titeln konzentriert, was bedeutet, dass Bewegungen auf Indexebene Schwankungen einiger weniger KI-naher Aktien widerspiegeln können, statt der Lage am breiteren Markt.
Der gleichzeitige Rückgang dieser Benchmarks hat eine Debatte darüber ausgelöst, ob der konventionelle Schwellenwert des prozentualen Rückgangs noch die Realität eines zunehmend von KI-bezogenen Anlageströmen getriebenen Marktes abbildet und ob alternative Indikatoren benötigt werden – etwa Marktbreite-Messgrößen, die erfassen, wie viele Aktien an einer Bewegung teilnehmen, oder Vergleiche auf Sektor-Ebene mit breiten Benchmarks wie dem S&P 500 –, um zwischen einer allgemeinen Marktschwäche und Volatilität, die auf bestimmte Technologiesektoren konzentriert ist, zu unterscheiden. Wie sich solche Indizes in den kommenden Monaten relativ zu breiteren Markt-Benchmarks verhalten, dürfte diese Diskussion prägen.
Quelle: CNBC-TV18 Markets