Agibot stellt auf der WAIC 2026 vier Produkte für Embodied AI vor
Wichtige Erkenntnisse
- •Agibot stellte in Shanghai den humanoiden A3 Ultra, die Plattform X2 EDU, den Industrieroboter G2 Max und die feinmotorische Hand OmniHand 3 Ultra-M vor.
- •Das Unternehmen setzte auf der Konferenz mehr als 30 Roboter für Besucherunterstützung, Informationsdienste und Live-Demonstrationen ein.
- •Der A3 Ultra wird von Nvidias Jetson Thor-Plattform angetrieben und ist für kommerzielle, serviceorientierte und öffentlich zugängliche Umgebungen konzipiert.
- •Der G2 Max zielt auf industrielle Aufgaben mit schweren Nutzlasten wie Materialtransport und Palettierung ab.
- •Omdia-Analyst Lian Jye-Su sagte, begrenzte hochwertige Daten blieben ein zentrales Hindernis, um Roboter für präzise Aufgaben in der realen Welt zu trainieren.

Agibot hat auf der World Artificial Intelligence Conference 2026 in Shanghai vier Produkte für Embodied AI vorgestellt und damit sein Angebot über humanoide Roboter hinaus auf industrielle Automatisierung, Forschungsplattformen und feinmotorische Manipulation erweitert.
Das chinesische Robotikunternehmen präsentierte den ausgewachsenen humanoiden Roboter Agibot A3 Ultra, die modulare Entwicklungsplattform X2 EDU, den industriellen Aufgabenroboter G2 Max und die feinmotorische Roboterhand OmniHand 3 Ultra-M. Die Markteinführungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die Robotikbranche versucht, Embodied AI — KI-Systeme, die darauf ausgelegt sind, die physische Welt wahrzunehmen, zu analysieren und in ihr zu handeln — von einmaligen Demonstrationen hin zu zuverlässigem Einsatz im kommerziellen und industriellen Maßstab zu bringen.
Agibot, einer der größten Roboterhersteller Chinas, setzte in der vergangenen Woche auf der Konferenz mehr als 30 Roboter ein. Die Roboter boten Besucherführung und Informationsdienste und wurden für Live-Demonstrationen genutzt. Das Unternehmen stellte außerdem industrielle Anwendungsfälle und seine Foundation Models für Manipulation vor.
Zusammengenommen zeigen die Produkte Agibots Bemühen, ein breiteres Portfolio für Embodied AI aufzubauen, statt sich auf eine einzige universelle humanoide Plattform zu stützen.
„Was Agibot tut, zeigt, dass der Markt für Embodied AI weiterhin Innovationen über den gesamten Technologie-Stack hinweg benötigt“, sagte Lian Jye-Su, Analyst bei Omdia, einem Geschäftsbereich von Informa TechTarget. „Agibot verfolgt einen interessanten Ansatz, indem es [product lines] etabliert, um diese Innovationen einzeln anzugehen. Das ist ein einzigartiger Schritt unter Anbietern humanoider Robotik.“
Ein breiteres Portfolio für Embodied AI
Der A3 Ultra ist ein ausgewachsener humanoider Roboter für kommerzielle, serviceorientierte und andere öffentlich zugängliche Umgebungen. Er wird von Nvidias Jetson Thor-Plattform angetrieben. Laut Agibot kann der Roboter bis zu 5kg pro Arm tragen und bietet eine kombinierte Betriebszeit von bis zu acht Stunden.
Agibot hat keine Angaben zu Preisen oder zur kommerziellen Verfügbarkeit des A3 Ultra gemacht.
Der G2 Max ist ein stärker spezialisiertes Physical-AI-System. Der kraftgeregelte Roboter ist für industrielle Arbeiten mit schweren Nutzlasten konzipiert, darunter Materialtransport und Palettierung.
Der OmniHand 3 Ultra-M zielt auf die Manipulationsherausforderungen ab, denen zunehmend leistungsfähige Roboter gegenüberstehen. Die direktangetriebene feinmotorische Hand verfügt über 20 aktive Freiheitsgrade und ein visionsbasiertes taktiles Sensorsystem, das es ihr ermöglicht, visuelle Informationen mit physischem Feedback während der Interaktion mit Objekten zu verbinden.
Der X2 EDU ist eine offene, modulare humanoide Entwicklungsplattform, die Forschern und Entwicklern eine Möglichkeit bieten soll, Fähigkeiten für Embodied AI aufzubauen, zu testen und zu bewerten. Offene Entwicklungsplattformen können Robotikteams zudem dabei helfen, Ansätze in Wahrnehmung, Bewegungssteuerung und Aufgabenausführung zu vergleichen, bevor diese Fähigkeiten in kommerziellen Maschinen eingesetzt werden.
Su sagte, der Übergang von Roboterdemonstrationen zu realen Betriebsumgebungen komme nur in bestimmten Anwendungen voran.
„Die größte Hürde sind hochwertige Daten“, sagte er. „Der Branche fehlen weiterhin gute Daten, um Roboter zu trainieren und feinzujustieren, damit sie Aufgaben präzise ausführen können.“
Dieses Problem könnte wichtiger werden, wenn Agibot und Wettbewerber versuchen, über einzelne Einsätze hinauszugehen und Roboter in mehr Umgebungen zu skalieren. Anders als rein digitale KI-Systeme muss Embodied AI unterschiedliche physische Räume, Objekte, Sicherheitsanforderungen und menschliche Interaktionen berücksichtigen, was wiederholbares Training und Evaluierung erschweren kann.
„Es wird Jahre dauern, bis die Branche ein Repertoire hochwertiger Daten über verschiedene Industrien hinweg aufgebaut hat“, fügte Su hinzu. „Um dies zu erreichen, muss Agibot mit möglichst vielen Unternehmen der Branche zusammenarbeiten, damit sie all die unterschiedlichen Anwendungsfälle bedienen können.“
Agibots jüngste Markteinführung verweist auf eine umfassendere Frage für den Sektor Embodied AI: ob zunehmend leistungsfähige Hardware mit den Daten, der Software und der realen Betriebserfahrung verbunden werden kann, die nötig sind, um Roboter in großem Maßstab zuverlässig zu machen.
„Die Branche sollte Embodied AI nicht länger danach beurteilen, ob ein Roboter einmal eine beeindruckende Demonstration absolvieren kann, sondern danach, ob er zuverlässig hergestellt, ausgeliefert und in reale Betriebsumgebungen integriert werden kann“, sagte Peng Zhihui, Mitgründer, Präsident und CTO von Agibot, in einer Mitteilung.