Aktive ETFs erhalten 42 % der Dollar-Zuflüsse in ETFs – zuvor 26 %
Wichtige Erkenntnisse
- •Aktiv gemanagte ETFs machen rund 13 % der gesamten ETF-Vermögenswerte aus, erhalten jedoch mehr als vier von zehn Dollar, die in den ETF-Markt fließen.
- •Aktive ETFs verzeichneten 2025 Zuflüsse von rund 450 bis 460 Milliarden US-Dollar, nach einem Anteil von 26 % an den gesamten ETF-Zuflüssen im Jahr 2024.
- •Daten von JPMorgan zeigen, dass aktive ETFs 2026 rund 38 % der gesamten ETF-Zuflüsse erhalten, während die Zuflüsse in an US-Börsen notierte ETFs voraussichtlich mehr als 2 Billionen US-Dollar übersteigen werden.
- •Die Kategorie verzeichnete Mitte 2026 weltweit 74 aufeinanderfolgende Monate positiver Zuflüsse und machte mehr als 80 % aller neuen ETF-Produkteinführungen aus.
- •JPMorgan, Dimensional Fund Advisors, Capital Group, First Trust und American Century gehören zu den führenden Emittenten aktiver ETFs.

Aktive ETFs erzielen deutlich mehr, als ihr Vermögensanteil vermuten lässt. Obwohl sie nur rund 13 % des gesamten verwalteten ETF-Vermögens ausmachen, erhalten aktiv gemanagte Exchange-Traded Funds inzwischen mehr als vier von zehn Dollar, die in den ETF-Markt fließen – ein starker Anstieg gegenüber 26 % im Jahr 2024. Der Wandel spiegelt eine breitere Migration wider: Aktives Portfoliomanagement, das lange überwiegend in Investmentfonds untergebracht war, wird in raschem Tempo in die ETF-Struktur überführt.
Die Zahlen hinter dem Boom
Im Jahr 2025 verzeichneten aktive ETFs Rekordzuflüsse von rund 450 bis 460 Milliarden US-Dollar. Das entsprach etwa einem Drittel der gesamten ETF-Zuflüsse des Jahres in Höhe von 1,46 Billionen US-Dollar – ein deutlicher Anstieg gegenüber ihrem Anteil von 26 % im Jahr 2024.
Laut Daten von JPMorgan erhalten aktive ETFs im Jahr 2026 rund 38 % der gesamten Zuflüsse. Die Zuflüsse in an US-Börsen notierte ETFs sollen in diesem Jahr insgesamt mehr als 2 Billionen US-Dollar betragen, wobei mehr als 35 % voraussichtlich in aktive Strategien fließen werden.
Der gesamte ETF-Markt verfügt über ein verwaltetes Vermögen von rund 16,1 Billionen US-Dollar. Aktive Fonds verwalten etwa 13 % dieses Betrags. Aktive ETFs machten zudem mehr als 80 % aller neuen ETF-Debüts aus. Mitte 2026 hatten aktiv gemanagte ETFs weltweit 74 aufeinanderfolgende Monate positiver Zuflüsse verzeichnet.
Warum der Wandel jetzt stattfindet
Die Attraktivität aktiver ETFs beruht auf mehreren zusammenwirkenden Faktoren. Erstens die Steuereffizienz: Die ETF-Struktur nutzt einen sogenannten In-Kind-Mechanismus zur Schöpfung und Einlösung von Anteilen, der es Fondsmanagern ermöglicht, Ausschüttungen realisierter Kursgewinne zu vermeiden – ein wiederkehrendes Ärgernis für Anleger in aktiv gemanagten Investmentfonds, die realisierte Gewinne üblicherweise an die Anteilseigner weitergeben. Zweitens Transparenz und Liquidität: ETFs werden während des gesamten Handelstags an Börsen gehandelt, was Anlegern Echtzeitpreise bietet und ihnen ermöglicht, Positionen einzugehen oder zu schließen, ohne auf die NAV-Berechnung zum Tagesende warten zu müssen.
Auch eine regulatorische Öffnung trug ihren Teil bei. Im Jahr 2019 genehmigte die SEC Strukturen, die es aktiven ETFs erlauben, ihre täglichen Bestände vor einer vollständigen Offenlegung zu schützen – damit wurde ein langjähriger Einwand aktiver Manager entkräftet, die befürchteten, dass die Veröffentlichung jedes Trades zu Front-Running einladen würde. Diese Entscheidung öffnete das Format für traditionelle Aktienauswahlhäuser. Zugleich verzeichnen aktiv gemanagte Investmentfonds seit Jahren anhaltende Abflüsse, da Anleger günstigere und steuereffizientere Vehikel bevorzugen. Das veranlasste Vermögensverwalter, aktive Strategien in ETF-Form auf den Markt zu bringen – teilweise durch die vollständige Umwandlung bestehender Investmentfonds, den Weg, den Dimensional einschlug, als es ab 2021 mehrere seiner Fonds in ETFs überführte.
Die von diesem Trend profitierenden Unternehmen sind bekannte Namen. JPMorgan, Dimensional Fund Advisors, Capital Group, First Trust und American Century zählen zu den führenden Emittenten aktiver ETFs nach Zuflüssen und verwaltetem Vermögen. JEPQ von JPMorgan, ein auf Nasdaq-100-Aktien fokussierter Fonds für Aktienprämien-Erträge, hat seit seinem Start Milliarden an Zuflüssen angezogen und sich zu einem der bekanntesten Produkte der Kategorie entwickelt.
Was dies für die Fondsbranche bedeutet
Aktive ETFs verlangen häufig niedrigere Gebühren als vergleichbare Investmentfonds – teils, weil die ETF-Struktur kostengünstiger zu betreiben ist, teils, weil der Wettbewerb in einem Umfeld mit einer Vielzahl neuer Produktstarts die Anbieter zu Preisdisziplin zwingt.
Da aktive ETFs bei neuen Produktstarts inzwischen zahlreicher sind als passive Fonds, wird das Wettbewerbsumfeld zunehmend umkämpft. Die wahrscheinlichen Gewinner sind Unternehmen mit etablierten Vertriebsnetzen, starker Markenbekanntheit und der Fähigkeit, im Vergleich zu Benchmarks eine konsistente Performance zu liefern.
Die Wegmarken, die von hier an zu beobachten sind, sind konkret: ob sich die monatliche Zuflussserie der Kategorie fortsetzt, ob aktive ETFs weiterhin einen Anteil an Produktstarts und Zuflüssen erzielen, der weit über ihrer Vermögensbasis von 13 % liegt, und ob sich der Gebührenwettbewerb verschärft, je mehr Emittenten um dieselben Dollar konkurrieren.