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XRP Ledger Foundation erläutert Notfallfix für kritischen Supply-Fehler

Autor: Coindoo·

Wichtige Erkenntnisse

  • •Die XRP Ledger Foundation erklärte, es sei durch den Fehler kein XRP geschaffen worden, und sie habe keine Hinweise auf eine Ausnutzung in einem öffentlichen Netzwerk gefunden.
  • •Die Ausnutzung erforderte Hunderte absichtlich konstruierter Operationen; eine normale Zahlung hätte die Schwachstelle keinesfalls ausgelöst.
  • •Version 3.4.1 wurde direkt an die Default-UNL-Validatoren verteilt, bevor die öffentlichen Binärdateien am 25. September verfügbar wurden – die erste absichtliche direkte Änderung der Transaktionsverarbeitung seit Einführung des Amendment-Systems vor mehr als einem Jahrzehnt.
  • •Etwa 99,986 Milliarden XRP existieren gegenüber der festen Supply von 100 Milliarden; laut Foundation sind alle Kontostände öffentlich sichtbar, sodass jeder die Zahlen unabhängig überprüfen kann.
  • •Knotenbetreiber wird empfohlen, xrpld in Version 3.4.1 oder neuer auszuführen; XRP-Inhaber wurden nicht angewiesen, Mittel zu bewegen oder Wallets zu wechseln.
XRP Ledger Foundation erläutert Notfallfix für kritischen Supply-Fehler

Die XRP Ledger Foundation hat erklärt, wie Entwickler und Validatoren auf eine Schwachstelle reagierten, die es einem Angreifer ermöglicht hätte, durch eine absichtlich konstruierte Zahlung spendbares XRP zu erzeugen. Die Foundation erklärte, es sei durch den Fehler kein XRP geschaffen worden, und es gebe keine Hinweise darauf, dass die Schwachstelle in einem öffentlichen Netzwerk ausgenutzt wurde.

Die Erklärung vom 11. Oktober konzentrierte sich auf die Reaktion, ohne die technischen Details der Schwachstelle zu wiederholen. Eine frühere Erklärung des Fehlers findet sich in Coindoos Bericht. Der technische Offenlegungsbericht der Foundation ist auf der XRP-Ledger-Website verfügbar.

Öffentliche Ledger-Daten stützen die Supply-Angabe

XRP startete mit einer festen Supply von 100 Milliarden, und Transaktionsgebühren werden im Laufe der Zeit vernichtet. Die Foundation erklärte, derzeit existieren etwa 99,986 Milliarden XRP.

Der technische Offenlegungsbericht besagt, das Team habe keine Hinweise darauf gefunden, dass die Schwachstelle in einem öffentlichen Netzwerk ausgenutzt wurde. Diese Aussage lässt sich anhand der validierten Transaktionshistorie und der Kontostände des XRP Ledger überprüfen, die über Explorer und andere Datendienste öffentlich zur unabhängigen Prüfung sind.

„You don’t need to trust us on this“, schrieb die Foundation. Neues XRP würde in den Kontoständen erscheinen, da es im XRP Ledger keinen versteckten Kontobereich gibt. Die Foundation erklärte, sie überwache das Ledger kontinuierlich und habe die Supply über die gesamte Geschichte des Netzwerks überprüft; weitere Community-Mitglieder hätten eigene Prüfungen durchgeführt.

Öffentliche Aufzeichnungen können nicht jede private Konversation vor der Offenlegung offenlegen oder die Absicht hinter einem Angriff belegen, der nie an das Netzwerk übermittelt wurde. Sie können jedoch validierte Transaktionen, sichtbare Kontostandsänderungen und die aufgezeichnete Supply zeigen. Diese Informationen bieten eine Grundlage, um Behauptungen entgegenzutreten, wonach große Mengen XRP heimlich geschaffen und im Netzwerk versteckt worden seien.

Warum der Fix vor der technischen Offenlegung veröffentlicht wurde

Nach dem Standard-Governance-Prozess des XRP Ledger werden Änderungen an Transaktionsregeln über Amendments eingeführt. Validatoren müssen mehr als 80 % Unterstützung über zwei Wochen lang aufrechterhalten, bevor ein Amendment aktiviert wird. Dieser Prozess gibt Betreibern Zeit zum Upgrade und ermöglicht es dem Netzwerk, eine Änderung zum selben Zeitpunkt zu übernehmen.

Der Overflow-Fix ging einen anderen Weg, da die Schwachstelle als aktives Risiko galt. Laut Offenlegungsbericht hätte die Veröffentlichung von Code, der den genauen Fehler offenlegt, bevor ältere Server geschützt waren, den Angriffsweg leichter identifizierbar machen können. Version 3.4.1 wendete den Schutz daher an, während die einzelnen Server upgegradet wurden, anstatt auf den normalen öffentlichen Amendment-Prozess zu warten.

Die Foundation fasste ihre Erklärung in einem X-Post zusammen:

The recent XRP Ledger security fix raised a lot of questions and some misconceptions. Let’s clear them up.

  1. Was any XRP created?

No. XRP’s supply was fixed at 100 billion when the XRP Ledger launched, and no transaction is allowed to create more. This bug was a way around that rule, and 3.4.1 fixed it 2 weeks ago.

You don’t need to trust us on this. All ledger data is public, and explorers and data sites read it every day. New XRP would show up in account balances for everyone to see. There is no hidden place for XRP on the XRP Ledger, every balance is public.

We monitor the XRP Ledger 24/7 and have verified the supply throughout the history of the ledger. Others in the community verified this too, and anyone can do the same.

Transaction fees are destroyed, so the supply is deflationary. About 99.986 billion XRP exist today.

  1. How did this go unnoticed, and what’s next?

No normal payment comes anywhere near triggering it. It took hundreds of deliberately constructed operations.

AI makes bugs like this faster to find, for the bad guys and the good guys.

Together with RippleX and the community, we will ensure the XRP Ledger is protected against such vulnerabilities. This means radically applying Formal Verification and AI adversarial testing, collaborating closely with security researchers, and strengthening the bug bounty program.

You’ll hear a lot more about this as we progress.

  1. XRP Ledger decentralization at the core of this.

A public fix shows attackers where the bug is, and AI makes that fast. With a normal amendment vote, the fix would have been public for weeks before it took effect, risking network security.

As a reaction to this, the XRPL community came together, and among them the XRP Ledger Foundation, RippleX, core devs and validators formed a social consensus and agreed on a path forward that involves shipping the fix directly. Patching a live network is never trivial, so the plan was also designed to minimize disruption for everyone running on it.

We shared the build with the default UNL validators, using the contact details each one publishes in its xrp-ledger.toml file. Public binaries followed the same day, September 25.

No single party could make that call alone. Every validator and node operator chooses what software to run, and 3.4.1 only became required through a normal amendment vote with more than 80% validator support for two weeks. Protocol changes still go through amendments.

Big thanks to Cayden Liao and Veria AI for finding and reporting this responsibly, to the XRPL core developers for building and testing the fix, and to every node operator who upgraded so quickly, especially the validators.

Full report:

— XRP Ledger Foundation (@XRPLF) October 11, 2026

Die Foundation beschrieb die direkte Software-Veröffentlichung als außergewöhnliche Reaktion und nicht als Ersatz für die ordentliche Governance. In ihrem Bericht hieß es, dies sei die erste absichtliche direkte Änderung der Transaktionsverarbeitung seit Einführung des Amendment-Systems vor mehr als einem Jahrzehnt gewesen. Künftige Protokolländerungen würden weiterhin validatorgestützte Amendments erfordern.

Validatoren behielten die Kontrolle über die Software-Installation

Die Foundation erklärte, sie habe den gepatchten Build vor Veröffentlichung der öffentlichen Binärdateien am 25. September mit den Betreibern der Default-UNL-Validatoren geteilt. Diese Betreiber entschieden, ob sie die neue Version einsetzen. Weder die Foundation noch RippleX konnten ein Upgrade über unabhängig betriebene Server erzwingen.

Dies schuf eine kurze Phase, in der gepatchte und ungepatchte Server unterschiedlichen Regeln für den spezialisierten Zahlungspfad folgten. Laut XRPL-Bericht hätte ein Exploit-Versuch in dieser Zeit dazu führen können, dass die Versionen auseinanderliefen und die Validierung potenziell gestört wurde. Das Team hielt dieses Risiko für geringer als das Risiko, einen potenziell irreversiblen Inflationsangriff während einer längeren öffentlichen Aktivierungsphase offen zu lassen.

Die Reaktion wurde über die XRP Ledger Foundation, RippleX, Core-Entwickler und Validatoren koordiniert, aber keine einzelne Organisation allein konnte die Entscheidung treffen. Jeder Validator und Knotenbetreiber wählt selbst, welche Software er einsetzt, während das Amendment-System der Mechanismus bleibt, um Protokolländerungen verpflichtend zu machen.

Was die Offenlegung für Nutzer und Betreiber bedeutet

Der Bericht wies XRP-Inhaber nicht an, Mittel zu bewegen oder Wallets zu wechseln. Für Knotenbetreiber erklärte XRPL, Server sollten xrpld in Version 3.4.1 oder neuer ausführen, um mit dem Netzwerk synchron zu bleiben. Die angegebene Behebung betraf die Software, die die Ledger-Infrastruktur betreibt, und nicht eine von XRP-Inhabern verlangte Wallet-Maßnahme.

Die Foundation erklärte außerdem, eine normale Zahlung würde die Schwachstelle keinesfalls auslösen. Die Ausnutzung erforderte Hunderte absichtlich konstruierter Operationen. Künstliche Intelligenz könne es Angreifern wie Verteidigern erleichtern, solche Schwachstellen schneller zu finden.

Geplante Sicherheitsmaßnahmen

Die Foundation kündigte an, den Einsatz formaler Verifikation und KI-gestützten adversarialen Testings auszubauen, enger mit externen Sicherheitsforschern zusammenzuarbeiten und ihr Bug-Bounty-Programm zu stärken. Diese Maßnahmen können nicht garantieren, dass nie wieder ein kritisches Problem auftritt, sollen aber die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Schwachstellen vor einem Produktions-Release identifiziert werden.

Der Offenlegungsbericht beschreibt zudem eine Maßnahme zur Release-Kontrolle. Als behoben markierte Sicherheitsfunde sollen erneut gegen den Release-Kandidaten mit dem Patch getestet werden, wobei das ursprünglich gemeldete Problem reproduziert werden muss, bevor der Fund geschlossen wird. Dieser Prozess gibt externen Forschern einen definierten Standard, an dem spätere Releases gemessen werden können.

Die Schwachstelle offenbarte eine schwerwiegende Schwäche in einer Regel, die XRP feste Supply schützen soll. Die Reaktion hat nun selbst eine öffentliche Spur hinterlassen: einen Bug-Bounty-Bericht, ein beschleunigtes Validator-Upgrade, eine spätere technische Offenlegung und eine Reihe von Sicherheitszusagen. Ob diese Zusagen zu einer Routine in künftigen Release-Prozessen werden, wird das aussagekräftigere Maß für die langfristige Bedeutung des Vorfalls sein.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Angaben zu Software-Veröffentlichungen und Sicherheitsoffenlegungen können sich ändern,ald weitere technische Informationen vorliegen.

Quelle: Coindoo.