XRP führt den Krypto-Rücksetzer nach Auflösung gehebelter Positionen an
Wichtige Erkenntnisse
- •XRP fiel am Mittwoch um 6,61% auf USD 1,37 und war damit der größte Verlierer unter den 10 größten Krypto-Assets.
- •Zuvor war XRP von rund USD 1,00 auf ein Intraday-Hoch nahe USD 1,69 gestiegen, was einem Anstieg von etwa 69% innerhalb von vier Tagen entspricht.
- •Die Rally drehte nach Marktliquidationen in Höhe von USD 1,71 Milliarden am 22. August; auf XRP entfielen davon rund USD 122 Millionen.
- •Sieben US-Spot-XRP-ETFs meldeten am Dienstag Nettozuflüsse von USD 23,87 Millionen und damit den sechsten positiven Zuflusstag in Folge.
- •Seit dem Start haben die XRP-ETFs kumulierte Nettozuflüsse von USD 1,59 Milliarden erreicht und hielten zum Handelsschluss am Dienstag Nettovermögen von USD 1,46 Milliarden.

XRP notierte am Mittwoch bei USD 1,37 und lag damit in den vergangenen 24 Stunden 6,61% im Minus. Damit war der Token der stärkste Verlierer unter den 10 größten Krypto-Assets. Der Rücksetzer setzte kurz nach einer Auflösung gehebelter Positionen ein, die die Rally der Vorwoche ausgebremst hatte.
XRP ist der native Token des XRP Ledger, einer Blockchain für grenzüberschreitende Zahlungen zwischen Finanzinstituten. Das Netzwerk wickelt Überweisungen in Sekunden ab und soll Banken kostspielige Zwischenschritte ersparen. Nach Marktkapitalisierung rangiert der Token mit USD 86,1 Milliarden auf Platz fünf. Zuvor war der Preis von rund USD 1,00 auf ein Intraday-Hoch nahe USD 1,69 gestiegen. Der Vier-Tage-Zuwachs belief sich damit auf etwa 69%. Bitcoin verlor im selben Zeitraum hingegen nur 1,36% und notierte bei USD 77.993.
Von USD 1 auf USD 1,69 in nur vier Tagen
Am 18. August notierte XRP noch nahe USD 1,00. Die US-Spot-ETFs begannen am selben Tag ihre aktuelle Serie von Zuflüssen. Der Start der Rally fiel damit mit dem Beginn institutioneller Zuflüsse zusammen. Mitte der vergangenen Woche sprang der Kurs dann innerhalb von 24 Stunden um 14,21% auf USD 1,40. Dadurch schloss XRP sowohl über dem 50-Tage- als auch über dem 200-Tage-EMA. Es war der erste derartige Schlusskurs seit dem vorherigen „Death Cross“-Signal.
Ein Death Cross entsteht, wenn der kurzfristige gleitende Durchschnitt unter den langfristigen fällt. Viele Marktteilnehmer werten das als bärisches Signal. Das Zurückerobern beider Durchschnitte gilt entsprechend als Gegen-Signal.
Am 22. August erreichte XRP ein Intraday-Hoch nahe USD 1,69. Kurz darauf drehte die Bewegung. Marktweite Liquidationen summierten sich innerhalb von 24 Stunden auf USD 1,71 Milliarden und betrafen 281.846 Konten, also im Schnitt rund USD 6.000 pro Konto. Allein auf XRP entfielen davon rund USD 122 Millionen. Der Kurs fiel von etwa USD 1,70 zurück auf rund USD 1,51. XRP verlor damit an diesem Tag mehr als ein Zehntel seines Werts. Der größere Teil des Anstiegs seit dem 18. August blieb jedoch erhalten.
XRP hat solche Rückeroberungen seit 2021 mindestens dreimal geschafft. In jedem Fall hielt der Ausbruch zwischen vier und elf Handelstagen, bevor der Kurs wieder unter den 200-Tage-Durchschnitt fiel. Viele Marktteilnehmer betrachten den 200-Tage-EMA als Grenze zwischen Aufwärts- und Abwärtstrend. Daraus ergibt sich jedoch kein fester Kurslevel, da sich der Durchschnitt täglich verschiebt. Insgesamt bleibt die jüngste Episode im bekannten Rahmen. Daraus folgt kein Richtungsurteil.
XRP fällt im Rücksetzer stärker als Bitcoin und der Gesamtmarkt
Unter den 10 größten Kryptowährungen fiel heute keine so stark wie XRP. Der Token verlor 6,61% auf USD 1,37 und notierte zeitweise mehr als 5% unter der Marke von USD 1,50. Bitcoin gab dagegen nur 1,36% ab. Ether verlor rund 2% und fiel unter USD 2.500. BNB gab ebenfalls 2,4% nach und notierte unter USD 700. Der breitere Markt verlor vergleichsweise moderate 1,6%.
Solche Abweichungen sind typisch für Vermögenswerte mit hohem Anteil gehebelter Futures-Positionen. Zunächst war Bitcoin am Dienstag kurz über die Marke von USD 80.000 gestiegen. Am Mittwoch pendelte der Kurs dann um die Zone von USD 78.000. Marktweit beliefen sich die Liquidationen in den vergangenen 24 Stunden auf mehr als USD 600 Millionen. Laut CoinGlass verteilten sie sich nahezu gleichmäßig auf Long- und Short-Positionen. Auch Wetten auf fallende Preise gerieten damit unter Druck.
Zum Vergleich: Die Auflösung vom 22. August war mit USD 1,71 Milliarden fast dreimal so groß. Beide Ereignisse gehören zur selben mehrtägigen Entspannungsphase.
Die Wochenbilanz bleibt auffällig. Über sieben Tage liegt XRP trotz des Rücksetzers weiter 33,1% im Plus. Bitcoin legte im selben Zeitraum ebenfalls zu, blieb mit 18,4% aber deutlich zurück. Bemerkenswert ist außerdem, dass Hyperliquid um 34,7% stieg und am Mittwoch nur 0,79% abgab. Unterm Strich notiert XRP trotz des Rückgangs weiter deutlich über dem Niveau vom 18. August.
US-Spot-XRP-ETFs verzeichnen sechsten Zuflusstag in Folge
Die sieben US-Spot-XRP-ETFs kamen erst kürzlich auf den Markt. Die Vergleichsbasis ist daher noch kurz. Dennoch gelten ihre Zuflüsse als früher Indikator für institutionelles Interesse jenseits von Bitcoin- und Ether-Produkten.
Am Dienstag verzeichneten die Fonds Nettozuflüsse von USD 23,87 Millionen, den sechsten Handelstag in Folge mit positiven Nettozuflüssen. Die Serie begann am 18. August mit USD 5,81 Millionen. Es folgten USD 2,35 Millionen, USD 13,24 Millionen und USD 18,38 Millionen. Am Montag kamen weitere USD 13,82 Millionen hinzu. Dienstag war schließlich der stärkste Tag der Serie mit USD 23,87 Millionen. Seit dem Handelsstart summieren sich die Nettozuflüsse auf USD 1,59 Milliarden. Die Nettovermögen der Fonds lagen zum Handelsschluss am Dienstag bei USD 1,46 Milliarden. Der Preisrückgang der gehaltenen Token schlägt sich dabei unmittelbar durch.