NachrichtenRohstoffe & ForexUnsicherheit über die Straße von Hormuz hält Ölmarkt in Atem, während Diplomatie scheitert

Unsicherheit über die Straße von Hormuz hält Ölmarkt in Atem, während Diplomatie scheitert

Autor: OilPrice.com·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die WTI-Rohölterminkontrakte für September fielen in der Wochenbetrachtung bis Donnerstagabend um 7,02 % auf 84,12 USD, wobei die Freitagsitzung noch aussteht.
  • Die Straße von Hormuz transportiert täglich etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs sowie bedeutende Mengen an katarischem LNG, wodurch jede Störung sowohl den Öl- als auch den Erdgasmarkt beeinträchtigt.
  • Der vorgeschlagene regionale Verwaltungsrahmen Omans gab den Händlern zunächst einen Katalysator für den Verkauf von Rohöl, jedoch scheiterte der diplomatische Versuch, nachdem Iran den Plan ablehnte und US-Streitkräfte angriff.
  • Die Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien führten Vergeltungsangriffe auf von Iran unterstützte Gruppen im Irak durch, und das US Central Command griff am frühen Donnerstag Ziele der Revolutionsgarden innerhalb Irans an.
  • Die Risikoprämie auf Rohöl erholte sich nach der Wiederaufnahme der militärischen Eskalation nur teilweise, was darauf hindeutet, dass der Markt weiterhin eine erhebliche Wahrscheinlichkeit einer eventuellen Deeskalation einpreist.
Unsicherheit über die Straße von Hormuz hält Ölmarkt in Atem, während Diplomatie scheitert

Die WTI-Rohölterminkontrakte für September wurden am späten Donnerstag bei 84,12 USD gehandelt, ein Rückgang von 6,35 USD bzw. 7,02 % für die Woche. Da die Sitzung am Freitag noch aussteht, ist das Wochenergebnis noch nicht endgültig. Die dominierende Erzählung der Woche ist jedoch klar: Rohöl wurde stark abverk, als Händler glaubten, Diplomatie könne eine funktionsfähige Transitroute durch die Straße von Hormuz wiederherstellen, danach wurde die Risikoprämie teilweise wieder aufgebaut, als die militärische Eskalation wieder aufnahm.

Die Straße von Hormuz, gelegen zwischen Oman und Iran, ist einer der kritischsten Energieengpässe der Welt, durch den täglich etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs transportiert wird. Jede Störung der Schifffahrtsrouten dort hat erhebliche Auswirkungen auf die globale Energieversorgung. Die Meerenge transportiert außerdem bedeutende Mengen an katarischem Flüssigerdgas, was bedeutet, dass jede Sperrung oder Störung sowohl den Öl- als auch den Erdgasmarkt gleichzeitig beeinträchtigen würde.

Die Woche begann mit der Aussetzung der Militärschläge durch Washington und dem Vorschlag Omans für einen regionalen Verwaltungsrahmen für Hormuz. Diese Entwicklung gab den Händlern einen konkreten Katalysator, um Rohöl zu verkaufen. Wenn die Schifffahrtsroute unter einer Vereinbarung, die sowohl von Teheran als auch von den Golfstaaten akzeptiert wird, wiedereröffnet werden könnte, würde die aktuelle Lieferstörung als vorübergehender Schock und nicht als dauerhafte Einschränkung eingestuft werden. WTI geriet unter starken Druck, als diese Möglichkeit auf dem Markt an Zug gewann. Die Preisreaktion unterstrich, wie empfindlich Rohölbewertungen auf geopolitische Narrativverschiebungen reagieren: Marktteilnehmer wechselten rasch von der Einpreisung eines langanhaltenden Störungsszenarios zu dessen Abwertung, obwohl keine physischen Schifffahrtsdaten eine Rückkehr zum normalen Tankerverkehr bestätigt hatten.

Dieser optimistische Handel brach schnell zusammen. Iran lehnte den Oman-Plan ab und feuerte Raketen auf US-Streitkräfte ab. Die Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien griffen von Iran unterstützte Gruppen im Irak an, und das US Central Command folgte am frühen Donnerstag mit Angriffen auf Ziele der Revolutionsgarden innerhalb Irans.

Die Umkehrung zeigte, dass der frühere Verkauf auf diplomatischer Hoffnung beruhte rather als auf einer tatsächlichen Wiederherstellung der Rohölflüsse. Die Risikoprämie kehrte zurück, hat jedoch nicht das gesamte zu Beginn der Woche verlorene Terrain wiedergewonnen, sodass WTI bis dato in der Woche deutlich niedriger bleibt, selbst nachdem der Konflikt wieder ins Zentrum des Handels gerückt ist. Die teilweise Erholung legt nahe, dass der Markt weiterhin eine erhebliche Wahrscheinlichkeit für eine eventuelle Deeskalation einpreist, selbst als sich das unmittelbare Sicherheitsbild verschlechtert. Historische Präzedenzfälle aus früheren Spannungen um Hormuz – einschließlich Vorfällen während des Iran-Irak-Krieges in den 1980er Jahren und seitheriger regelmäßiger Konfrontationen – zeigen, dass der Engpass selten vollständig gesperrt wurde, selbst kurze Unterbrechungen jedoch scharfe Preisausschläge ausgelöst haben, auf die ebenso schnelle Rückgänge folgten, sobald die Schifffahrt wieder aufgenommen wurde.

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