World Liberty Financial steht wegen 100-Millionen-Dollar-Token-Kaufs durch Aqua 1 unter Beobachtung
Wichtige Erkenntnisse
- •Aqua 1, kontrolliert von Guren „Bobby" Zhou, kaufte World-Liberty-Financial-Tokens im Wert von 100 Millionen Dollar von dem mit der Trump-Familie verbundenen Krypto-Unternehmen.
- •Zhou wird in einem britischen Gerichtsakt als Teil eines seit 2019 bestehenden Geldwäscheschemas genannt, und britische Behörden bestätigten, dass die Ermittlungen andauern, obwohl er nicht formell angeklagt wurde.
- •Die eigenen Richtlinien von World Liberty Financial erlauben, dass bis zu 75 Millionen Dollar der Erlöse an ein von Präsident Trump und seinen drei Söhnen kontrolliertes Unternehmen fließen, wobei auch Steve Witkoff profitiert.
- •Zhous finanzieller Hintergrund umfasst ein gescheitertes Krypto-Startup und ein Hartholzboden-Geschäft, dennoch äußerten ehemalige Geschäftspartner Überraschung über seine Fähigkeit, 100 Millionen Dollar für die Transaktion zu binden.
- •Präsident Trumps Finanzoffenlegung meldete 1,4 Milliarden Dollar an Einkünften aus Krypto-bezogenen Geschäften im vergangenen Jahr, wobei ein erheblicher Teil aus anonymen Quellen stammte.

Zach Witkoff, Mitbegründer von World Liberty Financial — dem mit der Trump-Familie verbundenen Krypto-Unternehmen — besuchte das WM-Finale in New Jersey gemeinsam mit Guren „Bobby" Zhou, der Person hinter Aqua 1 — der Gesellschaft, die World-Liberty-Tokens im Wert von 100 Millionen Dollar kaufte. Die Transaktion ist auf starke Kritik gestoßen, nachdem Enthüllungen über Zhous finanzielle Vergangenheit und ein laufendes, bisher nicht angeklagtes Geldwäscheermittlungsverfahren gegen ihn im Vereinigten Königreich bekannt wurden.
Finanzielle Verflechtungen mit der Trump-Familie
Das Geschäft trägt erhebliche politische und finanzielle Implikationen. Die eigenen Richtlinien von World Liberty Financial erlauben, dass bis zu 75 Millionen Dollar der Erlöse an ein Unternehmen fließen, das von Präsident Donald Trump und seinen drei Söhnen kontrolliert wird. Darüber hinaus profitiert Steve Witkoff — ein Sonderbeauftragter des Weißen Hauses für Friedensfragen und Vater von Zach Witkoff — von der Vereinbarung mit World Liberty Financial.
Gemäß einer Reuters-Recherche lehnte Zhou eine Stellungnahme ab, als er um eine Aussage gebeten wurde.
World Liberty Financial und das Weiße Haus reagieren
Vertreter von World Liberty Financial erklärten, dass das Unternehmen alle geltenden Gesetze einhalte und durch ein robustes Compliance-Programm den Branchenstandards entspreche. Sprecher David Wachsman wollte jedoch nicht bestätigen, ob World Liberty Financial von den berichteten Quellen von Zhous Mitteln gewusst hatte.
Das Weiße Haus erklärte, dass Trump keine Interessenkonflikte habe und im besten Interesse der Bürger handle. Eine entsprechende Diskussion ist auch in den sozialen Medien aufgetaucht, wie in diesem Beitrag von Crypto News Hunters auf X zu sehen ist.
Zhous finanzielle Vergangenheit wirft Warnsignale auf
Zhous Hintergrund ist zu einem zentralen Anliegen geworden. Er betrieb zuvor ein Einzelhandelsgeschäft für Hartholzböden im Vereinigten Königreich und gründete ein Krypto-Startup, das nach Ausgaben von rund 7,6 Millionen Dollar zusammenbrach. Im Jahr 2024 zog Zhou von London in die Vereinigten Arabischen Emirate, woraufhin sich die Quellen seiner Finanzierung Berichten zufolge drastisch veränderten.
Ein britischer Gerichtsakt, der im November eingereicht wurde, nannte Zhou unter den Personen, die in ein seit 2019 bestehendes Geldwäscheschema verwickelt sind. Zhou wurde nicht formell angeklagt, und britische Behörden bestätigten im vergangenen Monat, dass die Ermittlungen noch andauern. Ehemalige Geschäftspartner beschrieben Zhou als überzeugend, äußerten jedoch Überraschung darüber, dass er in der Lage war, 100 Millionen Dollar für die Transaktion zu binden.
Weiterreichende Compliance- und Transparenzbedenken
Der Fall hat eine breitere Debatte über Kundenüberprüfung, Überprüfung der Mittelherkunft und Transparenz bei Krypto-Unternehmen ausgelöst, die mit politisch exponierten Personen verbunden sind. Patrick Prinz von Recoveris stellte fest, dass Zhous Geschäftsgeschichte, sein plötzlicher Vermögenszuwachs, die Größe der Transaktion und die laufenden Ermittlungen gemeinsam Warnsignale darstellen, die unter Geldwäschebestimmungen in der Regel eine erweiterte Dokumentation erfordern würden.
Nach gängigen AML- und KYC-Rahmenwerken — einschließlich der Standards der Financial Action Task Force — lösen Transaktionen, an denen politisch exponierte Personen und große grenzüberschreitende Summen beteiligt sind, in der Regel eine erweiterte Sorgfaltspflicht aus, einschließlich der Überprüfung der Herkunft der Mittel. Ob solche Verfahren in diesem Fall angewendet wurden, ist nicht öffentlich bekannt gegeben worden.
Präsident Trumps Finanzoffenlegung meldete 1,4 Milliarden Dollar an Einkünften aus seinen Krypto-bezogenen Geschäften im vergangenen Jahr, wobei ein erheblicher Teil aus anonymen Quellen stammte.
Da die Aufsichtsbehörden die Transaktion weiterhin prüfen, wird erwartet, dass sich die Beobachtung auf Zhous Finanzierungsmechanismen, die Compliance-Unterlagen von World Liberty Financial und die Vollständigkeit weiterer Offenlegungen konzentriert. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Transparenzherausforderungen, mit denen der Kryptowährungssektor und seine Anleger weiterhin konfrontiert sind.