NachrichtenKryptoWöchentlicher Rückblick: Debasement Trade treibt Bitcoin an

Wöchentlicher Rückblick: Debasement Trade treibt Bitcoin an

Autor: Crypto Valley Journal·

Wichtige Erkenntnisse

  • Ray Dalio empfahl, das Engagement in Staatsanleihen zu reduzieren und 10% bis 15% Gold plus eine kleinere Bitcoin-Position zu halten.
  • Bitcoin stieg nach Bessents Ankündigung höherer Rückkäufe langfristiger US-Staatsanleihen über 80.000 USD, während US-Spot-Bitcoin-ETFs in der Woche 1,92 Milliarden USD anzogen.
  • Die SEC erklärte Evernorths Registrierung für wirksam und brachte das Unternehmen damit einem Nasdaq-Listing unter dem Ticker XRPN und einer Struktur näher, die Aktienanlegern XRP-Engagement bietet.
  • Cardano und Solana gerieten beide in Governance-Probleme, wobei Cardano seine Abstimmungshürden verfehlte und Solana bei der Genehmigung von Vorschlägen widersprüchlichen Regeln gegenüberstand.
  • Richterin Katherine Polk Failla setzte die Neuverhandlung von Roman Storm auf April 2027 fest und verlängerte damit den Zeitplan im Tornado-Cash-Fall um mehr als 20 Monate.
Wöchentlicher Rückblick: Debasement Trade treibt Bitcoin an

Was hat sich diese Woche in der Welt von Blockchain und Kryptowährungen getan? Aktuelle Ereignisse und Hintergrundberichte in unserem Wochenrückblick.

Ausgewählte Artikel der Woche:

Ray Dalio sieht das US-Finanzsystem auf einen Wendepunkt zusteuern. Deshalb rät der Gründer von Bridgewater Associates dazu, Bestände an Staatsanleihen zu reduzieren. Stattdessen empfiehlt er 10% bis 15% Gold plus eine kleinere Bitcoin-Allokation. Zudem stützen die Zahlen seine Sorge. Die US-Staatsverschuldung überstieg erstmals 40 Billionen USD. Allein in den ersten zehn Monaten des Fiskaljahres 2026 erreichte das Defizit 1,8 Billionen USD, während die Nettozinskosten bei rund 1,2 Billionen USD liegen. Infolgedessen stieg die Rendite 30-jähriger Anleihen auf ein 19-Jahres-Hoch. Persönlich bleibt Dalio jedoch vorsichtig. Nur rund 1% seines Vermögens steckt in Bitcoin, den Rest hält er lieber in Goldbarren. Im Mai kritisierte er zudem die enge Korrelation mit Tech-Aktien. Eine Analyse von Bitwise zeigt jedoch, dass 15% Gold und Bitcoin das Sharpe Ratio eines 60/40-Portfolios über zehn Jahre fast verdreifacht hätten. Für Krypto-Leser ist dabei weniger Dalios persönliche Allokation entscheidend als das breitere Signal: Ein etablierter Makroinvestor betrachtet Bitcoin als Teil einer Portfolioreaktion auf staatlichen Schuldenstress, neben einer Anlageklasse, die für diese Rolle schon lange genutzt wird.

Ray Dalio empfiehlt Gold und Bitcoin gegen drohende Schuldenkrise

Ray Dalio rät zu 10% bis 15% Gold und einer kleinen Bitcoin-Position, weil er innerhalb von etwa drei Jahren eine US-Schuldenkrise erwartet.

Bessents Anleihe-Rückkäufe befeuern die Flucht in Bitcoin

Ausgerechnet diese Sorge vor Entwertung trieb die Kurse diese Woche nach oben. Bitcoin stieg über 80.000 USD und erreichte in Asien 80.908 USD, ein Wochenplus von 23%. Auslöser war eine Ankündigung von US-Finanzminister Scott Bessent. Er will die Rückkäufe langfristiger Staatsanleihen mindestens verdoppeln, von 2 Milliarden USD auf mehr als 4 Milliarden USD je Operation. Kritiker lesen darin ein Zeichen, dass Washington das Defizit nicht senkt, sondern lediglich Liquidität zuführt. Dadurch belastet der Schritt den Dollar und stärkt den sogenannten Debasement Trade. Dieser Begriff steht für Positionen in Bitcoin und Gold als Schutz vor Währungsabwertung. Gleichzeitig nahmen die 13 US-Spot-Bitcoin-ETFs im Wochenverlauf 1,92 Milliarden USD ein, der höchste Wert seit zehn Monaten. Gleichzeitig wurden rund 7,2 Milliarden USD an Short-Positionen aufgelöst. Die ETF-Zuflüsse sind wichtig, weil sie zeigen, dass die Rally nicht nur makroökonomisch diskutiert wird; sie zeigt sich auch im regulierten Marktzugang, den viele Institutionen für ihr Engagement nutzen.

Debasement Trade treibt Bitcoin über 80.000 USD

Bitcoin überschritt 80.000 USD und notiert wieder auf dem Niveau von Mitte Mai, gestützt von wöchentlichen Zuflüssen von 1,92 Milliarden USD in US-Spot-ETFs.

Ripple und Kraken unterstützen ein Milliardenvehikel für XRP

Der Preisanstieg bei XRP erhält frischen institutionellen Rückenwind. Zudem erklärte die US Securities and Exchange Commission (SEC) diese Woche die Registrierung von Evernorth für wirksam. Das Unternehmen kann daher über eine Fusion mit der Special Purpose Acquisition Company Armada Acquisition Corp. II, Ticker XRPN, an die Nasdaq gehen. Evernorth kauft XRP ausschließlich auf die eigene Bilanz. Anleger erhalten dadurch über die Aktie ein Engagement, ohne den Token selbst verwahren zu müssen. Das Modell folgt Strategy, ehemals MicroStrategy. Hinter dem Vehikel stehen Ripple, die Kryptobörse Kraken, Pantera Capital, die SBI Group, Arrington Capital und GSR. Nach Abschluss des Geschäfts soll Evernorth mindestens 473 Millionen XRP halten. Zudem soll die Transaktion mehr als 1 Milliarde USD einbringen, also mehr als das Vierfache von Armadas eigenem IPO. Die Aktionärsabstimmung ist für Ende September geplant. Die SEC hat außerdem die S-4-Registrierung von Evernorth für eine Nasdaq-Notierung unter dem Ticker XRPN einen Schritt vorangebracht.

SEC macht Evernorths S-4-Registrierung für Nasdaq-Listing wirksam

Die SEC erklärte die S-4-Registrierung für wirksam und brachte das geplante Evernorth-Nasdaq-Listing unter dem Ticker XRPN einen Schritt näher.

Warum Cardano und Solana bei ihren ersten Abstimmungen stolpern

Verlässliche Strukturen fehlen nicht nur bei jungen Treasury-Unternehmen, sondern auch in der Selbstverwaltung großer Netzwerke. Cardano und Solana bestehen ihre ersten echten Abstimmungen nur knapp. Bei Cardano erreichte die Wahl des Verfassungskomitees zuletzt 51,7% Zustimmung unter den Delegierten, erforderlich sind jedoch 67%. Die Betreiber von Stake Pools kamen nur auf 10,8% statt der erforderlichen 51%. Sollte die Abstimmung bis Anfang September scheitern, bleiben drei Mitglieder im Amt. Hard Forks, Parameteränderungen und Auszahlungen würden dann ins Stocken geraten. Blöcke und Transaktionen laufen jedoch unbeeinträchtigt weiter. Solana kämpft weniger mit Apathie als mit widersprüchlichen Regeln. Beim Vorschlag SGP-0002 stimmten 87,45% der teilnehmenden Stimmen mit Ja. Die Regel im Code-Repository wertet das als ausreichend, die offizielle FAQ jedoch nicht. Außerdem würde der Vorschlag die Emissionen deutlich schneller senken. Dagegen stimmte die Solana Company selbst, die 99,4% ihrer Einnahmen aus Staking erzielt.

Cardano und Solana: Die Schwächen der On-Chain-Governance

Cardanos DReps liegen vor der Frist 24 Prozentpunkte zurück, während Solanas Quorum-Regel dem eigenen Governance-Rahmen widerspricht.

Richterin Failla lässt Roman Storm bis 2027 warten

Außerdem beginnt die Neuverhandlung gegen Tornado-Cash-Mitgründer Roman Storm erst im April 2027. Richterin Katherine Polk Failla setzte den Termin diese Woche fest. Das Justizministerium hatte einen deutlich früheren Prozess im Oktober gewünscht. Damit liegen mehr als 20 Monate zwischen dem Teilurteil und dem neuen Verfahren. Im August 2025 verurteilte die Jury Storm in einem Punkt, dem Betrieb eines nicht lizenzierten Geldübermittlungsgeschäfts. Bei den schwereren Vorwürfen der Geldwäsche und von Sanktionenverstößen blieb sie jedoch uneins. Zusammen drohen dafür bis zu 40 Jahre Haft. Die Verzögerung geht auf einen Verteidigerantrag aus dem Jahr 2025 zurück, über den Failla bisher noch nicht entschieden hat. Zudem stützen sich Storms Anwälte auf ein Urteil des Supreme Court aus März 2026. Nach dieser Entscheidung reicht bloßes Wissen nicht aus, um einen Anbieter haftbar zu machen. Storm selbst sieht seinen Fall als Beispiel, das andere abschrecken soll.

Tornado Cash: Roman-Storm-Prozess auf April 2027 verschoben

Richterin Failla hat den Prozess gegen Roman Storm auf April 2027 verschoben, weil sie noch nicht über den Freispruchsantrag des Tornado-Cash-Entwicklers entschieden hat.