NachrichtenKryptoWochenrückblick: SEC startet Krypto-Offensive ohne Clarity Act

Wochenrückblick: SEC startet Krypto-Offensive ohne Clarity Act

Autor: Crypto Valley Journal·

Wichtige Erkenntnisse

  • •Die SEC schlug Verwahrungsregeln vor, die Anlageberatern und regulierten Fonds erlauben, Krypto-Assets bei landesrechtlich lizenzierten Trust-Gesellschaften zu halten, nachdem der Clarity im Senat eine Sitzungsfähigkeitsabstimmung mit 49 zu 50 Stimmen – benötigt wurden 60 – verloren hatte.
  • •Ein US-Senatsbericht ergab, dass 84 % von 846 Iran-verknüpften Wallets fast ausschliesslich USDT nutzten; Senator Blumenthal fordert Untersuchungen zu Tether, das auf nahezu 550 Millionen US-Dollar an Frostungen verweist.
  • •Das SNB-Direktoriumsmitglied Petra Tschudin warnte, dass grosse Stablecoins ausserhalb des Bankensystems die Bankenrefinanzierung verringern, die Kreditvergabe senken und die Einheitlichkeit des Geldes belasten könnten; Stablecoins seien in der Schweiz bislang eine Nische ohne Risiko für die Finanzstabilität.
  • •Nach einem Hack fehlen aus der Reserve des Liquid Network von Blockstream weiterhin rund 600 BTC, und das Scheitern eines 4-Milliarden-US-Dollar-Deals lässt das Unternehmen um 50 Millionen US-Dollar kämpfen.
  • •Die Armada-Aktionäre genehmigten am 30. September die Evernorth-Fusion und ebneten der XRP-Treasury damit den Weg für ein Nasdaq-Listing unter dem Ticker XRPN.
Wochenrückblick: SEC startet Krypto-Offensive ohne Clarity Act

Die US-Wertpapieraufsicht treibt die Krypto-Regulierung voran, während der Clarity Act im Senat blockiert bleibt, und die Schweizer Nationalbank äussert Bedenken zu Stablecoins und der Geldpolitik. Hier ist der Wochenrückblick des Crypto Valley Journal mit den wichtigsten Entwicklungen bei Blockchain und Kryptowährungen.

SEC bringt Verwahrungsregeln voran, nachdem der Clarity Act blockiert ist

Der Clarity Act ist vorerst im US-Senat blockiert. Im September scheiterte das Gesetz bei einer Sitzungsfähigkeitsabstimmung mit 49 zu 50 Stimmen, benötigt würden 60. SEC-Vorsitzender Paul Atkins kündigte daraufhin an, dass die Behörde im Rahmen ihrer gesetzlichen Befugnisse handeln werde.

Später in diesem Monat erliess die SEC eine befristete Ausnahmeanordnung über fünf Jahre für Handelsplätze mit tokenisierten US-Aktien. In dieser Woche folgte ein Vorschlag zur Krypto-Verwahrung. Danach dürften Anlageberater und regulierte Fonds Krypto-Assets bei landesrechtlich lizenzierten Trust-Gesellschaften verwahren. Die Selbstverwahrung durch Berater bliebe demgegenüber die Ausnahme, wenn kein qualifizierter Verwahrer existiert.

Die Regeln sind vor allem für Asset Manager und Hedgefonds relevant, die Bitcoin direkt statt über ETFs halten wollen. Die Kommission muss den Vorschlag noch verabschieden. Atkins ordnet ihn neben den Leitlinien zur Tokenisierung und dem vorgeschlagenen "Regulation Crypto Assets" ein und hat weitere Vorschläge angekündigt. Insgesamt zeigen die Ausnahmeanordnung und der Verwahrungsvorschlag, dass die Behörde ihre bestehenden gesetzlichen Instrumente nutzt, während der Gesetzgebungsweg blockiert bleibt.

Ausführlicher Bericht: SEC proposes crypto custody rules for investment advisers

Senatsbericht stellt USDT ins Zentrum des iranischen Schattenbankensystems

Laut einem US-Senatsbericht nutzten 84 % von 846 Iran-verknüpften Wallets fast aussliesslich USDT. Tether verweist seinerseits auf Frostungen von nahezu 550 Millionen US-Dollar. Senator Blumenthal fordert Untersuchungen zum Stablecoin-Emissionshaus wegen der Iran-verknüpften Wallets. Da USDT der am weitesten verbreitete Dollar-Stablecoin ist, reichen die Erkenntnisse weit über die 846 dokumentierten Wallets hinaus, und etwaige Untersuchungen wären ein eigener Schritt, getrennt vom Bericht selbst.

Ausführlicher Bericht: US senator seeks probes into Tether over Iran wallets

SNB warnt, dass Stablecoins die Geldpolitik belasten könnten

Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) befasst sich mit Stablecoins, allerdings aus geldpolitischer Sicht. Das Direktoriumsmitglied Petra Tschudin warnt vor grossen Stablecoins, die ausserhalb des Bankensystems entstehen. Ihre Sorge gilt der Frage, wie Zinsentscheide in die Wirtschaft gelangen: Verlegen Haushalte und Unternehmen Einlagen in Stablecoins, verlieren Banken Refinanzierungsmittel. In der Folge sinkt die Kreditvergabe, was sich ebenfalls auf die Zinsen auswirkt. Zudem argumentiert sie, dass ein Stablecoin-Franken nicht automatisch so viel wert sei wie ein echter Franken, was die Einheitlichkeit des Geldes belasten würde.

Tschudin beschreibt ein Szenario, keine aktuelle Störung. Laut SNB bleiben Stablecoins in der Schweiz bislang eine Nische und stellen kein Risiko für die Finanzstabilität dar. Zugleich arbeitet der Bund an Regeln: Gemäss der Revision des FinIA dürften nur von der FINMA lizenzierte Zahlungsinstrumenteninstitute Schweizer Stablecoins emittieren. Das Parlament wird die Botschaft frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 erhalten. Zusammen mit dem Senatsbericht zu USDT zeigt die Woche, dass die Stablecoin-Politik sowohl in Washington als auch in Bern auf die regulatorische Agenda rückt.

Ausführlicher Bericht: SNB sees stablecoins as a burden on monetary policy

Blockstream kämpft nach Liquid-Hack um 50 Millionen US-Dollar

Rund 600 BTC fehlen weiterhin aus der Reserve des Liquid Network von Blockstream nach dem Hack, und ein vier Milliarden US-Dollar schweres Geschäft aus dem Umfeld von Adam Back ist gescheitert, womit das Unternehmen um 50 Millionen US-Dollar kämpft. Zur Einordnung für weniger vertraute Leser: Das Liquid Network ist Blockstreams Bitcoin-Sidechain, mit der Bitcoin-Transfers zwischen Börsen und Händlern schneller abgewickelt werden können, als es die Basiskette erlaubt.

Ausführlicher Bericht: Adam Back's Blockstream fights for USD 50 million after Liquid hack

Armada-Aktionäre ebnen Evernorth den Weg an die Nasdaq

Die Armada-Aktionäre stimmten am 30. September über die Evernorth-Fusion ab und ebneten damit den Weg für das XRP-Treasury, das unter dem Ticker XRPN an der Nasdaq notieren soll. Nach der genehmigten Abstimmung ist der nächste Meilenstein das Listing selbst, das Evernorth in eine wachsende Gruppe börsennotierter Unternehmen einreihen würde, die um Digital-Asset-Treasuries herum strukturiert sind – Fahrzeuge, die Börsenanlegern ein indirektes Token-Engagement bieten.

Ausführlicher Bericht: XRP treasury: Evernorth Nasdaq listing moves closer