Verne und Pony.ai starten Testfahrten mit fahrerlosen Robotaxis in Zagreb
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Testbetrieb in Zagreb ist auf eingeladene Passagiere beschränkt und stellt keinen breiten öffentlichen Start kommerzieller fahrerloser Fahrten dar.
- •Die Fahrzeuge nutzen Pony.ais autonome Fahrtechnologie mit neun Lidar-Einheiten, 14 Kameras und vier Millimeterwellenradaren.
- •Vernes bestehender kommerzieller Robotaxi-Service, der im April gestartet ist, wird weiterhin mit menschlichen Sicherheitsbegleitern betrieben und kann über Uber gebucht werden.
- •Pony.ai betreibt in vier chinesischen Städten vollständig fahrerlose kommerzielle Dienste und plant, mehr als 4,000 Robotaxis außerhalb Chinas einzusetzen.
- •Die nächste Projektphase hängt teilweise von der Prüfung der Bedingungen für die EU-Förderung und den Ergebnissen der Phase mit eingeladenen Passagieren ab.

Das kroatische Unternehmen für autonome Mobilität Verne und der chinesische Anbieter fahrerloser Plattformen Pony.ai haben in Zagreb Testfahrten mit vollständig fahrerlosen Robotaxis gestartet. Nach Angaben der Unternehmen handelt es sich um den ersten Test dieser Art in Europa.
Das am 14. September 2026 angekündigte Programm ist das erste europäische Robotaxi-Testprojekt, bei dem Passagiere ohne menschlichen Sicherheitsbegleiter hinter dem Steuer unterwegs sind. Damit unterscheidet sich der Zagreber Service vom Robotaxi-Programm, das Uber und Wayve derzeit in London testen und bei dem jederzeit ein menschlicher Betreuer anwesend ist.
Die Fahrzeuge basieren auf dem Arcfox Alpha T5 von BAIC, einem elektrischen SUV. In dieser Phase wurde der vordere Beifahrersitz entfernt, um einen geräumigeren Innenraum zu schaffen, die Gepäckkapazität zu erhöhen und Platz für ein großes Display bereitzustellen. Eine Mittelkonsole zwischen den Rücksitzen verfügt über einen Touchscreen zur Verwaltung der Fahrt.
Der Innenraum sei „nicht als Konzept für eine ferne Zukunft konzipiert, sondern als etwas, das im echten Betrieb funktionieren kann“, erklärte der CEO von Verne, Marko Pejković, in einer Stellungnahme. Dadurch könnten Fahrgäste ihre Zeit „produktiver, angenehmer und entspannter“ nutzen.
Die ersten fahrerlosen Robotaxis werden auf einer 13,6 Meilen langen Strecke zwischen einem großen Geschäftsviertel und dem Flughafen Franjo Tuđman in Zagreb verkehren. Die fahrerlose Phase steht eingeladenen Passagieren offen und wird parallel zu Vernes kommerziellem Service betrieben, der im April gestartet ist und weiterhin menschliche Sicherheitsbegleiter einsetzt. Dieser Service kann über Uber gebucht werden. Aufgrund des begrenzten Zugangs handelt es sich beim Zagreber Programm um einen Testbetrieb und nicht um einen vollständigen öffentlichen Start kommerzieller fahrerloser Fahrten.
Nach Angaben von Verne hat die Flotte bisher mehr als 124,274 Meilen zurückgelegt und mehrere tausend Fahrten mit Passagieren in Zagreb absolviert.
Sowohl die fahrerlosen Fahrzeuge als auch die von menschlichen Begleitern überwachten Taxis nutzen Pony.ais autonomes Fahrsystem der siebten Generation. Die Plattform kombiniert künstliche Intelligenz mit einer 360-Grad-Sensorabdeckung, darunter neun Lidar-Einheiten, 14 Kameras und vier Millimeterwellenradare.
Die Technologie von Pony.ai wird in China bereits umfassend eingesetzt. Dort betreibt das Unternehmen in vier Städten vollständig fahrerlose kommerzielle Dienste. Pony.ai kündigte kürzlich an, im Rahmen seiner internationalen Expansion mehr als 4,000 Robotaxis außerhalb Chinas einzusetzen.
Der Meilenstein in Zagreb folgt auf Berichte, wonach das Projekt daraufhin geprüft werden soll, ob es die mit seiner Finanzierung verbundenen Bedingungen erfüllt hat. Verne erhielt über Kroatiens Nationalen Aufbau- und Resilienzplan rund $103 Millionen an Unterstützung von der Europäischen Union. Die Prüfung und die Ergebnisse der Phase mit eingeladenen Passagieren werden für die nächste Projektphase relevant sein, obwohl bislang keine breitere Einführung angekündigt wurde.
Das Projekt stellt für Verne und Pony.ai sowie für den Einsatz selbstfahrender Taxis in Europa einen bedeutenden Schritt dar. Quelle: AI Business