NachrichtenKryptoVenezuela verhaftet drei Mitglieder der „Los Binanceros“ wegen Binance-P2P-Arbitrage

Venezuela verhaftet drei Mitglieder der „Los Binanceros“ wegen Binance-P2P-Arbitrage

Autor: CryptoNewsNet·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Polizei identifizierte die Verdächtigen als Adrián Jesús Gómez, José Ángel Hernández und Guillermo José Roldán, die alle letzte Woche in Maracaibo festgenommen wurden.
  • Den Behörden zufolge beschaffte sich die Gruppe Dollar über regulierte Kanäle, wandelte sie auf Binance in USDT um und verkaufte die USDT zum Parallelmarkt-Kurs.
  • Zu den beschlagnahmten Gegenständen gehörten Telefone, ein Laptop und ein Motorrad, die zusammen mit den Verdächtigen an die Staatsanwaltschaft übergeben wurden.
  • Die venezolanischen Behörden werten die mutmaßliche Aktivität als illegale Währungsarbitrage, weil dabei angeblich der Zugang zum offiziellen Kurs genutzt wurde, um vom höheren Parallelmarkt zu profitieren.
  • Laut Artikel sind der Besitz oder Handel mit USDT in Venezuela nicht per se illegal, doch Aktivitäten mit hohem Volumen, Zahlungen Dritter und übersehene Warnsignale können dennoch rechtliche Risiken begründen.
Venezuela verhaftet drei Mitglieder der „Los Binanceros“ wegen Binance-P2P-Arbitrage

Venezuela verhaftet drei Mitglieder der „Los Binanceros“ wegen Binance-P2P-Arbitrage

Die Bolivarische Nationalpolizei Venezuelas verhaftete letzte Woche drei Männer in Maracaibo. Ihnen wird vorgeworfen, über die Peer-to-Peer-Plattform von Binance ein Währungsarbitrage-Schema betrieben zu haben. Der Fall lenkt die Aufmerksamkeit auf eine übergreifende Frage, mit der Krypto-Nutzer im Land konfrontiert sind: Wo genau überschreitet gewöhnlicher P2P-Handel die Grenze zum kriminellen Terrain?

Wie das Schema angeblich funktionierte

Polizeiangaben zufolge waren die drei Männer – der 18-jährige Adrián Jesús Gómez, der 19-jährige José Ángel Hernández und der 22-jährige Guillermo José Roldán – Teil einer kriminellen Bande, der „Los Binanceros“, und in einem Wohngebiet der Pfarrei Francisco Eugenio Bustamante in Maracaibo aktiv. Laut Ermittlern ging die Gruppe wie folgt vor:

  • Erwarb US-Dollar über offizielle Kanäle, darunter Auktionen der Zentralbank Venezuelas (BCV) und regulierte Wechselstuben
  • Wandelte diese Dollar innerhalb der Binance-Plattform in $USDT um
  • Verkaufte die $USDT anschließend über Binance P2P zum inoffiziellen Parallelmarkt-Kurs, der deutlich über dem offiziellen Kurs der BCV notiert

Bei der Festnahme beschlagnahmten die Behörden Telefone, einen Laptop und ein Motorrad. Alle drei Verdächtigen sowie die beschlagnahmten Beweismittel wurden zur weiteren Untersuchung an die Staatsanwaltschaft Venezuelas übergeben.

Warum Venezuela dies als illegale Arbitrage einstuft

Das mutmaßliche Schema nutzte die Lücke zwischen dem offiziellen Wechselkurs Venezuelas und dem Kurs des Parallelmarktes aus – eine Lücke, die besteht, weil die BCV den Zugang zu Devisen zu einem kontrollierten Preis rationiert. Weicht dieser kontrollierte Kurs stark von dem ab, was der Markt tatsächlich zu zahlen bereit ist, entsteht ein unmittelbarer Gewinnanreiz: Dollar günstig über offizielle, regulierte Kanäle kaufen und anschließend nahe am höheren Parallelkurs weiterverkaufen.

Die venezolanischen Behörden haben dieses Muster als illegale Währungsarbitrage statt als gewöhnlichen Handel eingestuft und argumentieren, dass die Nutzung staatlich subventionierter Kanäle zum offiziellen Kurs zur Finanzierung von Weiterverkäufen auf dem Parallelmarkt gegen die Devisenkontrollvorschriften verstößt. In der Praxis ist diese Unterscheidung für Krypto-Nutzer relevant, weil dieselbe Plattform sowohl für gewöhnliche Überweisungen als auch für Transaktionen genutzt werden kann, die die Behörden als Ausnutzung der Spanne zwischen Offizial- und Parallelkurs betrachten.

Das Anti-Geldwäsche-Rahmenwerk des Landes gibt Staatsanwälten zudem Spielraum, Konten zu untersuchen, auf die Gelder im Zusammenhang mit dieser Art von Aktivität eingehen – unabhängig davon, ob die betreffende Person eine offizielle Funktion bei einem Finanzinstitut innehat.

Sind gewöhnliche P2P-Nutzer demselben Risiko ausgesetzt?

Der Besitz oder Handel mit $USDT und anderen digitalen Vermögenswerten ist nach venezolanischem Recht nicht an sich illegal. Dennoch können alltägliche P2P-Nutzer einer tatsächlichen Gefährdung ausgesetzt sein, insbesondere in Bezug auf:

  • Transaktionsmuster: Hochfrequente oder hochvolumige P2P-Aktivität kann bei lokalen Banken oder Finanznachrichtendiensten Compliance-Warnhinweise auslösen – auch ohne jegliche Beteiligung an Arbitrage zum offiziellen Kurs
  • Zahlungen Dritter: Die Annahme von Geldern von einem Bankkonto, das nicht mit der verifizierten Gegenpartei eines P2P-Geschäfts übereinstimmt, kann einen Nutzer dem Verdacht der Geldwäsche aussetzen, falls sich diese Gelder später als mit Betrug oder einer anderen Straftat verbunden herausstellen
  • Haftung für Unterlassen: Das venezolanische Recht kennt eine Haftung für Untätigkeit; das heißt, dass auch das Ignorieren von Warnsignalen bei eingehenden Zahlungen – statt der aktiven Beteiligung an rechtswidrigem Handeln – rechtliche Risiken begründen kann

Die wesentliche Unterscheidung, die die Behörden offenbar treffen, verläuft zwischen P2P-Handel als Mechanismus zur Umwandlung persönlicher Gelder und P2P-Handel, der gezielt darauf ausgerichtet ist, die Kurslücke zwischen Offizial- und Parallelmarkt gewinnbringend auszunutzen – das Muster, das im Fall der „Los Binanceros“ behauptet wird. Für gewöhnliche Nutzer besteht das häufigere Risiko nicht in Kursarbitrage, sondern in der Transaktionshygiene: Gegenparteien verifizieren und bei Zahlungen unbekannter Dritter Vorsicht walten lassen.

Lesen Sie auch: Hyperliquid und TradeXYZ drängen die CFTC, die Tür für 24/7-Ölhandel in den USA zu öffnen