NachrichtenMakroAnalysten bleiben beim Ausblick für den japanischen Yen weiter uneinig, während sich USD/JPY nahe 159 hält

Analysten bleiben beim Ausblick für den japanischen Yen weiter uneinig, während sich USD/JPY nahe 159 hält

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • USD/JPY bewegte sich in der vergangenen Woche überwiegend im Bereich um 159, nachdem es zwischen 158,50 und 159,50 gehandelt hatte.
  • Die Sorge am Markt hat zugenommen, dass ein Anstieg in Richtung 160 eine weitere gemeinsame Intervention der japanischen Behörden auslösen könnte.
  • BofA hat sein Jahresendziel für USD/JPY auf 149 gesenkt, sieht kurzfristig aber noch keine klar unterstützenden Signale für Yen-Stärke.
  • Goldman Sachs hält weitere Rücknahmen von Yen-Short-Positionen für möglich, obwohl dafür möglicherweise wachstumsbezogene Sorgen nötig sind.
  • JP Morgan geht davon aus, dass schnellere BoJ-Zinserhöhungen nur begrenzte Auswirkungen auf den Yen haben werden, und hält sein Jahresendziel für USD/JPY bei 164 unverändert.
Analysten bleiben beim Ausblick für den japanischen Yen weiter uneinig, während sich USD/JPY nahe 159 hält

USD/JPY hat sich in weiten Teilen der vergangenen Woche zwischen 158,50 und 159,50 bewegt und notierte dabei meist um die Marke von 159,00. Auch heute zeigt das Währungspaar ein ähnliches Muster, obwohl der Dollar zum Start in die neue Woche etwas schwächer tendiert. Zwar zeigen sich beim Dollar Anzeichen von Schwäche, doch der Yen bleibt unter Druck, und das breitere fundamentale Umfeld hat sich kaum verändert.

Der wichtigste Unterschied ist derzeit, dass das Interventionsrisiko inzwischen ausgeprägter erscheint. Das hält die Kursentwicklung von USD/JPY angespannt, insbesondere weil ein Anstieg in Richtung 160 die Wahrscheinlichkeit einer weiteren möglichen gemeinsamen Intervention erhöhen könnte. Der Bereich um 160 war historisch ein Auslöser für Tokio: Die japanischen Behörden griffen 2024 wiederholt ein, als das Paar in diesen Regionen gehandelt wurde, auch wenn Anleger in früheren Episoden die offiziellen Maßnahmen nach dem ersten Schock meist rasch wieder ausblenden konnten. Dennoch spricht unter sonst gleichen Bedingungen der Weg des geringsten Widerstands weiterhin für einen schwächeren Yen.

Dieses gemischte Umfeld sorgt dafür, dass Analysten weiterhin uneins darüber sind, wohin sich die japanische Währung als Nächstes bewegt.

BofA hatte zuvor argumentiert, dass USD/JPY gute Chancen habe, bis Jahresende wieder Richtung 149 zu laufen, wie hier beschrieben. Die Bank sagt nun jedoch, dass sich das Risikogleichgewicht gegen diese Sichtweise zu verschieben beginnt:

"More than a week has passed since the joint US-Japan FX Intervention. So far, the operation appears relatively successful as, compared with previous episodes, investors have been reluctant to fade the rally. Indeed, the authorities' strong commitment and the high cost of failure have strengthened our bullish conviction on the JPY, and we recently revised our year-end USD/JPY forecast to 149 from 152.

However, our quant signals raise some red flags for near-term JPY strength. Last week we saw an aggressive mean reversion in JPY skew, and option flow moved strongly in favor of JPY puts vs EUR and AUD, indicating that investors are moderating their worries on further upside. Additionally, our technical matrix has yet to trigger any positioning trend signals, while up/down vol and residual skew indicate that positioning and short-term sentiment are not yet supportive of the uptrend. Finally, our time-zone analysis indicates that JPY buying was not broad-based last week, with USD/JPY finding consistent support during US trading hours"

Goldman Sachs hingegen argumentiert, dass sich Yen-Shorts unter den richtigen Bedingungen weiter zurückbilden könnten. Die Tragweite reicht über die Währung selbst hinaus. Da die japanischen Zinssätze deutlich unter denen in den USA und Europa liegen, dient der Yen seit Langem als wichtige Finanzierungswährung für globale Carry Trades, und eine schnelle Aufwertung des Yen kann solche gehebelten Positionen rasch zum Schließen zwingen — die Phase im Juli und August 2024 ging mit erhöhter Volatilität an den globalen Märkten einher:

"Japan's largest FX intervention in 15 years forced a sharp reduction in tactical JPY carry positions- even bigger than the initial unwind after the July 2024 operations. But the less JPY-positive macro backdrop likely in part explains why USD/JPY has already reversed nearly half of its initial decline.

Despite the significant drop in speculative positioning, more unwinds can follow if the right conditions align. Positioning could even flip net long if the macro and market backdrop argues for a stronger JPY, as it did in July-August 2024. Recession risk is much lower today than in the summer of 2024, and a bullish shift in JPY sentiment often requires the emergence of growth concerns.

But markets now view a September Bank of Japan hike as roughly 75% likely, and a faster pace of hikes could keep the JPY stronger for longer without a shift in the global growth backdrop."

Dieser letzte Punkt ist zwar bemerkenswert, aber aus meiner Sicht nicht unbedingt so stark ein Argument für einen stärkeren Yen, wie es zunächst erscheinen mag. Wie zuvor erläutert, könnten BoJ-Zinserhöhungen nicht ausreichen, um den breiteren Yen-Ausblick wesentlich zu verändern, sofern die Zentralbank nicht deutlich aggressiver vorgeht. Ein Teil des Grundes ist einfache Mathematik: Selbst bei einem schnelleren Straffungspfad lägen die japanischen Leitzinsen weiterhin deutlich unter dem US-Niveau, sodass der Zinsabstand, der den Yen belastet hat, weitgehend bestehen bliebe.

Auch JP Morgan sieht BoJ-Zinserhöhungen nicht als Wendepunkt für die Währung:

"Rate hike expectations have increased not only at the front-end but also further out the curve. However, this has not translated into yen appreciation; instead, the relationship between BOJ hike expectations and JPY has become a negative correlation.

Our Japan economists have revised their forecast to reflect a somewhat faster tightening pace by the BOJ, expecting the policy rate to reach 2% by end-2027. However: (1) a move to 2% is already largely priced in, and (2) the negative correlation between BOJ hike expectations and JPY is likely to persist for the time being.

Therefore, we think that a faster BOJ hiking path will only have a limited impact on our medium-to-long-term yen-weakness view. We keep our year-end USD/JPY target unchanged at 164."