NachrichtenAktienUS-Aktien legen am Freitag zu, verzeichnen aber Wochenverluste; Anleiherenditen und Iran im Fokus

US-Aktien legen am Freitag zu, verzeichnen aber Wochenverluste; Anleiherenditen und Iran im Fokus

Autor: Economic Times Markets·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Dow Jones Industrial Average beendete die Freitagssession mit einem Plus von 1 %, nachdem er im Tagesverlauf um bis zu 400 Punkte zugelegt hatte, dennoch schlossen die wichtigsten US-Indizes die Woche mit Verlusten.
  • Die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen verharrten nahe ihren Mehrjahreshochs, und US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, die Regierung könne nach der überraschenden Intervention vom Mittwoch weitere Anleiherückkäufe ausweiten.
  • Öl steuerte auf den zweiten Wochenanstieg in Folge zu, während Donald Trump Sanktionen gegen die Partner des Iran androhte; durch die Straße von Hormuz fließt rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Rohöls.
  • Gold stieg aufgrund des schwächeren Dollars auf ein Dreimonatshoch; Goldman Sachs erklärte, die Nachfrage nach Optionen könne die Preise über die Prognose von 4.900 US-Dollar hinaustreiben.
  • Tesla rief in China wegen Sicherheitsrisiken bei Türgriffen knapp 3 Millionen Fahrzeuge zurück, während eine niederländische Aufsichtsbehörde gegen Uber wegen automatisierter Fahrersperrungen eine Geldstrafe von 966 Millionen US-Dollar verhängte.
US-Aktien legen am Freitag zu, verzeichnen aber Wochenverluste; Anleiherenditen und Iran im Fokus

Die wichtigsten US-Aktienindizes schlossen am Freitag höher, verzeichneten aber Wochenverluste, da Anleger von schwankenden Staatsanleiherenditen und der unklaren Lage im Nahen Osten verunsichert wurden. Der Anstieg brachte nach einer Woche, in der Schwankungen bei langlaufenden US-Staatsanleihen die Aktienmärkte belastet hatten, etwas Entspannung, reichte jedoch nicht aus, um die Wochenverluste der großen Indizes auszugleichen. Der Einfluss des Anleihemarkts auf Aktien ist dabei ebenso mechanisch wie psychologisch: Langfristige Renditen prägen die Kreditkosten in der gesamten Volkswirtschaft – von Hypothekendarlehen bis zu Unternehmensanleihen – und fließen in die Diskontierungsfaktoren ein, mit denen Anleger künftige Gewinne bewerten.

Wall Street: Futures erholen sich, Dow schließt 1 % höher

Die Freitagssession beschrieb einen Bogen von der Vorsicht hin zu breit gefasstem Optimismus. Die US-Aktienfutures erholten sich nach einem deutlichen Kursrutsch, wobei über dem Markt weiterhin Wochenverluste schwebten. Die Aktien eröffneten fester, blieben aber auf Kurs für Wochenverluste. Der Dow Jones Industrial Average sprang kurz nach Handelsbeginn um mehr als 250 Punkte nach oben und legte später um 400 Punkte zu, ehe er den Tag im Zuge einer breit angelegten Zuversicht mit einem Plus von 1 % beendete. Die Live-Berichterstattung über die Session verfolgte außerdem die größten Kursbeweger des Marktes – von den stärksten Werten im Dow Jones und S&P 500 über die größten Gewinner und Verlierer im Nasdaq bis hin zu den umsatzstärksten Aktien an der NYSE American.

Staatsanleiherenditen verharren trotz Rückkaufunterstützung nahe Mehrjahreshochs

Die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen blieben nahe ihren jüngsten Höchstständen, nachdem sie in dieser Woche die Märkte erschüttert hatten, während Sorgen über wachsende Staatsschulden, steigende Finanzierungskosten und anhaltende Inflation die Stimmung drückten. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, die Regierung könne nach der überraschenden Intervention vom Mittwoch weitere Anleiherückkäufe ausweiten. Rückkäufe sind ein noch relativ neues Instrument im Werkzeugkasten des US-Finanzministeriums; regelmäßige Rückkaufoperationen wurden 2024 als Instrument der Liquiditätssteuerung für den liquidesten Staatsanleihemarkt der Welt eingeführt. Nach soliden US-Dienstleistungsdaten setzten die Renditen am Freitag ihren Anstieg fort. Der Dollar notierte derweil nahe einem Dreimonatstief, gespeist von Sorgen über die Anleiherückkäufe des Schatzamts.

Hinweise zur Fed: PCE-Inflation und Warshs Rede in Jackson Hole

Die PCE-Inflationsdaten und Warshs Rede in Jackson Hole blieben im Blickpunkt für Hinweise auf die Federal Reserve, zumal die Märkte nach den Ausschlägen am Anleihemarkt in dieser Woche bereits angespannt waren. Der Preisindex für persönliche Konsumausgaben ist der bevorzugte Inflationsmaßstab der Fed, und das alljährliche Jackson-Hole-Symposium in Wyoming blickt auf eine lange Tradition als Ort zurück, an dem Notenbankvertreter Kurswechsel im politischen Ausblick signalisiert haben.

Irandruck treibt Öl in Richtung zweiten Wochenanstieg

Donald Trump drohte mit einem „wirtschaftlichen D-Day“ gegen den Iran, doch Teheran ist mit Sanktionen bestens vertraut. Öl verteuerte sich, als Trump Sanktionen gegen die Partner des Iran androhte, und Rohöl steuerte auf den zweiten Wochenanstieg in Folge zu, während die USA den Druck auf den Iran erhöhen. Die Risikoachse für Rohöl verläuft über die Straße von Hormuz, das Nadelöhr, durch das rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls fließt, weshalb die Preise auf jede Eskalation mit Teheran empfindlich reagieren. Auf der geopolitischen Bühne genehmigten die USA zudem einen möglichen Waffenverkauf im Wert von 125 Millionen US-Dollar an Südkorea.

Gold steigt auf Dreimonatshoch; Zink auf Vierjahreshoch

Gold stieg auf ein Dreimonatshoch, getragen von einem schwächeren Dollar und bullischer Charttechnik. Goldman Sachs erklärte, die Nachfrage nach Optionen könne Gold über die Prognose von 4.900 US-Dollar hinaustreiben, und Chris Wood von Jefferies hält Gold für die zweitbeste Absicherung angesichts des Iran-Kriegs und der fiskalischen Risiken. Zentralbanken, die in den vergangenen Jahren durchgängig Gold auf Nettoberbasis gekauft haben, bilden neben den Anlegern eine beständige Nachfragequelle. Bei den Industriemetallen erholte sich Kupfer infolge des schwächeren Dollars, während Zink ein Vierjahreshoch erreichte.

Bitcoin und KI im Fokus

Bitcoin kletterte auf seinen höchsten Stand seit Ende Mai und zog die Krypto-Aktien mit nach oben; Coinbase legte um knapp 10 % zu, da kryptobezogene Aktien häufig im Gleichlauf mit dem Token notieren. Die Aufmerksamkeit richtet sich zudem auf Nvidia, den dominierenden Lieferanten der Prozessoren hinter KI-Rechenzentren, dessen Quartalszahlen nach starken Ergebnissen des Sektors eine Bewährungsprobe für den KI-Aufschwung darstellen. Darüber hinaus erklärte Tschudin von der SNB, künstliche Intelligenz könne die Inflation nach oben treiben.

Unternehmens- und Übernahmemeldungen

Abseits der Indexcharts brachte der Tag eine umfangreiche Reihe von Unternehmensmeldungen. Tesla rief in China – nach den USA der zweitgrößte Markt des Konzerns – wegen Sicherheitsrisiken bei Türgriffen knapp 3 Millionen Fahrzeuge zurück, während Tesla und andere Hersteller im Land einen Rekordrückruf von Fahrzeugen starteten. Der KI-Cloud-Anbieter Nscale strebt einer Meldung von Bloomberg News zufolge bei einem Börsengang in den USA bis zu 3 Milliarden US-Dollar an. JPMorgan stellt Berichten zufolge David Fishman von der Bank of America als Leiter des Technologie-M&A ein. Citadel hat mehr als 80 % des Gesamtrisikos aus seinem Portfolio „Situational Awareness“ abgebaut. Eine niederländische Aufsichtsbehörde verhängte nach einem Dokument eine Geldstrafe von 966 Millionen US-Dollar gegen Uber wegen automatisierter Fahrersperrungen; vollautomatisierte Entscheidungen, die Einzelpersonen betreffen, unterliegen im europäischen Datenschutzregime der DSGVO strengen Regeln. Trotz der Belastungen dieser Woche verzeichneten US-Aktienfonds Zuflüsse.

Die Woche im Überblick

Die Woche endete mit tiefer stehenden Aktien trotz der Freitagserholung, mit Öl auf Kurs für den zweiten Wochenanstieg in Folge, Gold auf einem Dreimonatshoch und dem Dollar nahe einem Dreimonatstief.

Quelle: Economic-Times-Markets-Liveblog vom 21. August 2026