Vance: Die USA sprechen nicht mit dem Iran, solange Schiffangriffe nicht aufhören
Wichtige Erkenntnisse
- •US-Vizepräsident JD Vance erklärte, dass die USA keine Gespräche mit dem Iran führen werden, solange der Iran nicht aufhört, Schiffe anzugreifen.
- •Der Iran sucht offenbar durch die Störung der Schifffahrt in der Straße von Hormus, einer Hauptroute für globales Öl und LNG, nach Verhandlungsmacht.
- •Dem Iran gelingt es kaum, den Schiffsverkehr zu verlangsamen; er ist zu Angriffen auf Landziele in Kuwait übergegangen.
- •Die Rohölpreise sind in der vergangenen Woche um mehr als 10 Dollar gestiegen und bedrohen das Juli-Hoch von 93,50 Dollar.
- •Anhaltende Störungen rund um die Meerenge erhöhen die Transportversicherungskosten und die Umroutierungsherausforderungen für Rohölimporteure in Asien und Europa.

US-Vizepräsident JD Vance erklärte Berichten von investingLive zufolge, dass die Vereinigten Staaten keine Gespräche mit dem Iran führen werden, solange dieser nicht aufhört, Schiffe anzugreifen. Diese Bedingung knüpft jeden diplomatischen Ausweg unmittelbar an ein Ende der Angriffe zur See und hält beide Länder in einer Konfrontation gefangen, in der keine Seite einen offensichtlichen Anreiz hat, den ersten Schritt zu tun.
Die Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund eines laufenden Konflikts zwischen den USA und dem Iran, in dem der Iran offenbar durch die Störung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus Verhandlungsmacht zu gewinnen versucht, indem er den Ölpreis in die Höhe treibt. Die Meerenge ist einer der wichtigsten Nadelöhr-Punkte der Welt für Rohöl – ein erheblicher Anteil des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases passiert sie –, weshalb selbst teilweise Störungen dort die Preise weltweit in Bewegung versetzen. Die Vereinigten Staaten verfolgen ihrerseits eine Strategie, den Iran wirtschaftlich zu isolieren und dem Land erhebliche Kosten aufzuerlegen.
In der Mitte stehen die Menschen der Region und die weltweiten Käufer von Rohöl. Gegenwärtig gewinnt keine Seite, und ein kurzfristiger Durchbruch ist nicht in Sicht. Eine diese Woche diskutierte Idee war, dass Präsident Donald Trump den Sieg erklären und anderen überlassen könnte, Schiffe durch die Meerenge zu führen oder mit dem Iran zu verhandeln. Auf der anderen Seite gelingt es dem Iran nur schwer, den Schiffsverkehr zu verlangsamen, weshalb er stattdessen zu Angriffen auf Landziele in Kuwait übergegangen ist.
Es gibt Anzeichen, dass der Markt die Geduld – und das Angebot – verliert: Die Rohölpreise sind in der vergangenen Woche um mehr als 10 Dollar gestiegen und bedrohen das Juli-Hoch von 93,50 Dollar. Dieses Niveau dürfte kurzfristig als Wendepunkt dienen. Für Käufer gehen die Folgen der Konfrontation über die Zapfsäulenpreise hinaus: Anhaltende Störungen rund um die Meerenge erhöhen die Kosten für Transportversicherungen und stellen Importeure in Asien und Europa, die auf Golf-Rohöl angewiesen sind, vor Umroutungsfragen – Faktoren, die in früheren Tankerkonflikten der Region den Preisdruck historisch verstärkt haben. Als Nächstes ist zu beobachten, ob der Iran als Reaktion auf die US-Vorbedingung seine Angriffe auf die Schifffahrt zurückfährt – oder ob eine weitere Eskalation hin zu Landzielen wie Kuwait die Positionen auf beiden Seiten verhärtet und die diplomatische Tür geschlossen hält.
Quelle: investingLive