NachrichtenMakroWichtigste Ereignisse des Tages: Kanadas Arbeitsmarktbericht und US-NFP im Fokus, im Kontext von EZB und BoC

Wichtigste Ereignisse des Tages: Kanadas Arbeitsmarktbericht und US-NFP im Fokus, im Kontext von EZB und BoC

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Von der EZB wird bei der kommenden Sitzung allgemein eine Zinserhöhung erwartet, verbunden mit dem Signal geringerer Bereitschaft zu weiterer Straffung – ein „Anheben-und-Pause“-Szenario.
  • Für Kanadas Beschäftigungsveränderung im August werden 15.000 gegenüber zuvor 75.000 erwartet, bei einer Arbeitslosenquote von unverändert 6,4 %.
  • Die Bank of Canada hat die Zinsen in dieser Woche unverändert gelassen, dabei aber einen hawkischeren Ton angeschlagen, vor erhöhten Inflationsrisiken nach oben gewarnt und US-Zölle heruntergespielt – was einen breiten CAD-Anstieg befeuerte.
  • Für die US-Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft werden 56.000 gegenüber zuvor -23.000 erwartet, bei unveränderter Arbeitslosenquote von 4,1 % und einem erwarteten Rückgang des jährlichen Lohnwachstums auf 3,0 %.
  • Nur eine sehr starke oder sehr schwache US-Arbeitsmarktzahl dürfte die Märkte bewegen, da weniger der Konsensforecast als das Überraschungsrisiko der Hauptvolatilitätstreiber ist.
Wichtigste Ereignisse des Tages: Kanadas Arbeitsmarktbericht und US-NFP im Fokus, im Kontext von EZB und BoC

EUROPÄISCHE SITZUNG

Die europäische Sitzung bietet eine schwache Agenda mit nur wenigen zweitrangigen Veröffentlichungen wie den deutschen Industrieaufträgen und den Einzelhandelsumsätzen im Euroraum. Keine der beiden Veröffentlichungen hat genug Gewicht, um die Zins-Story des Euro allein zu verändern, wobei deutsche Industrieaufträge historisch eine volatile Monatsreihe mit starken Revisionen sind. Die Daten dürften für die EZB nichts ändern, weshalb die Marktreaktion gedämpft ausfallen sollte.

Zur Erinnerung: Von der EZB wird bei ihrer kommenden Sitzung allgemein eine Zinserhöhung erwartet, gleichzeitig sollten die Entscheider aber signalisieren, weniger Appetit auf weitere Straffung zu haben. Das bedeutet, dass die Messlatte für zusätzliche Zinserhöhungen deutlich höher liegen wird – ein klassisches „Anheben-und-Pause“-Szenario, bei dem die Notenbank einen letzten Schritt vollzieht und die Erwartungen von einem verlängerten Straffungszyklus wegführt.

AMERIKANISCHE SITZUNG

Die amerikanische Sitzung bringt Kanadas Arbeitsmarktbericht und die US-Beschäftigungsstatistik außerhalb der Landwirtschaft (NFP). Für Kanadas Beschäftigungsveränderung im August werden 15.000 gegenüber zuvor 75.000 erwartet, bei einer unveränderten Arbeitslosenquote von 6,4 %. Die Daten dürften den geldpolitischen Ausblick der Bank of Canada kaum beeinflussen, da der Fokus auf der Inflation liegt. Ein sehr starker Bericht könnte dem CAD jedoch Auftrieb geben, nachdem die BoC eine hawkischere Zinsentscheidung als erwartet getroffen hat.

Zur Erinnerung: Die BoC hat in dieser Woche die Zinsen wie erwartet unverändert gelassen, dabei aber eine hawkischere Haltung als erwartet eingenommen. Die Notenbank strich den Verweis darauf, dass der Leitzins „angemessen“ sei, und warnte, dass die Inflationsrisiken nach oben gestiegen sind. Zudem spielte die BoC überraschend die jüngsten US-Zölle herunter. Der CAD legte nach der Entscheidung entsprechend breit deutlich zu und bleibt sensibel für Daten, die die Erzählung einer längeren Straffung stützen.

Für die US-NFP werden 56.000 gegenüber zuvor -23.000 erwartet, bei unveränderter Arbeitslosenquote von 4,1 %. Die durchschnittlichen Stundenlöhne dürften im Jahresvergleich um 3,0 % gegenüber zuvor 3,2 % steigen, im Monatsvergleich um 0,3 % gegenüber zuvor 0,1 %. Der Beschäftigungsbericht ist eine der letzten großen Arbeitsmarktdaten vor der September-Entscheidung der Fed, wichtiger wird jedoch der CPI-Bericht sein, da er darüber entscheidet, ob die Fed im September erhöht oder mindestens einen weiteren Monat abwartet.

Das bedeutet: Die Marktreaktion dürfte begrenzt sein, wenn die US-Arbeitsmarktdaten konform oder nur moderat schwächer bzw. stärker ausfallen, da dies für die Fed nichts ändern würde. Ein sehr starker oder sehr schwacher Wert wäre wohl nötig, um den Markt spürbar zu bewegen, wenn die Zinserwartungen neu bewertet werden – womit weniger der Konsensforecast selbst als das Überraschungsrisiko der Haupttreiber der Volatilität rund um die Veröffentlichung ist.

NOTENBANKREDENER

08:50 GMT/04:50 ET – BoE-Gouverneur Bailey (neutral – stimmberechtigt)

09:00 GMT/05:00 ET – EZB: Lane (neutral – stimmberechtigt)