US-Dollar legt zu, da Beschäftigungskosten zweiten Quartal in Folge um 0,9 % steigen und Renditen ziehen an
Wichtige Erkenntnisse
- •Der US-Beschäftigungskostenindex stieg im zweiten Quartal in Folge um 0,9 %, was einem annualisierten Arbeitskostenwachstum von rund 3,7 % entspricht.
- •Vertreter der Federal Reserve betrachten ECI-Werte als wichtiges Instrument zur Beurteilung, ob die Inflation nachhaltig in Richtung des 2 %-Ziels zurückkehrt, da Arbeitsmarktanspannung und Lohnwachstum die Inflation im Dienstleistungsbereich hoch halten könnten.
- •Der US-Dollar stärkte sich nach der Datenveröffentlichung gegenüber den wichtigsten Währungspaaren, wobei EURUSD die Unterstützung zwischen 1,1471 und 1,1482 testete und GBPUSD in Richtung der konvergierten 100-Tage- und 200-Tage-Durchschnitte fiel.
- •Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen auf neue Sitzungshochs, wobei die 10-jährige Rendite 4,730 % erreichte – ein Anstieg um 6,9 Basispunkte – ein Niveau, das Hypotheken- und Unternehmenskreditkosten breit beeinflusst.
- •Die 30-jährige Staatsanleihenrendite erreichte 5,260 % und verzeichnete damit den größten Anstieg aller Schlüssellaufzeiten mit 5,5 Basispunkten in dieser Sitzung.

Die US-Beschäftigungskostendaten stiegen im zweiten Quartal in Folge um solide 0,9 % und spiegeln damit den anhaltenden Aufwärtsdruck auf Löhne und Sozialleistungen wider. Der Beschäftigungskostenindex (Employment Cost Index, ECI), der vom US Bureau of Labor Statistics veröffentlicht wird, wird von der Federal Reserve als umfassendes Maß für die Arbeitskosteninflation eng beobachtet und gehört zu den Indikatoren, auf die die geldpolitischen Entscheidungsträger zurückgreifen, wenn sie beurteilen, ob der Preisdruck nachhaltig in Richtung des 2 %-Inflationsziels der Fed zurückkehrt.
In einem Umfeld hoher Inflation sind Löhne und Sozialleistungen, die mit den steigenden Preisen Schritt halten, entscheidend, damit Verbraucher ihre Kaufkraft erhalten. Ohne solche Zuwächse fallen Haushalte zunehmend zurück. Die neuesten Daten zeigen, dass die Löhne weiter stiegen – im laufenden Quartal um 0,9 % – und auch die Sozialleistungen zunahmen. Allerdings bringen vierteljährliche Arbeitskostensteigerungen von nahezu 1 % – was annualisiert rund 3,7 % entspricht – Kompromisse mit sich, da einige Arbeitnehmer deutlich höhere Vergütungen erhalten könnten, während andere den Anschluss verlieren. Vertreter der Fed haben wiederholt auf die Anspannung am Arbeitsmarkt und das Lohnwachstum als Faktoren hingewiesen, die die Inflation im Dienstleistungsbereich hoch halten könnten, weshalb ECI-Werte ein wiederkehrender Maßstab in den geldpolitischen Beratungen sind.
Nach der Veröffentlichung stieg der US-Dollar gegenüber den wichtigsten Währungspaaren an, da die Märkte die Implikationen der widerstandsfähigen Arbeitskosten für die Zinsentwicklung abwogen.
EURUSD: Das Währungspaar fiel auf ein neues Sitzungstief und testete dabei eine Schwankungszone zwischen 1,1471 und 1,1482. Ein Bruch unterhalb dieser Zone würde als deutlich bärisch eingestuft, während ein Aufprall darauf hindeuten würde, dass Käufer versuchen, die relevanten Unterstützungsniveaus zu halten. Die 38,2 %-Fibonacci-Retracement stoppte eine korrektive Erholung in der Europäischen Sitzung und gab den Verkäufern den Anstoß, das Paar weiter nach unten zu drücken.
GBPUSD: Das Paar fiel auf ein neues Tief und testet die konvergierten 100-Tage- und 200-Tage-Durchschnitte – ein Schlüsselniveau für Käufer und Verkäufer gleichermaßen.
USDCHF: Das Paar stieg weiter in eine Schwankungszone zwischen 0,8108 und 0,8119. Ein Ausbruch über diese Zone würde die 100-Stunden- und 200-Stunden-Durchschnitte im Bereich von 0,8150 ins Visier nehmen.
Auch die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen weiter und erreichten neue Sitzungshochs. Die 10-jährige Rendite bei rund 4,73 % ist ein Niveau, das Hypothekenzinsen und Unternehmenskreditkosten breit beeinflusst:
- 2-jährige: 4,303 %, plus 7,4 Basispunkte
- 5-jährige: 4,451 %, plus 7,8 Basispunkte
- 10-jährige: 4,730 %, plus 6,9 Basispunkte
- 30-jährige: 5,260 %, plus 5,5 Basispunkte