Dollar-Erholung verliert an Momentum, da USD/CAD und USD/CHF ihre Rückgänge fortsetzen
Wichtige Erkenntnisse
- •Langfristige Renditen von US-Staatsanleihen fielen nach Berichten über mögliche Ausweitungen der Anleiherückkäufe durch das Finanzministerium und setzten den Dollar unter Druck.
- •Geopolitische Spannungen im Zusammenhang mit Iran stützen den Dollar weiterhin als sicheren Hafen, der Effekt bleibt jedoch begrenzt.
- •Die Märkte warten auf revidiertes BIP für das zweite Quartal, die Kern-PCE-Inflation, persönliche Einkommen und Ausgaben sowie Auftragseingänge langlebiger Güter.
- •Die Prognosen sehen eine Abwärtsrevision des BIP-Wachstums auf 1.5% vor, während der Kern-PCE voraussichtlich um 3.3% im Jahresvergleich und 0.2% im Monatsvergleich steigen dürfte.
- •USD/CHF und USD/CAD haben ihre Rückgänge wieder aufgenommen; Händler achten auf die bevorstehenden US-Daten und Äußerungen der Federal Reserve.

Der US-Dollar hat seinen Rückgang nach einer Korrektur-Erholung wieder aufgenommen, da die Unterstützung für die Währung nicht ausreichte, um die Erholung aufrechtzuerhalten. Der Verkaufsdruck nahm zu, nachdem die langfristigen Renditen von US-Staatsanleihen fielen, ausgelöst durch Berichte, dass das US-Finanzministerium bereit sei, seine Anleiherückkaufprogramme auszuweiten. Größere Rückkäufe stützen den Markt für Staatsanleihen und können zu niedrigeren Renditen beitragen, wodurch der Zinsvorteil des Dollars sinkt und seine Erholung begrenzt wird.
Gleichzeitig stützen die geopolitischen Spannungen rund um Iran weiterhin die Nachfrage nach dem US-Dollar als sicheren Hafen. Bislang war dieser Faktor jedoch nicht stark genug, um einen nachhaltigen Anstieg der Währung zu erzeugen.
Der Schritt erfolgt vor einem dichten US-Datenkalender, der helfen könnte zu klären, ob der jüngste Rückgang des Dollars vor allem eine Reaktion auf Zinsen und Renditen ist oder Teil einer breiteren Neubewertung der Aussichten. Heute richten sich die Märkte auf revidierte BIP-Zahlen für das zweite Quartal, den Kernpreisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE), Daten zu persönlichen Einkommen und Ausgaben sowie Auftragseingänge für langlebige Güter.
Die Prognosen deuten darauf hin, dass das US-BIP-Wachstum von 2.1% auf 1.5% nach unten revidiert werden könnte, während der Kern-PCE-Preisindex ein jährliches Wachstum von 3.3% und einen monatlichen Anstieg von 0.2% zeigen dürfte. Eine Kombination aus schwächerem Wirtschaftswachstum und anhaltendem Inflationsdruck könnte die geldpolitischen Entscheidungen der Federal Reserve erschweren und die Entscheidungsträger zwingen, das Risiko wirtschaftlicher Schwäche gegen die Notwendigkeit abzuwägen, die Inflation unter Kontrolle zu halten. Die Märkte werden außerdem die Äußerungen von Vertretern der Federal Reserve aufmerksam verfolgen, um Hinweise darauf zu erhalten, wie die Geldpolitik die aktuellen Inflationsrisiken und Anzeichen einer wirtschaftlichen Abschwächung einschätzt.
USD/CHF
USD/CHF fiel nach einem Anstieg auf 0.8045 in der vergangenen Woche wieder in Richtung 0.8000 zurück und bildete dabei ein Dark-Cloud-Cover-Muster.
Wenn die Dollarschwäche anhält, könnte das Paar unter 0.7980 fallen und sich in Richtung des jüngsten Tiefs bei etwa 0.7950 bewegen. Das bärische Szenario wäre ungültig, wenn sich der Kurs deutlich über 0.8045 etabliert.
Wichtige Ereignisse für USD/CHF:
- heute um 11:00 (GMT+3): Schweizer ZEW-Konjunkurerwartungen
- heute um 15:30 (GMT+3): US-Kernpreisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE)
- heute um 15:30 (GMT+3): US-BIP
USD/CAD
USD/CAD hat nach einem erfolglosen Versuch, die jüngste Erholung auszuweiten, ebenfalls seinen Rückgang wieder aufgenommen. Die technische Analyse deutet auf eine mögliche Bewegung in den Bereich von 1.3740–1.3780 hin, nachdem sich im Tageschart ein Dark-Cloud-Cover-Muster gebildet hat.
Eine erneute Korrektur-Erholung könnte entstehen, wenn sich das Paar deutlich über 1.3870 etabliert.
Wichtige Ereignisse für USD/CAD:
- heute um 15:30 (GMT+3): kanadische Großhandelsumsätze
- heute um 17:30 (GMT+3): US-Rohöllagerbestände
- heute um 18:45 (GMT+3): Rede von Thomas Barkin, Mitglied des Federal Open Market Committee (FOMC)
Die Erholung des Dollars verliert angesichts sinkender Treasury-Renditen an Momentum, obwohl geopolitische Spannungen die US-Währung als sicheren Hafen weiterhin etwas stützen. Für USD/CAD und USD/CHF sind damit die heutigen US-Daten und die Fed-Kommentare die wichtigsten kurzfristigen Impulsgeber, wobei die Reaktion auf Renditen und Inflationsdaten wahrscheinlich darüber entscheidet, ob sich die jüngste Korrektur ausweitet oder einer weiteren Erholung Platz macht.