Indikatoren des wirtschaftlichen Verbrauchervertrauens stabilisieren sich nahe des Vorkriegsniveaus, bleiben aber unter dem Pre-Trump-Basiswert
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Indizes der University of Michigan und der Conference Board haben sich nahe der Vorkriegsniveaus vor dem US-iranischen Krieg stabilisiert, liegen aber noch 2,2 bis 2,4 Standardabweichungen unter ihren Vorzoll-Basiswerten.
- •Die Gallup-Messgröße für wirtschaftliches Vertrauen zeigt einen vergleichsweise geringeren Rückgang und liegt 1,1 Standardabweichungen unter ihrem Vorzoll-Niveau.
- •Die Ankündigung der 'Liberation Day'-Zölle im April 2025 und der Beginn des US-iranischen Krieges korrespondierten beide mit deutlichen Verschiebungen in den Vertrauensverläufen aller drei Indikatoren.
- •Die jüngste teilweise Erholung des Michigan-Vertrauensindex scheint mit sinkenden US-Einzelhandelspreisen für Benzin zu korrelieren, laut Daten der EIA.
- •Die unterschiedliche Reaktion der Indizes auf die jüngsten Schocks spiegelt Variationen im Survey-Design wider, wobei die Conference Board den Bewertungen des Arbeitsmarktes mehr Gewicht beimisst und die Erhebung der University of Michigan die von der Federal Reserve beobachteten Inflationserwartungen erfasst.

Aktuelle Werte der wichtigsten US-Indikatoren für Verbrauchervertrauen und Konsumzuversicht zeigen Anzeichen einer Stabilisierung. Sowohl der endgültige Vertrauensindex der University of Michigan als auch der Consumer Confidence Index der Conference Board nähern sich den Niveaus, die vor Beginn des US-iranischen Krieges verzeichnet wurden. Beide Messgrößen bleiben jedoch im Vergleich zum Zeitraum vor dem Inkrafttreten der Zollpolitik der Trump-Regierung deutlich gedrückt.
Konkret liegen die Indizes der University of Michigan und der Conference Board derzeit etwa 2,2 bis 2,4 Standardabweichungen unter ihren Vorzoll-Niveaus, basierend auf einer Normalisierung für den Zeitraum von Januar 2021 bis Februar 2025 (jede Reihe wurde bereinigt und durch ihre Standardabweichung in diesem Zeitraum geteilt). Die Gallup-Messgröße für das wirtschaftliche Vertrauen zeigt einen vergleichsweise geringeren Rückgang und liegt 1,1 Standardabweichungen unter ihrem Vorzoll-Basiswert.
Die Analyse bezieht sich auf zwei markante Wendepunkte, die im standardisierten Diagramm eingezeichnet sind: eine orange gestrichelte Linie, die den „Liberation Day" kennzeichnet – die Ankündigung umfassender reziproker Zölle im April 2025 –, sowie eine violett gestrichelte Linie, die den Beginn des US-iranischen Krieges markiert. Beide Ereignisse entsprechen deutlichen Verschiebungen in den Vertrauensverläufen aller drei Indikatoren. Die unterschiedliche Reaktion der einzelnen Indizes auf diese Schocks spiegelt Unterschiede im Survey-Design wider: Der Index der Conference Board legt größeres Gewicht auf die Bewertung des Arbeitsmarktes durch die Befragten, während die Erhebung der University of Michigan sowohl die aktuelle Wirtschaftslage als auch vorausschauende Erwartungen erfasst – einschließlich einer genau beobachteten Reihe für Ein- und Fünf-Jahres-Inflationserwartungen, die von der Federal Reserve als Eingangsgröße für ihre politischen Beratungen herangezogen wird.
Quellen für den standardisierten Vergleich umfassen die University of Michigan Surveys of Consumers, den Conference Board Consumer Confidence Index, Gallup sowie die Berechnungen des Autors.
Die im Vertrauensindex der University of Michigan zu beobachtende teilweise Erholung scheint – zumindest optisch – mit der Entwicklung der Benzinpreise zu korrelieren. Ein Begleitdiagramm, das den Consumer Sentiment Index der University of Michigan neben dem US-Einzelhandelspreis für Benzin (auf einer logarithmischen Skala) darstellt, lässt darauf schließen, dass sinkende Kraftstoffkosten zu der jüngsten Verbesserung der Verbraucherstimmung beitragen könnten. Die Daten zu den Benzinpreisen stammen von der U.S. Energy Information Administration (EIA).
Historisch betrachtet wiesen die Indikatoren für das Verbrauchervertrauen nur eine lose Beziehung zum tatsächlichen Wachstum der Haushaltsausgaben auf, was bedeutet, dass gedrückte Werte nicht zwangsläufig zu proportionalen Rückgängen beim Konsum führen. Dennoch waren anhaltende Vertrauensrückgänge – insbesondere wenn sie mehrere Umfragen betrafen – in früheren Wirtschaftszyklen mit schwächeren Konsumausgaben verbunden.
Die University of Michigan Surveys of Consumers und der Conference Board Consumer Confidence Index gehören zu den am häufigsten beobachteten Messgrößen für die Verbraucherstimmung in den USA. Die monatlich durchgeführte Erhebung der University of Michigan erfasst die Bewertung der aktuellen Wirtschaftsbedingungen durch private Haushalte sowie deren Erwartungen für das kommende Jahr. Der Index der Conference Board, ebenfalls monatlich veröffentlicht, basiert auf einer schriftlichen Haushaltsbefragung und wird von Ökonomen und politischen Entscheidungsträgern genau beobachtet, da er Hinweise auf die zukünftigen Konsumausgaben liefert, die einen beträchtlichen Anteil des US-Bruttoinlandsprodukts ausmachen. Die Gallup-Messgröße für wirtschaftliches Vertrauen, die auf Telefoninterviews basiert, fasst die Bewertungen der aktuellen Wirtschaftsbedingungen durch amerikanische Bürger sowie deren Wahrnehmung zusammen, ob sich die Wirtschaft verbessert oder verschlechtert.