NachrichtenKryptoSüdkorea kauft XRP: Upbit-Handelsvolumen steigt um 273 Prozent

Südkorea kauft XRP: Upbit-Handelsvolumen steigt um 273 Prozent

Autor: Crypto Valley Journal·

Wichtige Erkenntnisse

  • Upbit, die größte Kryptobörse Südkoreas, setzte innerhalb von 24 Stunden ein Handelsvolumen von 1,84 Milliarden US-Dollar um – ein Anstieg um 273 Prozent und der höchste Tageswert seit Mitte März 2026.
  • XRP führte den Umsatz sowohl auf Upbit als auch auf Bithumb an, steuerte auf Upbit 418,9 Millionen US-Dollar bei und stieg um 25,2 Prozent auf 1,37 US-Dollar, während Bitcoin um 13,2 Prozent auf rund 77.700 US-Dollar kletterte.
  • Das Handelsvolumen von Bithumb stieg um 132,9 Prozent auf 934,9 Millionen US-Dollar, wodurch der kombinierte Tagesumsatz der beiden Börsen fast 2,8 Milliarden US-Dollar erreichte.
  • Die Rallye hatte ihren Ursprung außerhalb Südkoreas und wurde von der erweiterten Ankündigung des US-Finanzministeriums zu Anleihe-Rückkäufen angetrieben; Bitcoin zog bereits zu, bevor die koreanischen Börsen reagierten – ein Hinweis auf eine globale Bewegung statt auf lokale Nachfrage.
  • Beide Börsenbetreiber meldeten ein schwaches erstes Halbjahr 2026: Dunamus operativer Umsatz sank um 49,1 Prozent, und Bithumb verzeichnete einen Nettoverlust von 108,7 Milliarden Won, während das Volumen aller fünf lizenzierten Börsen im zweiten Quartal um 49,5 Prozent auf 146,4 Milliarden US-Dollar fiel.
Südkorea kauft XRP: Upbit-Handelsvolumen steigt um 273 Prozent

Im Gefolge der jüngsten Bitcoin-Rallye stieg das Handelsvolumen von Upbit um 273 Prozent. Innerhalb von 24 Stunden setzte die südkoreanische Kryptobörse 1,84 Milliarden US-Dollar um – das höchste Tagesvolumen seit Mitte März 2026.

Upbit ist die größte Kryptobörse Südkoreas und gehört zum Betreiber Dunamu. Auf der Plattform tauschen Anleger die Landeswährung Won gegen Kryptowährungen. Nach südkoreanischen Vorschriften erfordert der Won-Handel eine Bankpartnerschaft mit Klarnamenkonto, über die nur fünf Börsen im Land verfügen. Zuletzt setzte Upbit fast doppelt so viel Volumen um wie Bithumb. Zuvor hatte ein Bärenmarkt Bitcoin von rund 90.000 US-Dollar auf 60.000 US-Dollar gedrückt – ein Rückgang, der seit Anfang 2026 anhielt. Zur gleichen Zeit hatte sich der Leitindex KOSPI im ersten Halbjahr dank des Halbleiterbooms bei Samsung Electronics und SK Hynix fast verdoppelt. Koreanisches Kapital floss daher in Aktien statt in Token. Jetzt kehrt ein Teil davon zurück. Auf Upbit führte XRP die Rangliste mit 418,9 Millionen US-Dollar an. Bithumb, die Nummer zwei des Landes, meldete ebenfalls einen Anstieg um 132,9 Prozent.

XRP führt die Handelsvolumen-Rallye bei Upbit und Bithumb an

Mit 1,84 Milliarden US-Dollar binnen 24 Stunden erreichte Upbit seinen höchsten Tagesumsatz seit Mitte März 2026. Der Wert liegt nahezu beim Vierfachen des Vortages. XRP führte das Geschehen an und steuerte allein 418,9 Millionen US-Dollar bei, gefolgt von Bitcoin, dem Stablecoin USDT und Ether. Die Rangliste fällt auf, weil nicht Bitcoin, sondern ein Altcoin den größten einzelnen Umsatzanteil lieferte. Für koreanische Privatanleger ist das weniger ungewöhnlich, als es anderswo wirken mag: Der Handel an lokalen Handelsplätzen ist seit langem zu großen Altcoins hin verzerrt, und XRP zählte auf Upbit und Bithumb regelmäßig zu den meistgehandelten Assets.

Bithumb, landesweit die Nummer zwei nach Volumen, verzeichnete einen Anstieg um 132,9 Prozent auf 934,9 Millionen US-Dollar. Auch dort stand XRP an der Spitze der meistgehandelten Assets, wobei der Anstieg nur halb so stark ausfiel wie bei Upbit. Zusammen setzten die beiden Börsen damit an einem einzigen Tag fast 2,8 Milliarden US-Dollar um.

Die Kursbewegungen passen zu dieser Rangliste. Bitcoin notierte bei rund 77.700 US-Dollar und damit 13,2 Prozent höher als 24 Stunden zuvor. Ether legte vergleichsweise moderat um 8,4 Prozent auf etwa 2.387 US-Dollar zu. XRP hingegen sprang um 25,2 Prozent auf 1,37 US-Dollar. Das koreanische Volumen konzentrierte sich somit auf das Asset mit dem stärksten Tagesgewinn: Ein einziger Altcoin machte gut ein Fünftel des Upbit-Umsatzes aus.

Der Impuls für die Bitcoin-Rallye kam aus Washington

Die Erholung begann nicht in Seoul. Als Auslöser gilt die erweiterte Ankündigung des US-Finanzministeriums, eigene Anleihen zurückzukaufen. Bei einem solchen Rückkauf nimmt das Ministerium ausstehende Papiere vom Markt und ersetzt sie durch neue Emissionen. Die Märkte deuten solche Operationen als Signal für zusätzliche Liquidität, wovon riskante Assets in der Regel zuerst profitieren. Bitcoin legte anschließend innerhalb von zwei Handelstagen deutlich zu. Erst danach reagierten die koreanischen Börsen.

Für Anleger in Südkorea traf der Impuls zudem auf ein verändertes Umfeld. Seit Ende Juni schwankt der heimische Aktienmarkt stärker, und viele Anleger blieben auf die Halbleiter-Rallye fokussiert.

Der Volumensprung bei Upbit ist daher das Ergebnis einer globalen Bewegung, nicht ihr Ursprung. Ein koreanischer Volumensprung ohne vorangegangenen globalen Impuls würde hingegen eine eigene Nachfrage signalisieren. Der aktuelle Anstieg zeigt Anleger, die einer bereits laufenden Rallye folgen. Wie weit die Wirkung trägt, entscheiden daher die Märkte außerhalb Südkoreas. Ein Maßstab, mit dem Beobachter echte lokale Nachfrage von einer globalen Bewegung unterscheiden, ist die sogenannte Kimchi-Prämie – die Spanne zwischen den Preisen an koreanischen Börsen und globalen Referenzwerten. Historisch hat sie sich in Momenten starker inländischer Käufe ausgeweitet und erreichte zu ihrem Höhepunkt Anfang 2018 mehr als 40 Prozent.

Südkoreas Kryptobörsen verloren während des KOSPI-Booms an Boden

Die Rückkehr trifft auf Börsen, die gerade ein schwaches Halbjahr gemeldet haben. Der Upbit-Betreiber Dunamu buchte im ersten Halbjahr 2026 einen operativen Umsatz von 408,1 Milliarden Won (289 Millionen US-Dollar) – ein Rückgang um 49,1 Prozent. Der operative Gewinn brach ebenfalls um 79,7 Prozent auf 111,5 Milliarden Won (79 Millionen US-Dollar) ein. Unterm Strich blieben 108,4 Milliarden Won (77 Millionen US-Dollar) übrig, 74,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Bithumb erging es schlechter. Der Umsatz sank um 48,7 Prozent auf 168,8 Milliarden Won (120 Millionen US-Dollar) – ein Rückgang, der fast identisch mit dem von Dunamu ausfiel. Der operative Gewinn schrumpfte um 83,4 Prozent auf 14,9 Milliarden Won (11 Millionen US-Dollar). Ein Nettogewinn von 55 Milliarden Won wandelte sich am Ende in einen Nettoverlust, der 108,7 Milliarden Won (77 Millionen US-Dollar) erreichte. Der Umsatz beider Börsen stammt überwiegend aus Handelsgebühren, weshalb der Gewinneinbruch deutlich tiefer ausfiel als der Umsatzrückgang. Diese Abhängigkeit wirkt auch in die andere Richtung: Weil Gebühreneinnahmen mit dem Umsatz skalieren, werden die nächsten Quartalsveröffentlichungen der Börsen zeigen, ob sich Tage mit hohem Volumen wie der aktuelle langsam in den Erträgen niederschlagen.

Über alle fünf lizenzierten Börsen hinweg sank das Handelsvolumen im zweiten Quartal auf 146,4 Milliarden US-Dollar – ein Rückgang um 49,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Beide Häuser führten dies auf eine Liquiditätsverengung am globalen Kryptomarkt zurück, die die Anlegerstimmung geschwächt hatte.

Der Kontrast zum heimischen Aktienmarkt ist ebenso deutlich. Bitcoin verlor im ersten Halbjahr mehr als 30 Prozent, und Ethereum fiel von 3.000 US-Dollar auf rund 1.600 US-Dollar, während der KOSPI im selben Zeitraum um fast 100 Prozent stieg. Kapital und Aufmerksamkeit verlagerten sich in der Folge zu Samsung Electronics, SK Hynix und dem KI-Speicherboom. Ein Handelstag im Wert von 1,84 Milliarden US-Dollar ändert an dieser Bilanz vorerst wenig.