NachrichtenMakroWachstum der britischen Industrie verliert an Schwung, während wirtschaftliche Risiken aufziehen

Wachstum der britischen Industrie verliert an Schwung, während wirtschaftliche Risiken aufziehen

Autor: City AM Markets·

Wichtige Erkenntnisse

  • Der PMI der britischen Industrie sank von 51,9 im Juli auf 51,7 im August und signalisiert eine langsamere, aber weiterhin anhaltende Expansion.
  • Die Branche verzeichnet seit zehn aufeinanderfolgenden Monaten PMI-Zuwächse, nachdem die Produktion im Großteil des Jahres 2025 geschrumpft war.
  • Das Geschäftsklima erreichte ein Sechsmonatshoch, und die Beschäftigungszunahme war die stärkste seit zwei Jahren.
  • Kleinere Hersteller verzeichneten Rückgänge bei Produktion und Neuaufträgen, während größere Unternehmen im Monat besser abschnitten.
  • Analysten warnten, dass steigende Energiepreise und die Unsicherheit durch den Nahostkonflikt Risiken für die Branche im restlichen Jahr darstellen.
Wachstum der britischen Industrie verliert an Schwung, während wirtschaftliche Risiken aufziehen

Das Wachstum des verarbeitenden Gewerbes verlangsamte sich im August, da kleinere Unternehmen Mühe hatten, neue Aufträge zu gewinnen, wie S&P Global berichtet.

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) sank von 51,9 im Juli auf 51,7 im August. Der PMI, ein genau beobachteter, monatlich auf Umfragen basierender Indikator für die Geschäftslage, betrachtet 50 als neutrale Marke zwischen Expansion und Kontraktion. Die Leserate zeigt somit, dass die Aktivität zwar langsamer, aber weiterhin zunahm. Der PMI der Branche liegt nun seit zehn aufeinanderfolgenden Monaten im Wachstumsbereich, nachdem die Produktion im Großteil des Jahres 2025 geschrumpft war – ein Zeichen dafür, wie jung die Erholung der britischen Industrieproduktion noch ist.

Rob Dobson, Direktor bei S&P Global, sagte, es gebe "weiterhin Anzeichen für anhaltenden Optimismus", da das Geschäftsklima auf ein Sechsmonatshoch stieg. Auch die Beschäftigungszunahme erreichte den stärksten Stand seit zwei Jahren – ein positives Signal inmitten eines schwierigen Beschäftigungsumfelds im ganzen Land.

"Dies deutet darauf hin, dass die Verlangsamung [des PMI] hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass Unternehmen angesichts nachlassender wirtschaftlicher Unsicherheit weniger Wert auf den Aufbau vorsorglicher Lagerbestände legen – zumal in- und ausländische Kunden weiterhin bereit sind auszugeben, wenn auch mit einem relativ hohen Maß an Vorsicht", sagte Dobson.

Laut den Forschern stand der Anstieg der Beschäftigung in Zusammenhang mit höheren Auftragseingängen und dem Bemühen, Auftragsrückstände abzubauen. Größere Hersteller schnitten im Monat besser ab, während kleinere Produzenten Rückgänge bei Produktion und Neuaufträgen verzeichneten.

Industrie wird von höheren Energiekosten getroffen

Energiekosten belasten britische Fabriken seit Langem: Britische Industrieunternehmen zahlen historisch gesehen mehr für Strom als viele europäische Wettbewerber, was die Branche besonders anfällig für weitere Preissteigerungen macht.

Cara Haffey, die bei PwC UK für den Industriebereich verantwortlich ist, sagte, die Unternehmen würden sich vor allem darum sorgen, dass die jüngste Reihe positiver Ergebnisse von Bestand habe. Niedrige Energiekosten zu erhalten und die verbesserte Nachfrage zu nutzen, sei für die Zukunft der Branche "entscheidend".

"Wenn die Regierung ihre Prioritäten abwägt, wird für viele Unternehmen im Mittelpunkt stehen, wie schnell politische Zusagen in niedrigere Kosten, größere Sicherheit und stärkere Anreize für Investitionen umgesetzt werden", sagte Haffey.

Matt Swannell, Chefökonomischer Berater des ITEM Club, warnte, dass steigende Energiepreise weiterhin zu höheren Geschäftskosten führen würden.

"Wir erwarten, dass der Rest dieses Jahres für den Industriesektor schwierig wird", sagte Swannell. "Der Konflikt im Nahen Osten ist in dieser Hinsicht die größte Unbekannte und bleibt eine zentrale Quelle der Unsicherheit für die Unternehmen."