Citi/YouGov-Umfrage zeigt, dass die Inflationserwartungen im Vereinigten Königreich in Richtung der Niveaus vor dem Iran-Krieg sinken
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Inflationserwartungen britischer Haushalte für die kommenden zwölf Monate fielen laut Citi/YouGov-Umfrage im Juni von 4,7% auf 3,8%.
- •Auch die längerfristigen Inflationserwartungen gingen zurück und sanken von 4,0% im Mai auf 3,9% im Juni.
- •Die Juli-Werte zeigten eine Fortsetzung des Abwärtstrends: 3,4% bei den Erwartungen für ein Jahr und 3,7% bei den längerfristigen Erwartungen.
- •Früher im Jahr 2026 waren die Inflationserwartungen nach geopolitischen Spannungen im Zusammenhang mit Iran und höheren Energiepreisen stark gestiegen.
- •Die Bank of England betrachtet die Umfrage als wichtigen Indikator; der jüngste Rückgang könnte den Druck auf einen restriktiven geldpolitischen Kurs verringern.

Britische Verbraucher sehen die Inflation inzwischen deutlich entspannter, und das Timing sorgt für Aufmerksamkeit. Die jüngste Citi/YouGov-Umfrage zeigt, dass die Inflationserwartungen britischer Haushalte stark zurückgegangen sind und wieder nahe an den im Januar 2026 verzeichneten Werten liegen, bevor geopolitische Spannungen im Nahen Osten die Energiepreise und die Nervosität der Verbraucher nach oben trieben.
Die Inflationserwartungen für die kommenden zwölf Monate fielen im Juni von 4,7% im Mai auf 3,8%. Das ist ein Rückgang um fast einen Prozentpunkt in nur einem Monat – eine Bewegung, die die Aufmerksamkeit der Bank of England schnell auf sich ziehen dürfte.
Die Zahlen zeichnen ein klares Bild
Der Rückgang beschränkt sich nicht auf den kurzfristigen Horizont. Auch die längerfristigen Erwartungen, die einen Zeitraum von fünf Jahren oder mehr abdecken, gaben nach und fielen von 4,0% im Mai auf 3,9% im Juni.
Zum Vergleich lohnt der Blick auf den Stand nur wenige Monate zuvor. Im März 2026 schnellten die kurzfristigen Inflationserwartungen auf 5,4% nach oben, der höchste Wert seit den 3,3% im Februar. Auch die längerfristigen Erwartungen erreichten im selben Monat 4,5%. Die Ursache war offensichtlich: Geopolitische Spannungen im Zusammenhang mit Iran lösten einen Anstieg der Energiepreise aus, der sich rasch auf die Verbraucherstimmung übertrug.
Die Juli-Daten bestätigten den Abwärtstrend weiter, wobei die Erwartungen für ein Jahr auf 3,4% und die längerfristigen Erwartungen auf 3,7% zurückgingen. Diese Werte liegen komfortabel nahe an den Niveaus vor dem Konflikt im Januar, bevor die Iran-Situation eskalierte.
Die Umfrage wird seit mehr als zwei Jahrzehnten monatlich durchgeführt und erfasst die Einschätzungen der Haushalte zur Inflation seit mindestens 2005. Die BoE betrachtet sie als wichtiges Signal bei der Feinabstimmung der Geldpolitik.
Eine auffällige Diskrepanz zu den Energiemärkten
Besonders interessant ist diese Umfrage vor dem Hintergrund der Entwicklungen an den Energiemärkten. Die globalen Öl- und Gaspreise sind gestiegen, ein Muster, das normalerweise die Inflationserwartungen nach oben treibt. Britische Haushalte scheinen dies jedoch zu ignorieren.
Der Rückgang der Erwartungen wird mit einem nachlassenden Druck bei den Energiepreisen nach den früheren Schocks in Verbindung gebracht. Der Anstieg im März war zwar stark, hielt sich beim Verbrauchervertrauen aber vergleichsweise kurz, und der Rückgang erfolgte ebenso rasch.
Was das für die Bank of England und Investoren bedeutet
Für die BoE verschafft diese Entwicklung spürbar etwas Luft. Da die Erwartungen nun in Richtung der Niveaus vor dem Konflikt tendieren, nimmt der Druck auf die BoE ab, an einer restriktiven Haltung festzuhalten.
Das zentrale Risiko bleibt, ob sich dieser Trend über den Sommer hinweg fortsetzt. Die Energiemärkte bleiben volatil, und die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sind nicht vollständig beigelegt. Sollte es erneut zu einem starken Anstieg der Ölpreise kommen, könnte sich das Muster vom März wiederholen. Die BoE dürfte wahrscheinlich noch mehrere Monate sinkender Erwartungen sehen wollen, bevor sie wesentliche geldpolitische Anpassungen vornimmt, weshalb die Werte für August und September für den Rest des Jahres 2026 potenziell entscheidend sein könnten.