Britische Kryptoanleger melden 1,38 Milliarden £ an steuerpflichtigen Gewinnen – 240 überschreiten die Millionenpfund-Marke, zeigen HMRC-Daten
Wichtige Erkenntnisse
- •17.600 Steuerpflichtige meldeten im Steuerjahr 2024-25 steuerpflichtige Krypto-Kapitalerträge in Höhe von insgesamt 1,38 Milliarden £.
- •240 Steuerpflichtige erklärten jeweils mehr als 1 Million £ an Kryptogewinnen und trugen zusammen 717 Millionen £ bei.
- •Der durchschnittliche Gewinn aller meldenden Steuerpflichtigen lag bei rund 78.000 £; die Erlöse aus Kryptoveräußerungen beliefen sich insgesamt auf 13,8 Milliarden £.
- •HMRC erklärte, dass Compliance- und Aufklärungsarbeit im Steuerjahr 2024-25 geschätzte zusätzliche 168 Millionen £ an Kapitalertragsteuer erbrachte.
- •Nach dem von der OECD getragenen Cryptoasset Reporting Framework soll HMRC ab 2027 erstmals Daten von Dienstleistern erhalten.

Die britische Steuerbehörde hat erstmals separate Daten zu Kapitalerträgen aus Kryptowährungen veröffentlicht. Demnach meldeten 17.600 Steuerpflichtige im Steuerjahr 2024-25 steuerpflichtige Kryptogewinne in Höhe von insgesamt 1,38 Milliarden £.
Die Veröffentlichung von HM Revenue & Customs folgt auf die Einführung eines eigenen Abschnitts für Kryptowerte in den Steuererklärungen zur Selbstveranlagung (Self Assessment) – eine Änderung, die Veräußerungen digitaler Vermögenswerte im Formular erstmals von anderen steuerpflichtigen Vermögenswerten trennt.
Millionenpfund-Gewinne an der Spitze
Von diesen Steuerpflichtigen meldeten 240 Personen jeweils mehr als 1 Million £ an Kapitalerträgen aus Kryptowährungen. Zusammen entfielen auf diese Gruppe 717 Millionen £ des Gesamtbetrags – das heißt, die 240 größten Steuerzahler erwirtschafteten mehr als die Hälfte aller gemeldeten Kryptogewinne des Jahres.
Der durchschnittliche Gewinn aller 17.600 Steuerpflichtigen lag bei rund 78.000 £. Zudem meldeten die Steuerpflichtigen Erlöse in Höhe von 13,8 Milliarden £ aus der Veräußerung von Kryptowerten. HMRC stuft mehrere Transaktionsarten als Veräußerung ein, darunter den Verkauf von Kryptowährungen, den Tausch eines digitalen Vermögenswerts gegen einen anderen sowie die Verwendung von Kryptowährungen zum Kauf von Waren oder Dienstleistungen. Die Daten umfassen Vermögenswerte wie Bitcoin, Ethereum und Dogecoin.
Das von den Zahlen erfasste Steuerjahr, das von April 2024 bis April 2025 reichte, umfasste eine Phase, in der die Preise digitaler Vermögenswerte neue Höchststände erreichten: Bitcoin überschritt im Dezember 2024 erstmals 100.000 US-Dollar und markierte im Januar 2025 ein Rekordhoch von über 109.000 US-Dollar. Zudem wurden mehr Veräußerungen meldepflichtig, da der steuerfreie Freibetrag für Kapitalerträge (Annual Exempt Amount) für Privatpersonen ab April 2024 auf 3.000 £ gesenkt wurde – nach 6.000 £ im Vorjahr und 12.300 £ zwei Jahre zuvor. Das Herbstbudget 2024 erhöhte außerdem die Hauptsteuersätze für Kapitalerträge von 10 % und 20 % auf 18 % und 24 % – die Sätze, zu denen Kryptogewinne je nach Einkommen des Steuerpflichtigen besteuert werden.
Steuerliche Überprüfung wird sich verschärfen
Die neuen Zahlen erscheinen in einer Zeit, in der HMRC seine Möglichkeiten zur Nachverfolgung von Kryptoaktivitäten ausbaut. Die Behörde erklärte, Kryptoanleger sollten steuerpflichtige Gewinne oberhalb des geltenden steuerfreien Freibetrags melden. In den vergangenen Jahren hatte HMRC sogenannte „Nudge-Briefe“ an Personen versandt, denen er potenziell Kryptowerte zuordnete, um sie aufzufordern zu überprüfen, ob sie Steuern schuldeten.
HMRC erklärte außerdem, dass seine Compliance- und Aufklärungsarbeit im Steuerjahr 2024-25 geschätzte zusätzliche 168 Millionen £ an Kapitalertragsteuer erbracht hat.
Internationale Meldevorschriften werden der Steuerbehörde zusätzliche Einblicke verschaffen. Nach dem Cryptoasset Reporting Framework, das von der OECD entwickelt und von Dutzenden Jurisdiktionen getragen wird, melden Dienstleister künftig Kundeninformationen an Steuerbehörden; HMRC soll diese Daten voraussichtlich ab 2027 erhalten. Der Mechanismus orientiert sich am automatischen Austausch von Informationen über Finanzkonten, der zwischen Steuerbehörden bereits nach dem Common Reporting Standard praktiziert wird.
Die demografischen Daten zeichnen zudem das Profil der gemeldeten Kryptoanleger nach: Rund 87 % waren Männer, 13 % Frauen. Die 17.600 Steuerpflichtigen stellen nur einen kleinen Teil der Personen dar, die mit Kryptowährungen in Berührung kommen: Nach Schätzungen der Financial Conduct Authority halten rund 7 Millionen britische Erwachsene Kryptowerte.
Die aktuellen Zahlen legen nahe, dass große Kryptogewinne zu einem bedeutenden Bestandteil der britischen Kapitalertragsteuer-Landschaft geworden sind. Sie signalisieren zugleich ein stärker überwachtes Umfeld für Anleger digitaler Vermögenswerte, da die Steuerbehörden Zugang zu umfassenderen Transaktionsdaten erhalten.