Uber prüft mögliche „Tween“-Fahrfunktion für Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren, App-Code legt dies nahe
Wichtige Erkenntnisse
- •Versteckter Code in Ubers iOS-App deutet darauf hin, dass das Unternehmen eine Funktion entwickelt, mit der Erwachsene Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren zu Uber-Family-Profilen für überwachte Fahrten hinzufügen können.
- •Geplante Sicherheitsfunktionen umfassen die Benennung eines vertrauenswürdigen erwachsenen Kontakts für Fahrten sowie die Anwesenheit eines verantwortlichen Erwachsenen an Abhol- und Zielort.
- •Die vorgeschlagene Tween-Funktion würde Ubers bestehendes Teens-Angebot erweitern, das derzeit Fahrgäste im Alter von 13 bis 17 Jahren mit Live-Tracking und Audioaufzeichnung bedient.
- •Wettbewerber Lyft startete 2023 ein eigenes Fahrangebot für Teenager und unterstreicht damit ein breiteres Brancheninteresse an Familienbeförderung.
- •Uber hat die Funktion nicht bestätigt, und es bleiben wesentliche Fragen zur Durchsetzung der Aufsicht, zu Fahrerprüfungen und möglicher regulatorischer Kontrolle offen.

Uber hat noch keine neue Funktion in seiner neuesten iOS-App offiziell angekündigt, doch Entwickler haben Code entdeckt, der darauf hindeutet, dass das Ride-Hailing-Unternehmen Erwachsenen bald ermöglichen könnte, Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren — intern als „tweens“ bezeichnet — zu ihren Uber-Family-Profilen hinzuzufügen. Sollte dies eingeführt werden, wäre dies die jüngste Altersgruppe, die Uber bislang direkt bedienen würde, und würde das Unternehmen weiter auf einen Pfad bringen, den auch Wettbewerber bereits erkunden. Lyft etwa brachte 2023 ein eigenes Fahrangebot für Teenager auf den Markt und signalisierte damit ein wachsendes Interesse von Ride-Hailing-Plattformen daran, die Nachfrage nach Familienbeförderung zu bedienen, die bislang traditionell zu Taxis, Schulbussen und privaten Arrangements gegangen ist.
Bloomberg berichtete über den Fund, wobei Uber keine Details bestätigt und auch keinen möglichen Starttermin genannt hat.
Laut App-Code hätten Erwachsene, die Familienkonten verwalten, Zugriff auf mehrere Sicherheitsfunktionen. Dazu könnte gehören, während der Fahrt einen vertrauenswürdigen Erwachsenen als Kontakt für das Tween zu benennen und zu verlangen, dass an Abhol- und Zielort jeweils ein verantwortlicher Erwachsener anwesend ist. Dieser Ansatz deutet darauf hin, dass Uber ein überwacht es Angebot für jüngere Fahrgäste entwickelt, statt ihnen zu erlauben, allein zu fahren.
Uber betreibt derzeit Uber for Teens, einen Dienst für Nutzer im Alter von 13 bis 17 Jahren. Dieses Angebot umfasst Live-Fahrtverfolgung, Audioaufzeichnungen während der Fahrt und Einschränkungen bei der Fahrerzuordnung für mehr Sicherheit. Sollte die vorgeschlagene Tween-Funktion umgesetzt werden, würde sie ähnliche Sicherheitsprotokolle auf eine noch jüngere Zielgruppe ausweiten — eine Gruppe, die deutlich unter dem Mindestalter der meisten Ride-Hailing-Dienste liegt, das in der Regel mindestens 18 Jahre oder die Begleitung durch einen erwachsenen Kontoinhaber voraussetzt.
Die Logik hinter dem Konzept entspricht bestehenden Bedürfnissen bei der Familienbeförderung. Eltern nutzen Uber bereits, um ihre Teenager zu transportieren, und eine Erweiterung auf Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren könnte die Nachfrage nach Fahrten zu Schulwegen, nachschulischen Aktivitäten und Besuchen bei Freunden abdecken — insbesondere in Situationen, in denen ein Elternteil nicht immer zum Fahren zur Verfügung steht. Ride-Hailing-Unternehmen stehen unter Druck, neue Wachstumsfelder zu erschließen, da ihre Kernmärkte reifen, und Familienbeförderung stellt ein Segment mit wiederkehrender, häufiger Nutzung dar.
Allerdings wirft der Entwicklungsunterschied zwischen einem 16-Jährigen, der selbstständig reist, und einem 10-Jährigen, der Aufsicht benötigt, praktische Fragen auf. Wenn ein Erwachsener sowohl bei Abholung als auch bei Absetzen anwesend sein muss, merken einige Beobachter an, unterscheide sich das Verfahren möglicherweise kaum davon, wenn ein Elternteil die Fahrt im Namen des Kindes organisiert.
Uber hatte in der Vergangenheit bereits Sicherheitsvorfälle mit erwachsenen Fahrgästen, und diese Bedenken verstärken sich, wenn Minderjährige beteiligt sind. Das Unternehmen sah sich zudem in mehreren Märkten regulatorischer Prüfung zu Themen von der Fahrerklassifizierung bis zur Fahrgastsicherheit ausgesetzt, und jede Ausweitung auf Kinder würde wahrscheinlich zusätzliche Aufmerksamkeit von Aufsichtsbehörden und Kinderschutzorganisationen auf sich ziehen. Zentrale Fragen bleiben unbeantwortet, darunter, wie die Anwesenheit eines Erwachsenen durchgesetzt würde, welche Prüfverfahren für Fahrer gelten würden und wie das Unternehmen auf Vorfälle während einer Fahrt reagieren würde.
In Märkten wie Nigeria, wo Eltern häufig mit zuverlässigem Schultransport und sicheren Fahrmöglichkeiten für Kinder kämpfen, könnte ein solcher Dienst wertvoll sein, wenn er mit robusten Schutzmaßnahmen umgesetzt würde. Dennoch ist der Spielraum für Fehler beim Transport von Kindern praktisch null.
Uber hat sich zu dem potenziellen Dienst bislang nicht geäußert.