Trump öffnet Tür für im Ausland gebaute US-Militärschiffe und verschafft Hanwha Rückenwind
Wichtige Erkenntnisse
- •Das Präsidialmemorandum erlaubt ausländischen Schiffbauern, bis zu zwei US-Militärschiffe in ihren Heimatwerften zu bauen, sofern sie gleichzeitig in die amerikanische Werftinfrastruktur investieren.
- •Nach dem „Finland Model“ müssen berechtigte Unternehmen US-Werften errichten oder Mehrheitsbeteiligungen daran halten, amerikanische Arbeitskräfte ausbilden und Schiffbautechnologien vor Ort lizenzieren.
- •Die Ausnahmeregel gilt für drei Schiffskategorien: Versorgungs- und Nachschubtanker, militärische Roll-on/Roll-off-Transportschiffe und Überwasserkampfschiffe für U-Boot- und Überwasserkriegführung.
- •Hanwha Group übernahm Philly Shipyard 2024 und plant, $5 billion in die Erweiterung der Anlage in Philadelphia mit zusätzlichen Docks und Quays zu investieren.
- •Hanwha Defense USA hat ein unverbindliches Angebot von $1.05 billion bis $1.2 billion zur Übernahme von Austal USA abgegeben, das eine wichtige Werft in Mobile, Alabama, betreibt.

US-Präsident Donald Trump hat ein Präsidialmemorandum unterzeichnet, das ausländischen Unternehmen, die in amerikanische Werften investieren, den Bau von bis zu zwei Militärschiffen in ihren Heimatwerften ermöglicht. Dies könnte Südkoreas Hanwha Group im US-Militärschiffbau erheblich begünstigen.
Das am Donnerstag unterzeichnete Memorandum zielt darauf ab, die US Navy wieder aufzubauen und die heimische Schiffbauindustrie zu beleben. Es schafft eine Ausnahme von den seit Langem geltenden Verboten, US-Militärschiffe in ausländischen Werften zu bauen — Einschränkungen, die auf US-Recht beruhen und vorschreiben, dass Marineschiffe im Inland gebaut werden müssen, eine Politik, die die amerikanische Rüstungsbeschaffung seit Jahrzehnten geprägt hat. Die industrielle Basis des US-Schiffbaus ist seit dem Kalten Krieg stark geschrumpft, und die Navy sieht sich in den vergangenen Jahren bei mehreren Schiffbauprogrammen mit anhaltenden Terminverzögerungen konfrontiert, was den Druck erhöht, Wege zur schnelleren Flottenerneuerung zu finden.
„Da ausländische Schiffbauer substantielle und dauerhafte Investitionen in Amerikas Werften tätigen und eine vollständig amerikanische Belegschaft für die von ihnen geschaffenen Arbeitsplätze ausbilden, wird es ihnen vorübergehend gestattet sein, bis zu zwei Schiffe in ihren Mutterwerften zu bauen, die zur Überbrückung von Lücken kurzfristig geliefert werden, während zusätzliche Schiffe in revitalisierten amerikanischen Werften gebaut werden“, erklärte das Weiße Haus in einem begleitenden Faktenblatt.
Nach dem vom Weißen Haus als „Finland Model“ bezeichneten Ansatz darf ein ausländischer Schiffbauer bis zu zwei Schiffe in seiner Heimatwerft bauen, sofern er gleichzeitig eine neue US-Werft errichtet oder an einer bestehenden Werft Eigentum oder eine Mehrheitsbeteiligung hält. Alle Schiffe über diese ersten zwei hinaus müssen in den Vereinigten Staaten gebaut werden.
Zugelassene Unternehmen müssen außerdem amerikanische Arbeitskräfte einstellen und ausbilden, Schiffbautechnologien an US-Werften lizenzieren und Komponenten für Bau und Wartung der Schiffe über US-Lieferketten beziehen.
Die Regel gilt für drei Schiffsklassen: consolidated cargo replenishment tankers, roll-on, roll-off vessels für militärische Transporte sowie surface combat vessels für U-Boot-Abwehr, Überwasserkriegführung und Konvoischutz.
Der Schritt räumt ein zentrales Hindernis für Seouls breitere Bemühungen aus dem Weg, an der Wiederbelebung des US-Schiffbausektors teilzunehmen. Südkorea hat zugesagt, $150 billion in den US-Schiffbau zu investieren.
Hanwha Group, die bereits eine Werft in Philadelphia besitzt, dürfte ein Hauptnutznießer sein, da sie eine der zentralen Voraussetzungen der Politik erfüllt.
Hanwha übernahm Philly Shipyard im Jahr 2024 und verschaffte dem Unternehmen damit eine bestehende US-Schiffbau-Basis, die eine zentrale Anforderung der neuen Regel erfüllen könnte. Das Unternehmen kündigte im vergangenen Jahr an, $5 billion in die Erweiterung der Anlage zu investieren und unter anderem Docks und Quays hinzuzufügen, um die Produktionskapazität zu erhöhen.
Nach der neuen Politik könnte Hanwha die ersten Schiffe möglicherweise in der Werft von Hanwha Ocean in Geoje in der Provinz South Gyeongsang bauen, bevor die Folgeproduktion in die US-Anlagen verlagert wird, sofern bestimmte Verträge die erforderliche Ausnahme aus Gründen der nationalen Sicherheit erhalten.
Hanwha strebt zudem eine Ausweitung seiner Präsenz in den USA über die geplante Übernahme der US-Sparte von Austal an, Australiens größtem Schiffbauunternehmen und einem der wichtigsten Zulieferer der US Navy und Coast Guard.
Hanwha Defense USA, eine US-Tochter von Hanwha Aerospace, hat ein vorläufiges, unverbindliches Angebot abgegeben, das Austal USA mit $1.05 billion bis $1.2 billion bewertet. Austal hat Hanwha eine vierwöchige Due-Diligence-Phase eingeräumt.
Falls die Transaktion abgeschlossen wird, würde Hanwha die Kontrolle über die Werft von Austal USA in Mobile, Alabama, erhalten und damit seine bestehende Präsenz in Philadelphia um eine wichtige Marine-Basis erweitern.