NachrichtenMakroMit wem wird die USA noch handeln, wenn die Fed die Zinsen nicht senkt? Volkszählungsdaten zeigen eine kurze Liste

Mit wem wird die USA noch handeln, wenn die Fed die Zinsen nicht senkt? Volkszählungsdaten zeigen eine kurze Liste

Autor: Econbrowser·

Wichtige Erkenntnisse

  • Präsident Trump deutete an, dass Länder einen Handelsstopp mit den USA befürchten müssten, falls die Federal Reserve die Zinsen nicht senkt.
  • Der Vorschlag vermischt die unabhängig von der Fed festgelegte Geldpolitik mit den Handelsbefugnissen von Exekutive und Kongress.
  • Nach Daten des Census Bureau bis Juli blieben unter einem solchen Maßstab nur Belgien, die Niederlande, Spanien, Ägypten, Nigeria und das Vereinigte Königreich als US-Handelspartner übrig.
  • Große US-Handelspartner wie die EU insgesamt, Kanada, Mexiko und China wären nicht auf der kurzen Liste.
  • Der International Emergency Economic Powers Act von 1977 ist ein möglicher Mechanismus, doch seine Nutzung, um ein verbündetes Land wegen einer Fed-Zinsentscheidung abzuschneiden, wäre beispiellos und würde wohl vor Gericht landen.
Mit wem wird die USA noch handeln, wenn die Fed die Zinsen nicht senkt? Volkszählungsdaten zeigen eine kurze Liste

Präsident Trump hat angedeutet, dass Länder einen Handelsstopp mit den Vereinigten Staaten befürchten müssten, falls die Federal Reserve die Zinsen nicht senkt – zumindest nach Trumps Darstellung.

Die Äußerung verwischt zwei Bereiche, die unter getrennten rechtlichen Rahmenbedingungen operateieren: die Geldpolitik, die die Federal Reserve unabhängig vom Weißen Haus im Rahmen ihres Kongressmandats festlegt, und die Handelspolitik, die die Exekutive durch Zölle, Verhandlungen und vom Kongress delegierte Gesetze gestaltet. Die Verknüpfung des Marktzugangs eines anderen Landes mit einer inländischen Zinsentscheidung würde – falls tatsächlich versucht – die Grenzen zwischen diesen Befugnissen auf die Probe stellen.

Nach den Handelsdaten des US Census Bureau bis Juli würden unter einem solchen Maßstab nur wenige Länder als Handelspartner übrig bleiben: Belgien, die Niederlande, Spanien (das jedoch wegfällt, wenn die Europäische Union insgesamt als ein einziges „Land“ betrachtet wird), Ägypten, Nigeria und das Vereinigte Königreich. Die EU insgesamt ist neben Kanada, Mexiko und China einer der größten US-Handelspartner – alle这些 wären nicht auf der kurzen Liste.

Es ist unklar, auf welcher rechtlichen Grundlage der Präsident den gesamten Handel mit einem bestimmten Land, etwa dem Vereinigten Königreich, stoppen könnte. Ein möglicher angeführter Mechanismus ist der International Emergency Economic Powers Act (IEEPA), ein Bundesgesetz von 1977, das dem Präsidenten weitreichende Befugnisse zur Regulierung des Handels einräumt, nachdem er eine nationale Notlage in Bezug auf eine ungewöhnliche oder außergewöhnliche Bedrohung außerhalb der Vereinigten Staaten erklärt hat. Das IEEPA wurde historisch zur Verhängung wirtschaftlicher Sanktionen genutzt; eine Anwendung, um den gesamten Handel mit einem verbündeten Land zu unterbinden, wäre jedoch beispiellos. Gerichte haben die umfangreiche exekutive Nutzung des IEEPA im Sanktionskontext grundsätzlich bestätigt, doch sein Einsatz zur Beendigung des Handels wegen einer Zinsentscheidung der Federal Reserve würde neuartige Rechtsfragen aufwerfen, die wahrscheinlich gerichtlich geklärt werden müssten.

Weitere Berichterstattung finden Sie in der New York Times.