NachrichtenMakroTrump bezeichnet die Straße von Hormuz als „neues US-Territorium“ angesichts der Spannungen mit dem Iran

Trump bezeichnet die Straße von Hormuz als „neues US-Territorium“ angesichts der Spannungen mit dem Iran

Autor: CryptoBriefing·

Wichtige Erkenntnisse

  • Trump veröffentlichte auf Truth Social eine Karte, die die Straße von Hormuz als „neues US-Territorium“ bezeichnet.
  • Die Straße von Hormuz ist international als Schifffahrtsmeerenge anerkannt, nicht als Territorium eines einzelnen Staates.
  • Etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots und ein erheblicher Teil der LNG-Lieferungen passieren die Wasserstraße.
  • Die Preisbildung auf Prognosemärkten bezifferte die Chance auf ein US-iranisches Abkommen bis zum 31. August auf 2,9 % Ja.
  • Schiffsverkehr, Tanker-Frachtraten und Prämien für Kriegsrisikoversicherungen sind zentrale Indikatoren für das Störungsrisiko.
Trump bezeichnet die Straße von Hormuz als „neues US-Territorium“ angesichts der Spannungen mit dem Iran

In einem unerwarteten Schritt veröffentlichte US-Präsident Donald Trump auf seinem Truth-Social-Konto eine Karte, die die Straße von Hormuz als „neues US-Territorium“ ausweist. Der Beitrag erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran über die Kontrolle der strategischen Wasserstraße, die für den globalen Öl- und Gastransport von entscheidender Bedeutung ist.

Nach Seerecht ist die Straße von Hormuz international als eine der Schifffahrt dienende Meerenge und nicht als Territorium eines einzelnen Staates anerkannt; Schiffen, die solche internationalen Meerengen durchqueren, werden in der Regel Durchfahrtsrechte eingeräumt – ein Rahmen, der im Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UNCLOS) verankert ist, das die Vereinigten Staaten nie ratifiziert haben und das der Iran unterzeichnet, aber nicht ratifiziert hat. Trumps Beitrag markiert daher eine deutliche rhetorische Eskalation, spiegelt jedoch keine rechtliche Änderung des Status der Meerenge wider.

Warum die Straße von Hormuz wichtig ist

Die Straße von Hormuz trennt den Iran von der omannischen Halbinsel Musandam und verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. An ihrer engsten Stelle rund 21 Meilen (etwa 34 Kilometer) breit, ist sie der wichtigste Seeweg für Öl- und Gasexporte aus dem Persischen Golf. Vielfach zitierte Schätzungen zufolge passieren rund ein Fünftel des weltweiten Ölangebots sowie ein erheblicher Teil der globalen Flüssigerdgas-Lieferungen (LNG) – einschließlich der Exporte Katars – diese Wasserstraße, weshalb jede Störung dort ein Brennpunkt für die globalen Energiemärkte ist. Der Iran hat in früheren Konfrontationen wiederholt mit der Schließung der Meerenge gedroht, und es kam dort bereits zu tatsächlichen Störungen: Während des „Tankerkriegs“ zwischen Iran und Irak in den 1980er-Jahren wurden dort Handelstanker angegriffen, was die Vereinigten Staaten dazu veranlasste, kuwaitische Tanker umzuflaggen und durch den Golf zu geleiten. Keine über Land führende Alternative kann die Route in diesem Umfang ersetzen – Umgehungsleitungen wie Saudi-Arabiens Ost-West-Leitung zum Roten Meer und die Pipeline der VAE nach Fudschaira können nur einen Bruchteil des auf dem Seeweg transportierten Volumens befördern.

Marktpreise signalisieren geringere Chancen auf ein Abkommen

Die Preisbildung auf Prognosemärkten deutet auf eine gesunkene Wahrscheinlichkeit eines US-iranischen Abkommens bis zum 31. August hin; die Eintrittswahrscheinlichkeit fiel auf 2,9 % Ja. Der Kartenbeitrag deutet auf einen härteren US-Kurs hin und könnte diplomatische Bemühungen um ein Abkommen über die Durchfahrt durch Hormuz erschweren.

Worauf zu achten ist

Zu beachten sind weitere Aussagen von Trump oder iranischen Amtsträgern, die die diplomatischen Verhandlungen beeinflussen könnten. Zu den zentralen Indikatoren zählen mögliche Ankündigungen einer Verlängerung des Waffenstillstands oder die Bestätigung einer uneingeschränkten Schifffahrt durch die Meerenge. Daten zum Schiffsverkehr, Frachtraten für Tanker und Prämien für Kriegsrisikoversicherungen gehören zu den Messgrößen, mit denen das Störungsrisiko in der Wasserstraße üblicherweise verfolgt wird. Umgekehrt könnten Berichte über erneute Militäraktivitäten oder einen Abbruch der Gespräche die Wahrscheinlichkeit eines Abkommens bis zur anstehenden Frist weiter verringern.

Bis zum 31. August verbleiben nur noch neun Tage; die Entwicklungen in diesem Zeitraum sind entscheidend für die Ausrichtung der Marktaussichten.