Trumps geplante Selbstvermarktungs-Offensive mit Anzeigen könnte GOP-Kandidaten schaden, warnt Analyst
Wichtige Erkenntnisse
- •The Atlantic berichtete unter Berufung auf drei mit einem jüngsten Strategiegespräch im Weißen Haus vertraute Personen, dass Trump beschlossen habe, mit Blick auf den Wahltag Hunderte Millionen Dollar für Anzeigen über seine eigene Bilanz auszugeben.
- •Trumps Super-PAC MAGA Inc. verfügt über 400 Millionen Dollar; da Super-PACs gesetzlich keine Ausgaben mit Kampagnen abstimmen dürfen, liegen diese Mittel außerhalb der Budgets von NRCC, NRSC und einzelnen Kandidaten.
- •Die geplanten Spots sollen auf Trumps Aussagen vor der Kamera zurückgreifen und sich unter anderem auf seine Steuererleichterungen, den Anstieg des Aktienmarkts und seinen gescheiterten Krieg gegen Fentanyl konzentrieren.
- •Juli-Umfragen ergaben, dass rund zwei Drittel der Amerikaner Trumps Umgang mit der Wirtschaft ablehnen, und seine Zustimmungswerte liegen nahe dem Tiefpunkt seiner Amtszeit.
- •Im November stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und etwa ein Drittel des Senats zur Wahl, und die Partei des Präsidenten hat seit dem Zweiten Weltkrieg bei fast jeder Zwischenwahl Sitze im Repräsentantenhaus verloren.

Republikanische Kandidaten, die wegen der Unbeliebtheit von Präsident Donald Trump bereits einen schweren Stand haben, müssen sich laut MS NOW-Analyst Zeeshan Aleem nun mit zusätzlichem Gegenwind durch die starke Selbstbezogenheit des Präsidenten auseinandersetzen. Die Warnung kommt vor einem vertrauten historischen Hintergrund: Die Partei des Präsidenten hat seit dem Zweiten Weltkrieg bei fast jeder Zwischenwahl Sitze im Repräsentantenhaus verloren, und in diesem November stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie rund ein Drittel des Senats zur Wahl.
Unter Verweis auf einen Bericht von The Atlantic argumentierte Aleem, dass Trumps Plan, Millionen seiner gehorteten MAGA-Wahlkampfgelder für eine Werbekampagne auszugeben, die seine eigene Bilanz anpreist, das Letzte sei, was GOP-Kandidaten vor den Midterms brauchen.
Laut The Atlantic, das sich auf drei mit dem jüngsten Strategiegespräch im Weißen Haus vertraute Personen berief, entschied Trump, dass er sich mit Blick auf den Wahltag mit "hundreds of millions of dollars" selbst bewerben werde. Nach Aleems Einschätzung ist diese Strategie ein weiteres Beispiel dafür, wie Trumps "self-adulation" häufig zur Quelle seiner größten strategischen Fehler wird.
Dem Bericht zufolge versammelte Trump seine politischen Berater, um zu entscheiden, wie die 400 Millionen Dollar der Mittel seines Super-PACs MAGA Inc. eingesetzt werden sollen. Er habe sich Berichten zufolge darauf festgelegt, sich an der demokratischen Strategie zu orientieren, sich auf ihn selbst zu konzentrieren, und "a series of television advertisements about his own record that will serve as a backdrop to the hundreds of individual House and Senate contests" angeordnet. Super-PACs wie MAGA Inc. dürfen unbegrenzt Spenden einwerben, sind aber gesetzlich daran gehindert, ihre Ausgaben mit den von ihnen unterstützten Kampagnen abzustimmen. Damit liegen die 400 Millionen Dollar außerhalb der Budgets der Wahlkampfkomitees der Partei im Kongress — des NRCC und des NRSC — sowie der Kandidaten in diesen Rennen.
The Atlantic weist außerdem darauf hin, dass Trump von den Werbemachern verlange, für die Spots "mine his own on-camera statements" zu nutzen und sich unter anderem auf seine Steuererleichterungen, den Anstieg des Aktienmarkts und seinen gescheiterten Krieg gegen Fentanyl zu konzentrieren.
Das veranlasste Aleem zu dem Hinweis: "There's a great deal of evidence from political scientists demonstrating midterm elections function as a referendum on the president and his management of the economy. Given those trends, the Republican Party is poised to fare poorly in November. Trump's approval ratings are at or near the lowest point of his time in office; even some of his most loyal supporters are wavering. And a big part of this decline is tied to dissatisfaction with the cost of living, exacerbated by Trump's foolish misadventure into Iran. Polls conducted in July indicate that about two-thirds of Americans disapprove of his handling of the economy and believe that his policies have worsened economic conditions in the country."
Mit Blick darauf, dass Umfragen im Juli ergaben, dass rund zwei Drittel der Amerikaner "disapprove of his handling of the economy", riet Aleem: "At this point, a judicious president would show restraint in their messaging, allowing lawmakers in battleground districts and states to try to distance themselves from the president while making the case to voters."
Als der 80-jährige Präsident sich "indulging in make-believe" beschrieb, fügte Aleem hinzu: "If Trump fills the airwaves with ads about how the midterms are about nothing other than his record, he could easily nullify GOP candidates’ attempts to present themselves as independent-minded politicians intent on going to Washington with an agenda distinct from Trump." Die offenen Fragen mit Blick auf den November sind, wie viel von den 400 Millionen Dollar tatsächlich im Fernsehen ankommt, auf welche Medienmärkte und Rennen sich die Anzeigenschaltungen konzentrieren und ob Republikaner in umkämpften Wahlkreisen die auf den Präsidenten ausgerichtete Darstellung übernehmen oder ihre Rennen weiter zu lokalisieren versuchen.