Trump-Administration plant drastische Rücknahme der Head-Start-Programmstandards und löst bei Experten Besorgnis aus
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Trump-Administration plant, die meisten Leistungsstandards von Head Start abzuschaffen, darunter Anforderungen an Curricula, Klassengrößen, medizinische Untersuchungen, Hausbesuche und das Zähneputzen nach den Mahlzeiten.
- •Head Start wurde 1965 als Teil von Präsident Johnsons Krieg gegen die Armut gegründet und hat mehr als 30 Millionen Kinder erreicht; derzeit betreut es etwa 700.000 Kinder jährlich.
- •Die zur Abschaffung vorgesehenen Leistungsstandards wurden zuletzt 2016 aktualisiert — die erste größere Überarbeitung seit 1998 — und spiegeln jahrzehntelange Forschung zur frühkindlichen Entwicklung wider.
- •Ein Beamter des Weißen Hauses bestätigte, dass die Bundesmittel für Head Start weiterfließen werden, und nannte als Ziel die Verringerung des administrativen Aufwands für lokale Betreiber.
- •Alle vorgeschlagenen Änderungen am Programm unterlägen einem formalen bundesbehördlichen Regelungsverfahren mit einer öffentlichen Anhörungs- und Kommentierungsphase vor der Umsetzung.

Die Trump-Administration bereitet eine umfassende Rücknahme der bundesweiten Anforderungen für Head Start vor, dem 1965 gegründeten Programm zur frühkindlichen Bildung und Armutsbekämpfung, berichtet die New York Times. Befürworter und Politikexperten warnen, dass die vorgeschlagenen Änderungen das fast 60 Jahre alte Programm erschüttern könnten.
Head Start, ein Grundpfeiler von Präsident Lyndon B. Johnsons Krieg gegen die Armut, wurde ins Leben gerufen, um Kindern aus einkommensschwachen Familien umfassende frühkindliche Bildung sowie Gesundheits-, Ernährungs- und Familienunterstützungsleistungen zu bieten. Das Programm betreut derzeit etwa 700.000 Kinder unter sechs Jahren und hat seit seiner Gründung mehr als 30 Millionen Kinder erreicht. Mit einem jährlichen Bundesbudget von rund 12 Milliarden Dollar wird Head Start von der Administration for Children and Families innerhalb des Department of Health and Human Services verwaltet und über etwa 1.600 lokale Fördermittelnehmer in allen 50 Bundesstaaten, Territorien und indigenen Gemeinschaften betrieben.
Laut drei anonymen Quellen, die mit dem Plan vertraut sind und mit der Times sprachen, erwägt das Weiße Haus Änderungen, die die meisten Anforderungen von Head Start an Mathematik- und Lesecurricula, Klassengrößen, medizinische Untersuchungen, Hausbesuche und sogar die Vorschrift abschaffen würden, dass Kinder sich nach den Mahlzeiten die Zähne putzen. Die zur Abschaffung vorgesehenen Leistungsstandards wurden zuletzt 2016 umfassend aktualisiert — die erste größere Überarbeitung seit 1998 — und integrierten Erkenntnisse aus jahrzehntelanger Forschung zur frühkindlichen Entwicklung.
Ruth Friedman, eine Expertenin für Kinderbetreuungspolitik, sagte der Times, dass die vorgeschlagenen Änderungen einer „massiven Ausweidung" des Programms gleichkämen. „Die Abschaffung der Leistungsstandards von Head Start zerstört die wissenschaftlich fundierten Standards, die sicherstellen, dass unsere jüngsten Lernenden das bekommen, was sie brauchen, um für den Erfolg im Kindergarten bereit zu sein", so Friedman.
Die Haltung der Administration gegenüber Head Start ist nicht neu. Im vergangenen Jahr versuchte das Weiße Haus, die Ausgaben für das Programm zu kürzen, und bezeichnete es in offiziellen Mitteilungen als „radikal". Ein Haushaltsdokument des Weißen Hauses erklärte damals, dass die Beendigung von Head Start helfen würde, der „radikalen Indoktrination unserer Kinder" ein Ende zu setzen, wie die Times festhielt.
Ein anonymer Beamter des Weißen Hauses erklärte jedoch der Times, dass die Bundesmittel für Head Start erhalten bleiben und die Trump-Administration beabsichtigt, Bemühungen zur Verringerung des administrativen Aufwands beim Betrieb des Programms zu unterstützen.
Der Vorschlag hat bei Kinderfürsorgeexperten Besorgnis ausgelöst. Sie argumentieren, dass die Leistungsstandards auf jahrzehntelanger Forschung zur frühkindlichen Entwicklung beruhen und unerlässlich sind, um sicherzustellen, dass Kinder aus benachteiligten Verhältnissen gut vorbereitet in den Kindergarten eintreten. Sollten die Änderungen über ein formales bundesbehördliches Regelungsverfahren umgesetzt werden, unterlägen sie einer öffentlichen Anhörungs- und Kommentierungsphase, bevor sie in Kraft träten.