Selbst das tiefrote Ohio rückt nach links, da die Vorwahl-Umfragen auf Schwierigkeiten für Trumps Republikaner hindeuten
Wichtige Erkenntnisse
- •Sollten sich die aktuellen Umfragen als zutreffend erweisen, könnten die Republikaner bei den Midterms ein schlechteres Ergebnis erleiden als 2018, als die Demokraten 40 Sitze im Repräsentantenhaus gewannen, obwohl sie zwei Senatssitze verloren.
- •Sabato's Crystal Ball stufte den offenen Gouverneurswettbewerb in Ohio sowie die Wiederwahl von Gouverneur Joe Lombardo Nevada trotz republikanischer Ausgabenvorteile von „Leans Republican“ auf „Toss-up“ herauf.
- •Kyle Kondik nannte Trumps schwache Zustimmungswerte, die üblichen Midterm-Widerwinde für die Partei des Präsidenten sowie Unzufriedenheit mit Wirtschaft und Außenpolitik als Belastungsfaktoren für die Republikaner.
- •Kondik wies darauf hin, dass der derzeitige Vorsprung der Demokraten beim generischen Stimmzettel größer ist als der republikanische Vorsprung vor der Übernahme des Repräsentantenhauses durch die Republikaner 2022 unter Biden.
- •Common Cause berichtete, dass der Vorstoß der Regierung, staatliche Wählerverzeichnisse in einer Bundesdatenbank zusammenzuführen, vor Gericht stets scheiterte, wenn sich widersetzende Bundesstaaten zur Wehr setzten; die Organisation ist an rund 17 solchen Fällen beteiligt.

Präsident Donald Trumps Republikanische Partei schneidet in den Vorwahl-Umfragen zu den Midterm-Wahlen so schlecht ab, dass Analysten beginnen, an den Erhebungen selbst zu zweifeln. Sollten die Zahlen zutreffen, könnte Trump eine noch schärfere Abstrafung bei den Midterms drohen als die, welche seine Partei während seiner ersten Amtszeit erhielt, als die Demokraten 2018 40 Sitze im Repräsentantenhaus gewannen, obwohl sie zwei Senatssitze verloren. Alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und Dutzende Gouverneursposten stehen bei den Wahlen im November 2026 zur Abstimmung.
Kyle Kondik, geschäftsführender Redakteur des parteiübergreifenden Newsletters Sabato's Crystal Ball des University of Virginia Center for Politics, befasste sich direkt mit dieser Frage in einem Beitrag auf X am Dienstag.
"To be clear, I am concerned about polls being loaded up for Ds (and I note some of those concerns on a couple of newsy polls in my piece today that otherwise moves a lot of races toward Ds)," schrieb Kondik. "But we also have to be open to the possibility that this is 2018 on steroids."
In einer auf der Website von Sabato's Crystal Ball veröffentlichten Analyse erläuterte Kondik seine Position und verkündete eine Reihe von Einstufungsänderungen zugunsten der Demokraten. Die Einstufungen des Newsletters ordnen die Wettbewerbe auf einer Skala von sicher demokratisch bis sicher republikanisch ein, wobei „Toss-up“ für Rennen ohne klaren Favoriten vorbehalten ist.
"We also are pushing Ohio's open gubernatorial race as well as Gov. Joe Lombardo's (R-NV) reelection bid from Leans Republican to Toss-up," schrieb Kondik. "We have resisted making this pair of moves for months because of the Buckeye State's generic GOP lean as well as Lombardo's incumbency, but we can no longer justify looking at the Republicans as favorites in either race given broader trends. Republicans have had spending edges in both races but they still both appear highly competitive."
Die Verschiebung in Ohio wiegt besonders schwer. Der einst berühmte Maßstab-Staat bei Präsidentschaftswahlen, den Barack Obama zweimal gewann, unterstützte Trump sowohl 2016 als auch 2020 – eine Rechtsentwicklung, die Kondiks Team als Grund dafür anführte, weshalb man wochenlang mit dieser Änderung gewartet hatte. Lombardo, ein ehemaliger Sheriff des Clark County, der erstmals 2022 gewählt wurde, stellt sich in Nevada den Wählern, einem Swing State, der in den letzten Präsidentschaftswahlkämpfen mit knappen Mehrheiten entschieden wurde.
Im Gespräch mit AlterNet über die Midterm-Wahlen 2026 letzte Woche zerlegte Kondik die Faktoren, die gegen Trumps Partei arbeiten.
"It's primarily the president's weak approval rating combined with the usual difficulty that the presidential party has in a midterm," sagte Kondik AlterNet. "I also think there may be even more for voters to react to in 2026 compared to even 2018, because Trump has acted as more of an imperial president and there is more dissatisfaction both with the economy as well as the president's foreign policy choices."
Auf die Bitte, Trumps Lage 2026 mit der von Präsidenten in vergleichbaren Situationen zu vergleichen, zog Kondik bemerkenswerte Parallelen.
"Generally speaking, a president who is this unpopular should see his party lose a lot of ground in Congress," sagte er. "That said, Joe Biden also had poor approval in 2022, but Republicans didn't do all that well—they flipped the House but not the Senate. However, the Republican lead in the generic ballot was not as large as the Democratic lead is now." Der generische Stimmzettel – die Umfragefrage, ob Wähler bei der Kongresswahl einen demokratischen oder republikanischen Kandidaten unterstützen würden – ist ein Standardmaß für das landesweite Midterm-Umfeld.
Im Juni warnte Susannah Goodman, Politikdirektorin des Programms für Wahl und faire Repräsentation der parteiübergreifenden Kontrollorganisation Common Cause, dass Trump versuchen könnte, sich in die Midterm-Wahlen – die auf Bundesstaats- und kommunaler Ebene organisiert werden – einzumischen, um sie für seine Partei zu manipulieren.
Goodman sagte, die Regierung "has been trying to compel states to turn their voter rolls over to the federal government and to consolidate all of that in a mega database." Mehrere Bundesstaaten, so sie, hätten sich geweigert, ungeschwärzte Wählerverzeichnisse mit personenbezogenen Daten wie Sozialversicherungsnummern und Führerscheinnummern herauszugeben.
"Common Cause and our partners have intervened in, I think, 17 of those cases on behalf of voters," sagte sie.
Goodman fügte hinzu, dass die Gerichte bisher auf Seiten der widerspenstigen Staaten standen: "I don't believe there has been a single case, Dan — correct me if I'm wrong — where, when the state has resisted and claimed they are not going to turn these voter rolls over, the court has dismissed the case or compelled the states to turn them over. The government has not had a compelling reason, and the states have won. So when states fight back, they win. We have been involved in that litigation. That is another huge power grab by the administration. It is also an illegal power grab, and when we have pushed back, we have won."