Trump-Regierung lockert Importverbot für Rinder teilweise angesichts der Bedrohung durch die Neuwelt-Schraubenwurmfliege vor den Zwischenwahlen
Wichtige Erkenntnisse
- •Das USDA wird am 24. August einen Grenzübergang in Arizona für mexikanische Rinderimporte wieder öffnen und bereitet die Öffnung von zwei weiteren Übergängen in New Mexico vor.
- •Grenzübergänge entlang der Grenze zu Texas bleiben geschlossen, während die Behörden ihre Bemühungen fortsetzen, die Ausbreitung der Neuwelt-Schraubenwurmfliege einzudämmen.
- •Die Importbeschränkungen haben den Druck auf einen US-Rindermarkt erhöht, der bereits mit dem kleinsten nationalen Bestand seit Jahrzehnten und Verbraucherpreisen für Rindfleisch nahe Rekordniveau konfrontiert ist.
- •Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins sagte, die einjährige Schließung der südlichen Grenzübergänge sei notwendig gewesen, um die US-Viehwirtschaft zu schützen.
- •Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, rief im Juni wegen der Bedrohung durch die Schraubenwurmfliege für Wildtiere und Viehbestände landesweit den Katastrophenzustand aus.

Die Trump-Regierung lockert ihr Verbot von Rinderimporten aus Mexiko teilweise, während die Neuwelt-Schraubenwurmfliege — ein fleischfressender Parasit, der eine ernste Bedrohung für US-Nutztiere darstellt — im Vorfeld der Zwischenwahlen weiter wirtschaftlichen und politischen Druck erzeugt, wie Politico am Freitagabend berichtete.
Die Neuwelt-Schraubenwurmfliege ist eine parasitäre Fliege, deren Larven sich vom lebenden Gewebe warmblütiger Tiere ernähren, darunter Rinder und andere Nutztiere. Ein Befall kann für betroffene Tiere tödlich sein, wenn er unbehandelt bleibt. Vor ihrer Ausrottung verursachte der Schädling erhebliche Verluste für US-Viehhalter; die jährlichen Kosten wurden historisch auf Hunderte Millionen Dollar geschätzt. Die Schraubenwurmfliege wurde in den Vereinigten Staaten 1966 durch ein jahrzehntelanges Programm zur Freisetzung steriler Insekten ausgerottet — eine Methode, bei der sterilisierte männliche Fliegen in großer Zahl gezüchtet und freigesetzt werden, damit sie sich mit wilden Weibchen paaren, ohne lebensfähige Nachkommen zu erzeugen, wodurch die Wildpopulation schrittweise zusammenbricht — ist in den vergangenen Jahren jedoch in Teilen Mexikos wieder aufgetreten, was das US-Landwirtschaftsministerium dazu veranlasste, den grenzüberschreitenden Rinderhandel einzuschränken.
Mexiko war historisch eine der größten Quellen für importierte Futterrinder in die Vereinigten Staaten und lieferte Tiere, die in amerikanischen Feedlots aufgezogen und gemästet werden, insbesondere in Grenzstaaten. Die Importbeschränkung hat den Angebotsdruck in einem inländischen Rindermarkt erhöht, der bereits durch den kleinsten nationalen Bestand seit Jahrzehnten belastet ist, während die Verbraucherpreise für Rindfleisch nahe Rekordniveau liegen.
Laut Politico kündigte das USDA am Freitag an, einen Grenzübergang in Arizona für den Rinderhandel zu öffnen, wobei dieser erst am 24. August in Betrieb gehen soll. Die Behörde unternimmt außerdem Schritte zur Öffnung von zwei weiteren Übergängen in New Mexico. Übergänge entlang der Grenze zu Texas bleiben dagegen geschlossen.
Berichten zufolge versucht die Trump-Regierung, die Rindfleischpreise vor den Zwischenwahlen zu senken — ein Ziel, das den politischen Druck von Republikanern und der Rinderbranche zur vollständigen Wiederaufnahme der Importe verstärkt hat.
Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins räumte in einer Erklärung die konkurrierenden Prioritäten ein und stellte fest, dass sie dem Druck republikanischer Gesetzgeber und Branchenverbände widerstanden habe, das Verbot vollständig aufzuheben.
„Protecting the United States from [New World screwworm] and pushing this pest out of Mexico and back to the Darien Gap is a top priority at USDA,“ sagte Rollins. „[The screwworm] has the full attention of the Trump administration.“
Rollins verteidigte die seit einem Jahr bestehende Beschränkung an den südlichen Grenzübergängen als notwendige Maßnahme. „The closure of the Southern ports of entry for the last year has been a tough but necessary action to control the spread of [New World screwworm] in Mexico and protect the American livestock industry,“ sagte sie laut Politico.
Der Darién Gap, der zwischen Kolumbien und Panama liegt, diente historisch als natürliche geografische Barriere gegen die Ausbreitung des Parasiten nach Norden. Seit Jahrzehnten unterhält eine gemeinsame US-panamaische Kommission in Panama eine Anlage zur Produktion steriler Fliegen, um diese Barriere aufrechtzuerhalten, indem sterilisierte Fliegen freigesetzt werden, um jedes Vordringen des Schädlings nach Norden zu unterdrücken.
In Texas hat die Bedrohung durch die Schraubenwurmfliege bereits Maßnahmen auf bundesstaatlicher Ebene ausgelöst. Gouverneur Greg Abbott rief Anfang Juni landesweit den Katastrophenzustand aus und verwies auf die Ausbreitung des Parasiten sowie die Gefahr für die Wildtiere und die Viehwirtschaft des Bundesstaates. Texas ist der größte Rinderproduzent der Vereinigten Staaten.
Die schrittweise Wiederöffnung von Importübergängen durch das USDA stellt einen Balanceakt dar: Einerseits soll die amerikanische Landwirtschaft vor einem biologisch verheerenden Schädling geschützt werden, andererseits besteht wirtschaftlicher und politischer Druck, die inländischen Rindfleischpreise zu senken. Ob weitere Übergänge wieder geöffnet werden — und ob Eindämmungsmaßnahmen in Mexiko den Parasiten nach Süden zurückdrängen können — wird in den kommenden Monaten die Aussichten für den grenzüberschreitenden Rinderhandel und die US-Rindfleischversorgung prägen.