Trumps Image als Dealmaker bröckelt, während Staatschefs seine „Bluffs und Bellicosity“ ignorieren
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Salon-Kolumnistin Heather Digby Parton argumentiert, dass Trumps Ruf als Meister des Dealmakings diskreditiert sei und internationale Führungspersonen seine Drohungen und diplomatischen Initiativen zunehmend ignorierten.
- •Tony Schwartz, der Ghostwriter von Trumps „The Art of the Deal“, hat sein tiefes Bedauern darüber geäußert, dieses seiner Ansicht nach falsche Image geschaffen zu haben, und Trump als pathologisch unehrlich und oberflächlich beschrieben.
- •Ein von Parton zitierter Bericht der Washington Post dokumentiert, dass Iran amerikanischen Forderungen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus nicht nachgibt, Putin den Krieg in der Ukraine fortsetzt und europäische Verbündete Trumps erneute Forderungen nach Grönland zurückgewiesen haben.
- •Jeremy Shapiro vom European Council on Foreign Relations erklärte, Trumps frühere Bluffs hätten nur wegen des angesammelten diplomatischen Kapitals der USA funktioniert, das er nun rasch aufbrauche.
- •Parton warnt, dass der Verlust der Glaubwürdigkeit der USA und die Offenlegung nationaler Schwächen das Land über einen langen Zeitraum verwundbar machen werden, da diplomatisches Vertrauen zu den am schwersten wiederaufzubauenden strategischen Ressourcen gehört.

Präsident Donald Trumps politische Karriere hat sich weitgehend auf seinen Ruf als geschickter Dealmaker gestützt. Doch laut der Salon-Politikkolumnistin Heather Digby Parton „hat sich das als Fiktion entlarvt“, während eine wachsende Zahl von Staats- und Regierungschefs sich dafür entscheidet, seine „Bluffs und Bellicosity“ zu „stop paying attention“. Parton erklärte am Freitag, die internationale Gemeinschaft habe Trumps Fassade durchschaut, und seine Rhetorik werde die Vereinigten Staaten „vulnerable for a long time to come“ machen. (Salon)
Die Wahrnehmung Trumps als kluger Verhandler geht auf sein Buch „The Art of the Deal“ zurück. Dessen Ghostwriter Tony Schwartz hat inzwischen „deep remorse for creating this erroneous image“ geäußert. Nachdem Trump 2015 seine Präsidentschaftskandidatur angekündigt hatte, sagte Schwartz, er würde das Buch heute „The Sociopath“ nennen. Damals erklärte Schwartz: „I genuinely believe that if Trump wins and gets the nuclear codes, there is an excellent possibility it will lead to the end of civilization.“
Schwartz’ Einschätzung machte sichtbar, was viele erst zu spät erkannt haben: „the man who touted himself as the world’s greatest dealmaker was a pathologically dishonest hype artist with the attention span of a four-year-old, described by Schwartz as having ‘a stunning level of superficial knowledge and plain ignorance’ who seemed ‘driven entirely by a need for public attention.’ His alleged negotiation prowess was actually nonexistent, as the multiple failures of his businesses should have made clear.“
Im Verlauf seiner Präsidentschaft, so Parton, hätten die Amerikaner dieses Muster auf der Weltbühne beobachten können. „The president has confused his ‘Art of the Deal’ with the art of diplomacy, and they are most definitely not the same thing“, schreibt sie. „Even if he were actually talented at the former, which he is not, it would have no bearing on the latter, and the consequences of that are turning out to be substantial and damaging.“ Der Unterschied ist wichtig, weil diplomatische Glaubwürdigkeit — also der Glaube von Verbündeten und Gegnern daran, dass die Zusagen eines Landes verlässlich sind — sich über Jahrzehnte durch beständige Politik und institutionelle Kontinuität aufbaut und von außenpolitischen Experten als eines der schwierigsten strategischen Güter gilt, das nach einem Verlust wiederhergestellt werden muss.
Parton meint, Trump missverstehe den Zweck von Diplomatie grundlegend. „The aim is to manage relations between countries over the long term to maintain stability and predictability; it’s not a ‘winner take all’ proposition“, schreibt sie. Glaubwürdigkeit, betont sie, sei für ein Land wie die Vereinigten Staaten unverzichtbar. Ohne sie setze die USA Kräfte frei, die extrem schwer zu kontrollieren seien. „Trump is a pathological liar“, schreibt Parton, und in den vergangenen zehn Jahren habe die Welt seine „damaged personality“ erkannt.
Unter Berufung auf einen aktuellen Bericht der Washington Post schreibt Parton: „The world is no longer taking the U.S. seriously, leaving the government with no credibility. As a result, international relations are unstable and dangerous.“ Weltführer verstünden inzwischen, dass die amerikanische Politik von Trumps wechselnden Launen bestimmt werde.
„The world has decided to stop paying attention“, argumentiert Parton. Sie verweist dabei auf den Bericht der Washington Post, in dem es hieß: „Most consequently, Iran refuses to bend under American bombs and reopen the Strait of Hormuz, and Russian President Vladimir Putin persists in his war in Ukraine. Europe met Trump’s recently renewed demands for Greenland with a collective sigh, and trading partners have shrugged off the latest tariffs.“ Die Straße von Hormus, durch die routinemäßig etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs transportiert wird, ist seit Jahrzehnten ein Brennpunkt der Spannungen zwischen den USA und Iran; die Weigerung eines Gegners, amerikanischen Forderungen dort nachzukommen, hat Folgen weit über bilaterale Beziehungen hinaus.
Parton ergänzt: „Jeremy Shapiro, director of the U.S. program at the European Council on Foreign Relations, told the Post he was surprised at how long Trump’s bluffs and bellicosity had worked, crediting it to the ‘awesome power and deep, long-stored-up diplomatic capital of the United States’ that Trump has ‘finally started to blow through.’“ Der European Council on Foreign Relations ist eine paneuropäische Forschungsorganisation, deren Einschätzungen von europäischen Außenministerien genau verfolgt werden.
Infolgedessen, schreibt Parton, „The president’s threats are now seen as empty, and his so-called deals aren’t worth the paper they’re printed on. This was most recently on display in mid-July when he made a big, splashy announcement of a nuclear deal with Saudi Arabia. Within a day, Trump added a poison-pill requirement by way of a Truth Social post that left the Saudis reeling. His threats to annihilate Iran are now falling on deaf ears because he’s all over the place, usually lying about the progress of diplomatic talks, showing that he’s full of bluster and bombast but lacks a strategy to win and ideas about how to get out.”
Parton schließt mit einer düsteren Warnung: „America’s political dynamics have us all just trying to hold on until he’s out of office so we can try to rebuild from the rubble . But the loss of credibility, the exposure of the nation’s weaknesses and the people’s willingness to put such a man in charge will not be easily repaired. The long-term damage to our international reputation, coupled with the weakness we are demonstrating in any number of areas, will leave us vulnerable for a long time to come.“