Warum Tirana in Albanien der Städtetrip der Zukunft sein könnte
Wichtige Erkenntnisse
- •Albanien verzeichnete 2025 12,5 Millionen Übernachtungsgäste, mehr als doppelt so viele wie die 6,1 Millionen kurz vor der Pandemie.
- •In Tirana sind rund 30 Hochhäuser geplant, im Bau oder fertiggestellt, ein auffälliger Wandel für eine Stadt ohne Hochhäuser bis vor Kurzem.
- •Der Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen im Jahr 2020 hat das Interesse ausländischer Investoren an Albaniens Infrastruktur und Gastgewerbe verstärkt.
- •Unter dem kommunistischen Führer Enver Hoxha errichtete Albanien landesweit 173.371 Bunker, etwa einen für je 11 Einwohner, was die extreme Isolation und Paranoia des Regimes widerspiegelt.
- •Blloku, einst ein gesperrtes Wohnviertel für kommunistische Funktionäre, hat sich zum angesagtesten Viertel Tiranas für Gastronomie und Nachtleben entwickelt.

„Tirana ist wie eine Mischung aus Mumbai und Las Vegas“, sagte mir eine jugendliche Reisende eine Woche, bevor ich in Albaniens Hauptstadt ankam. „Ich war noch nie an einem dieser Orte, aber so stelle ich sie mir wenigstens vor.“ Ob Tirana diesen Städten wirklich ähnelt, weiß ich nicht, aber ich verstehe, was gemeint ist. Die Stadt wirkt wie eine energiegeladene, wenn auch leicht chaotische Boomtown, in der sich alles schnell verändert.
Tirana zählte bis weit in die 1990er Jahre zu den ärmsten Hauptstädten Europas und erlebt heute einen Bauboom. Bis vor Kurzem gab es in der Stadt keine Hochhäuser. Inzwischen sind rund 30 Wolkenkratzer geplant, im Bau oder bereits fertiggestellt. Parallel dazu wächst der Tourismus rasant. 2025 verzeichnete Albanien 12,5 Millionen Übernachtungsgäste — mehr als doppelt so viele wie die 6,1 Millionen kurz vor der Pandemie und ein deutlicher Anstieg gegenüber den 3,3 Millionen vor zwei Jahrzehnten. Für ein Land mit weniger als drei Millionen Einwohnern zeigt das, wie stark der Tourismus zu einem Pfeiler der Wirtschaft geworden ist. Albaniens Adriaküste und Ionische Küste sowie die im Vergleich zu den Nachbarländern Griechenland, Kroatien und Italien niedrigen Preise haben das Land zu einem der am schnellsten wachsenden Reiseziele im Mittelmeerraum gemacht. Die Aufnahme der EU-Beitrittsverhandlungen im Jahr 2020 hat das Interesse ausländischer Investoren an Infrastruktur und Gastgewerbe zusätzlich verstärkt. Das Tempo des Wandels ist so hoch, dass ein Besucher nach fünf Jahren eine völlig andere Stadt vorfinden könnte.
Trotz all dieser Veränderungen bleibt der Skanderbeg-Platz das Herz von Tirana. Der autofreie Platz ist so weitläufig, dass es scheint, als könne man die Krümmung der Erde sehen — oder vielleicht gibt es in der Mitte einfach nur einen kleinen Hügel. Die wichtigsten kulturellen Einrichtungen der Stadt liegen am Platz, darunter die Oper und das Nationalmuseum, das bis 2028 geschlossen ist. Vom Platz aus eröffnet sich der Blick auf Tiranas entstehende Skyline. Direkt an den Platz grenzt der 31-stöckige Glasturm Eyes of Tirana, dessen gestapelte Ebenen wie schlecht zusammengefügte Tetris-Steine wirken. Ein Stück weiter steht Downtown One mit 40 Etagen, auf dessen Fassade eine Karte Albaniens auskragt.
Die Geschichte Tiranas
Da sich die Stadt so schnell verändert, verbrachte ich das Wochenende damit, Albaniens schwierige Vergangenheit besser zu verstehen. Viele der interessantesten Orte Tiranas stehen mit dem kommunistischen Regime von Enver Hoxha in Verbindung, der einer der repressivsten Regierungen Europas vorstand. Auf einem Museumswegweiser fiel mir auf, dass die Republik Albanien unter Hoxha nicht nur für Feinde, Spione und andere „Vagabunden“, sondern auch für „hippie tourists“ geschlossen war. An den Grenzen gab es sogar Friseure, die die Bärte ausländischer Touristen abrasierten, die einreisen wollten — für mich keine gute Nachricht.
Das Museum der Geheimpolizei, bekannt als House of Leaves, ist ein Muss. Die Blätter im Namen beziehen sich auf die Verkleidung des Gebäudes, die Einblicke verhindern sollte, aber auch auf die Aktenblätter, die die Sigurimi über verdächtige Personen führte. Zu sehen sind dort viele der Instrumente, mit denen Hoxha die Bevölkerung mit vergleichsweise geringem Widerstand kontrollieren konnte. „Attention! Dear guests, this room is bugged“, heißt es auf einem Schild in einem der Räume.
Auch die Kunstszene ist beeindruckend
Ein weiteres klares Zeichen für die Paranoia des Regimes ist Bunk Art, ein ehemaliger kommunistischer Bunker am Stadtrand. Hoxha ließ landesweit 173.371 dieser Bunker errichten — etwa einen für jeweils 11 Menschen. Der Zugang führt durch einen langen, dunklen Tunnel, in dem man sich für die nächsten Stunden langsam vom Tageslicht verabschiedet. Die Bunker selbst sind विशाल und umfassen mehr als 100 Räume. Auch wenn viele dieser Räume sich stark ähneln, wirkt das Gesamtbild fast hypnotisch.
Tiranas wichtigstes Viertel für Cafés und Bars heißt Blloku. Es war früher der Wohnbereich der Spitzenfunktionäre des kommunistischen Regimes, entwickelte sich aber rasch zum angesagtesten Viertel der neuen Eliten der Stadt. Wir machten Halt im Radio Bar, das mit alten Radios und Retro-Filmplakaten dekoriert ist. Es ist ein schicker Ort, um raki zu probieren, Albaniens Nationalgetränk.
• Chris übernachtete im Morina Hotel in Tirana, einer Unterkunft der Radisson Collection, etwa 30 Gehminuten vom Stadtzentrum durch den Grand Central Park entfernt oder 15 Minuten mit dem Bus. Mit zwei Swimmingpools, einem Spa und einer schönen Bar mit Blick auf den künstlichen See der Stadt; die Website finden Sie hier