Thailand schlägt Spot-Bitcoin- und Ether-ETFs mit 80-%-Mindestexposition der Vermögenswerte vor
Wichtige Erkenntnisse
- •Die thailändische SEC lädt zur öffentlichen Stellungnahme zu überarbeiteten Regeln für inländische Spot-Kryptowährungs-ETFs ein.
- •Bitcoin und Ether wären die ersten geeigneten Basiswerte im Rahmen des vorgeschlagenen Regelwerks.
- •Jeder ETF müsste mindestens 80 % seines Nettovermögens in der referenzierten Kryptowährung exponiert halten.
- •Die Fonds würden ausschließlich an der Stock Exchange of Thailand gehandelt und strengen Verwahrungs- und Offenlegungsanforderungen unterliegen.
- •Der Vorschlag befindet sich noch in der Anhörung und hat bislang nicht zu einem aktiven thailändischen Spot-Krypto-ETF-Markt geführt.

Thailand kommt der Zulassung inländischer Spot-Kryptowährungs-ETFs (börsengehandelter Fonds) einen Schritt näher; Bitcoin und Ether sollen im Rahmen einer vorgeschlagenen Regelung als erste geeignete Basiswerte fungieren. Die thailändische Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (Securities and Exchange Commission, SEC) lädt nun zur öffentlichen Stellungnahme zu überarbeiteten Regeln ein, die die Anlageoptionen erweitern und zugleich den Anlegerschutz stärken sollen.
Der Vorschlag fällt in eine Phase eines breiteren Wandels bei Wertpapieraufsichtsbehörden weltweit. Die US-Aufsicht genehmigte im Januar 2024 Spot-Bitcoin-ETFs und noch im selben Jahr Spot-Ether-ETFs; Hongkong brachte im April 2024 Spot-Bitcoin- und Ether-ETFs an den Markt, und Kanada notiert Spot-Krypto-ETFs seit 2021. Mit dem Abschluss des Rahmenwerks würde Thailand einer weiterhin begrenzten Gruppe von Märkten angehören, die inländisch notierte Spot-Krypto-ETFs zulassen. Der Vorschlag stellt eine beachtliche Entwicklung für Thailands regulierten Kryptomarkt dar, allerdings steht das Rahmenwerk noch zur Anhörung an und hat bislang keinen aktiven ETF-Markt geschaffen.
Mindest-Kryptoexposition von 80 %
Nach den vorgeschlagenen Regeln wären Krypto-ETFs passiv zu verwalten und darauf ausgerichtet, die Preisentwicklung einer einzigen zugrunde liegenden Kryptowährung abzubilden. Jeder Fonds müsste im Geschäftsjahr eine durchschnittliche Nettoexposition von mindestens 80 % seines Nettovermögens gegenüber diesem Kryptowert aufrechterhalten.
Laut SEC müssen geeignete Kryptowährungen Standards erfüllen, die Liquidität, breite Marktakzeptanz, Netzwerksicherheit und Anlegerschutz abdecken. Bitcoin und Ethereum würden in der Anfangsphase qualifiziert sein.
Diese Struktur könnte thailändischen Anlegern regulierten Zugang zu Spot-Krypto-Exposition über den traditionellen Kapitalmarkt verschaffen, ohne dass sie digitale Vermögenswerte direkt halten müssten.
Strengere Verwahrungs- und Anlegerschutzvorgaben
Das vorgeschlagene Rahmenwerk würde vorschreiben, dass Vermögenswerte von Krypto-ETFs überwiegend bei Verwahrstellen für digitale Vermögenswerte aufbewahrt werden, die von der thailändischen SEC beaufsichtigt werden; ausländische Verwahrstellen wären zulässig, soweit erforderlich und angemessen. Diese Anforderung würde auf eine bestehende Lizenzarchitektur aufbauen: Thailand reguliert digitale Vermögenswertbörsen, Makler, Händler und Verwahrstellen seit 2018 auf Grundlage seiner Notverordnung über digitale Vermögenswertgeschäfte (Emergency Decree on Digital Asset Businesses), wobei die SEC als Aufsichtsbehörde fungiert.
Die Fonds würden ausschließlich an der Stock Exchange of Thailand gehandelt. Vermögensverwalter wären verpflichtet, klare Informationen zu Fondsstrukturen, Risiken und Anlagemechanismen bereitzustellen.
Zu den Anlegerschutzmaßnahmen würden zusätzlich Aufklärung sowie die Bestätigung gehören, dass Anleger die Risiken vor dem Handel verstehen. Die SEC hat betont, übermäßige Konzentrationen auf digitale Vermögenswerte zu vermeiden und Anlagen an die individuelle Risikotoleranz anzupassen.
Thailands aktueller Vorschlag baut auf einer früheren Anhörung auf, die im April gestartet wurde. Der unmittelbar nächste Schritt ist der Abschluss des Verfahrens zur öffentlichen Stellungnahme, danach kann die SEC die Regeln finalisieren, die den Weg für die Notierung der ersten thailändischen Spot-Krypto-ETFs an der Stock Exchange of Thailand ebnen würde. Bei einer Verabschiedung könnte das Rahmenwerk das Ökosystem für digitale Vermögenswerte des Landes stärken und die Exposition gegenüber Bitcoin und Ether näher an konventionelle regulierte Anlageprodukte heranführen.