NachrichtenKryptoThailands SEC reicht Strafanzeige gegen Bitkub wegen mutmaßlich falscher Meldung eines Hacks von 2021 ein

Thailands SEC reicht Strafanzeige gegen Bitkub wegen mutmaßlich falscher Meldung eines Hacks von 2021 ein

Autor: Cointelegraph·

Wichtige Erkenntnisse

  • Thailands SEC wirft Bitkub und zwei ehemaligen Direktoren vor, nach einem Cyberangriff im Mai 2021 ungenaue regulatorische Berichte eingereicht zu haben.
  • Die Aufsichtsbehörde erklärt, bei dem Vorfall seien 16 Arten digitaler Vermögenswerte im Wert von etwa 1,7 Milliarden Baht beziehungsweise $50 Millionen gestohlen worden.
  • Bitkub erklärte, die Offenlegung verzögert zu haben, um panikartige Abhebungen zu verhindern, während Mitgründer entsprechende Vermögenswerte kauften, um die gestohlenen Mittel zu decken.
  • Die Anzeige durchläuft nun Ermittlungen, eine mögliche Strafverfolgung und Gerichtsverfahren nach Thailands Regeln für digitale Vermögenswerte.
  • Bitkubs Muttergesellschaft erwägt einen IPO, einschließlich einer möglichen Notierung in Hongkong.
Thailands SEC reicht Strafanzeige gegen Bitkub wegen mutmaßlich falscher Meldung eines Hacks von 2021 ein

Thailands Securities and Exchange Commission (SEC) hat Strafanzeige gegen Bitkub Online und zwei ehemalige Direktoren eingereicht. Sie wirft der Börse vor, den Aufsichtsbehörden im Zusammenhang mit einem Cyberangriff im Jahr 2021 falsche Informationen bereitgestellt zu haben. Der Schritt zählt zu den bedeutendsten Durchsetzungsmaßnahmen im Rahmen des thailändischen Regulierungswerks für digitale Vermögenswerte, das lizenzierte Börsen seit Inkrafttreten des Digital Asset Act im Jahr 2018 erfasst.

Die am Donnerstag bekannt gegebene Anzeige nennt die ehemaligen Bitkub-Direktoren Sakolkorn Sakavee und Thaweesap Rawan, die nach Angaben der SEC in dem untersuchten Zeitraum für die Einreichung der Unternehmensberichte verantwortlich waren. Der Fall durchläuft nun Ermittlungen, eine mögliche Strafverfolgung und Gerichtsverfahren.

Vorwürfe der SEC: Nicht offengelegte Auswirkungen eines Hacks über $50 Millionen

Nach Angaben der SEC führte ein Cyberangriff im Mai 2021 zum Diebstahl von 16 Arten digitaler Vermögenswerte von Bitkub im Wert von etwa 1,7 Milliarden Baht ($50 Millionen). Die Aufsichtsbehörde wirft Bitkub vor, die gestohlenen Vermögenswerte bis zum 31. Oktober 2021 ersetzt, die Auswirkungen des Vorfalls in den täglichen Berichten zum Netto-Liquiditätskapital jedoch nicht korrekt abgebildet zu haben.

Die SEC macht geltend, dass die zwischen dem 10. Mai und dem 30. Oktober 2021 eingereichten Berichte nach dem Diebstahl keinen erheblichen Rückgang der Vermögenswerte der Börse auswiesen. Dadurch sei der Eindruck entstanden, dass die Kundenbestände unverändert geblieben seien und die Börse keine Verluste erlitten habe. Die Aufsichtsbehörde wirft Bitkub und den ehemaligen Direktoren vor, gegen mehrere Bestimmungen der thailändischen Vorschriften für digitale Vermögenswerte verstoßen zu haben. Die Anzeige unterstreicht den Stellenwert, den thailändische Regulierer fortlaufenden Offenlegungspflichten für lizenzierte Betreiber digitaler Vermögenswerte beimessen, die als Bedingung ihrer Betriebslizenzen regelmäßig Finanzberichte bei der SEC einreichen müssen.

Die Mitteilung der SEC ist auf ihrer offiziellen Website verfügbar. Auch die Bangkok Post berichtete über die Anzeige.

Bitkub: Offenlegung wurde verzögert, um einen Bank Run zu verhindern

Bitkub wies die Vorwürfe der SEC in einem Beitrag auf X zurück und erklärte, der Fall betreffe Offenlegungsentscheidungen nach dem Cyberangriff im Mai 2021 und kein betrügerisches Verhalten. Die Börse erläuterte, sie habe die Offenlegung der kompromittierten Wallet verzögert, um einen Bank Run zu verhindern, während sie daran arbeitete, den Verlust zu beheben. Die Begründung der Börse verdeutlicht ein Spannungsfeld, mit dem Kryptobörsen weltweit beim Umgang mit Sicherheitsvorfällen konfrontiert sind: die konkurrierenden Anforderungen unmittelbarer regulatorischer Transparenz und das Risiko panikartiger Kundenabhebungen.

Das Unternehmen erklärte, seine Mitgründer hätten anschließend entsprechende digitale Vermögenswerte gekauft, um die gestohlenen Mittel zu decken, und weder das Unternehmen noch seine Kunden hätten dadurch finanzielle Verluste erlitten. Bitkub teilte zudem mit, seitdem seine Systeme für Governance, Compliance und Sicherheit gestärkt zu haben.

Kontext: Marktposition und IPO-Erwägungen

Bitkub wurde 2018 gegründet und hat sich zu einer der größten Kryptowährungsbörsen Thailands entwickelt. Laut CoinGecko belegt die Plattform unter thailändischen Kryptobörsen nach Trust Score den ersten Platz und verzeichnete zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ein tägliches Handelsvolumen von rund $712 Millionen.

Die SEC-Anzeige fällt in eine Phase, in der Bitkubs Muttergesellschaft einen möglichen Börsengang prüft. Im Dezember 2025 bestätigte Bitkub gegenüber Cointelegraph, dass das Unternehmen ein Initial Public Offering (IPO) erwäge, einschließlich einer möglichen Notierung in Hongkong. Eine Strafanzeige von Aufsichtsbehörden während einer Vor-IPO-Phase könnte einen solchen Notierungsprozess zusätzlich verkomplizieren, da Börsen und Wertpapieraufsichtsbehörden in mehreren Rechtsordnungen offene Rechtsangelegenheiten bei der Prüfung von Emittenten in der Regel genau untersuchen.

Cointelegraph bat Bitkub um eine zusätzliche Stellungnahme zur Beschwerde der SEC und zu den IPO-Plänen, hatte bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung jedoch keine Antwort erhalten.