NachrichtenKryptoTether-CEO kritisiert BIS scharf für Vorstoß zu tokenisierten Bankeinlagen

Tether-CEO kritisiert BIS scharf für Vorstoß zu tokenisierten Bankeinlagen

Autor: CryptoNewsNet·

Wichtige Erkenntnisse

  • BIS-Generaldirektor Pablo Hernandez de Cos argumentierte, Stablecoins seien kein wirksamer Ersatz für Fiatgeld, und verwies auf schlechte Einlösbarkeit, Angebotsprobleme, Interoperabilitätsprobleme und die Förderung von Kriminalität.
  • Tether-CEO Paolo Ardoino entgegnete, Stablecoins seien fast vollständig durch US-Staatsanleihen gedeckt, während tokenisierte Bankeinlagen in der Regel nur zu etwa 10 % durch liquide Vermögenswerte besichert seien.
  • Tethers USDT hat eine Marktkapitalisierung von über 183 Milliarden US-Dollar und wird laut Ardoino in einigen Volkswirtschaften stark für den internen wie ausländischen Handel genutzt.
  • Die Stablecoin-Debatte ist zum Streitpunkt bei der Verabschiedung des CLARITY Act in den USA geworden; Banken fürchten eine Abflucht von Einlagen, falls Kryptobörsen für solche Produkte Prämien ausgeben dürfen.
  • Der GENIUS Act, das erste bundesweite Stablecoin-Gesetzwerk, wurde Anfang 2025 unter Lobbyarbeit der Bankenverbände für eine Beschränkung der Ausgabe durch Nichtbanken in Kraft gesetzt.
Tether-CEO kritisiert BIS scharf für Vorstoß zu tokenisierten Bankeinlagen

Tether-CEO kritisiert BIS scharf für Vorstoß zu tokenisierten Bankeinlagen

„Der Kaiser ist nackt": Ardoino schlägt bei tokenisierten Einlagen zurück

Die Debatte über konkurrierende Darstellungen von Fiatgeld on-chain und die Vorteile, die jede davon Nutzern bietet, spitzt sich zu.

Paolo Ardoino, CEO von Tether, hat kürzliche Äußerungen von Pablo Hernandez de Cos, Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS), öffentlich kritisiert. De Cos hatte argumentiert, dass Stablecoins kein wirksamer Ersatz für Fiatgeld seien, und dabei eine Reihe von Schwächen angeführt: schlechte Einlösbarkeit, Probleme beim Angebot, Interoperabilitätsprobleme und die Förderung von Kriminalität.

Stattdessen bewarb De Cos tokenisierte Bankeinlagen als „einen direkteren Weg, die Tokenisierung zu nutzen und dabei die Fundamente des Währungssystems zu bewahren". Der BIS, oft als Zentralbank der Zentralbanken bezeichnet, vertritt diesen Ansatz konsequent und argumentiert, dass das Verbleiben tokenisierten Geldes innerhalb des regulierten Bankensystems die monetäre und finanzielle Stabilität wahrt; mit Project Agorá hat er zudem untersucht, wie eine Wholesale-Tokenisierung mit bestehenden Korrespondenzbankstrukturen koexistieren könnte.

Ardoino entgegnete, die Bedenken des BIS rührten daher, dass Stablecoins naturgemäß eine höhere Form von Geld seien als tokenisierte Einlagen. Stablecoins, so führte er aus, seien fast vollständig durch US-Staatsanleihen gedeckt, während tokenisierte Einlagen in der Regel nur zu 10 % durch liquide Vermögenswerte besichert seien – ein Verweis auf die Fractional-Reserve-Struktur, auf der das Geschäftsbankenwesen beruht, bei der Banken nur einen Teil der Einlagen in liquider Form halten. Die Reserven von Tether selbst bestehen überwiegend aus US-Staatsanleihen; eine Position, die so groß ist, dass Ardoino zuvor behauptet hat, USDT sei unter den Top 20 der Halter von US-Staatsanleihen.

„Der BIS macht sich zu Recht Sorgen, dass Stablecoins zeigen, dass der Kaiser nackt ist. Warum sollte jemand seine Ersparnisse in ein Fractional-Reserve-Produkt stecken, während Stablecoins vollständig reserviert sind?", erklärte Ardoino.

Stablecoins haben deutlich an Beliebtheit und Verbreitung gewonnen. Tethers $USDT, der zum Zeitpunkt der Verfassung eine Marktkapitalisierung von über 183 Milliarden US-Dollar aufweist, ist zu einem relevanten Produkt in Schwellenländern geworden. Ardoino selbst wies darauf hin, dass es Volkswirtschaften gibt, die „stark auf $USDT angewiesen sind, sowohl für den internen als auch für den ausländischen Handel".

Die Stablecoin-Frage hat auch die oberen Ebenen der US-Politik erreicht und ist zu einem Streitpunkt in der Debatte über die Verabschiedung des Digital Asset Market Clarity Act, bekannt als CLARITY ACT, geworden. Banken fürchten eine Abflucht von Einlagen, falls Kryptobörsen für diese Produkte Prämien ausgeben dürfen. Die Sorge spiegelt wider, womit sich US-Gesetzgeber bereits Anfang 2025 befassten, als der GENIUS Act – das erste bundesweite Stablecoin-Gesetzwerk – in Kraft gesetzt wurde und Bankenverbände für eine Beschränkung der Ausgabe durch Nichtbanken lobbyierten.

„Was passiert mit dem Finanzsystem, wenn die Menschen erkennen, dass Stablecoins sicherer sind, und ihre Ersparnisse in die bessere Anlageklasse verschieben? Wir befinden uns in der Find-Out-Phase", schloss Ardoino mit einem Hinweis auf eine mögliche großflächige Substitution von Bankeinlagen durch Stablecoins. Wie Regulierungsbehörden und Zentralbanken tokenisierte Einlagen mit einem weiter wachsenden Stablecoin-Markt vereinbaren, bleibt eine der prägenden Fragen für die nächste Phase der Digitalgeldpolitik.