Tencent mietet 100.000 KI-Chips von Oracle in Fünfjahresvertrag
Wichtige Erkenntnisse
- •Tencent hat vereinbart, fünf Jahre lang 100.000 KI-Chips von Oracle zu mieten; die Chips werden in Oracles Rechenzentren in Asien betrieben.
- •Das Mietmodell verschafft Tencent sofortigen Zugang zu großer Rechenkapazität und vermeidet zugleich die Vorlaufkosten und Bauzeiten eigener Rechenzentren.
- •In seinen Ergebnissen für das Q1 FY27 meldete Oracle die Auslieferung von mehr als 300.000 GPUs an KI-Cloud-Kunden seit dem Vorquartal und eine GPU-Auslastung von 97,9 % im Quartal.
- •Oracle hat rund 248 bis 288 Milliarden US-Dollar an noch nicht angetretenen Mietverpflichtungen für Rechenzentren und Cloud mit typischen Laufzeiten von 15 bis 19 Jahren ausgewiesen, während die Kundenverträge im Schnitt etwa fünf bis sechs Jahre laufen – eine Lücke zwischen langfristigen Verpflichtungen und kürzeren Umsatzverträgen.
- •Tencent und ByteDance skalieren beide KI-Workloads über Oracles Rechenzentren in Asien – ein Zeichen, dass chinesische Technologieunternehmen die heimische Infrastruktur zunehmend durch gemietete Rechenleistung im Ausland ergänzen.

Tencent hat laut einem Bericht vom 1. Oktober 2026 einen Fünfjahresvertrag zur Anmietung von 100.000 KI-Chips von Oracle unterzeichnet. Die Chips werden in Oracles Rechenzentren in Asien betrieben und ermöglichen Tencent den Zugang zu großer Rechenkapazität, ohne eigene Serverfarmen bauen und betreiben zu müssen. Für Tencent liegt genau darin der Vorteil des Mietmodells: schneller Zugriff auf 100.000 Chips ohne Vorlaufkosten und Bauverzögerungen eigener Rechenzentren, dazu die Flexibilität einer Laufzeit von fünf Jahren in einem Markt, in dem sich KI-Hardware schnell weiterentwickelt.
Der Deal und die Zahlen dahinter
Im Rahmen der Vereinbarung erhält Tencent fünf Jahre lang Zugang zu 100.000 KI-Chips, gehostet innerhalb von Oracles Asia-Präsenz. Der Schritt wird als Teil von Tencents Bestreben beschrieben, die KI-Fähigkeiten auszubauen.
Das Timing fällt mit einer intensiven Phase für Oracles Cloud-Geschäft zusammen. In seinen Ergebnissen für das Q1 FY27 gab Oracle an, seit dem Vorquartal mehr als 300.000 GPUs an KI-Cloud-Kunden ausgeliefert zu haben; die GPU-Auslastung erreichte im Quartal 97,9 %. Oracles bevorstehende vierteljährliche Auslastungszahlen werden zeigen, wie sich dieser Wert entwickelt.
Ein weiteres Detail aus diesem Zeitraum sticht hervor. Oracle teilte mit, dass ältere GPUs mit einem Aufpreis von rund 20 % verlängert oder weiterverkauft wurden – ein Aufpreis, dessen Beständigkeit es zu beobachten gilt.
Oracles große Wette auf langfristige Mietverträge
Oracle hat noch nicht angetretene Mietverpflichtungen für Rechenzentren und Cloud in Höhe von rund 248 bis 288 Milliarden US-Dollar ausgewiesen. Die Vertragslaufzeiten betragen typischerweise 15 bis 19 Jahre und sollen in den Geschäftsjahren 2027 bis 2029 beginnen.
Oracles Kundenverträge dagegen haben eine durchschnittliche Laufzeit von etwa 5 bis 6 Jahren; Tencents Fünfjahresvertrag fügt sich in dieses Muster ein. Genau in dieser Lücke liegt das Risiko: Oracles Immobilienverpflichtungen erstrecken sich über 15 bis 19 Jahre, während Kundendeals im Schnitt 5 bis 6 Jahre laufen.
Wer sonst noch bei Oracle mietet
Tencent reiht sich in eine Kundenliste ein, die bereits OpenAI und ByteDance umfasst. ByteDance gilt als einer der größten GPU-Kunden Oracles in der Asien-Pazifik-Region, und Oracle hat dem Unternehmen geholfen, KI-Zentren in Singapur und der Umgebung aufzubauen.
Das Muster zeigt auch, wie chinesische Technologieunternehmen Rechenleistung beschaffen. Statt sich ausschließlich auf die heimische Infrastruktur zu stützen, setzen sowohl Tencent als auch ByteDance auf Oracles Rechenzentren in Asien, um ihre KI-Arbeiten zu skalieren. Weitere große Kundenankündigungen aus Asien sind das nächste Signal, auf das es dieser Hinsicht zu achten gilt.