Zehn japanische Spieler stehen diese Saison in der Premier League – ein Rekord für eine asiatische Nation
Wichtige Erkenntnisse
- •In dieser Saison werden voraussichtlich zehn japanische Spieler in der Premier League auflaufen – so viele wie nie zuvor von einer einzelnen asiatischen Nation.
- •Torhüter Zion Suzuki wechselte für rund 35 Millionen Euro von Parma zu Aston Villa und ist der prominenteste Neuzugang.
- •Fünf der zehn japanischen Spieler werden in dieser Saison ihr Premier-League-Debüt geben, darunter Suzuki, Maeda, Morita, Takai und Sakamoto.
- •Sakamoto soll im Saisoneröffnungsspiel am 21. August für den Aufsteiger Coventry auflaufen.
- •Der Artikel führt Japans Aufstieg auf verstärktes Scouting und einen etablierteren Weg von der J.League über europäische Ligen nach England zurück.

Als Junichi Inamoto 2001 das Trikot des FC Arsenal überstreifte, galt er als eine Art Kuriosität: ein einzelner japanischer Fußballer in der Premier League, in einem Wettbewerb, der asiatische Talente kaum auf dem Radar hatte. Fünfundzwanzig Jahre später werden in dieser Saison zehn japanische Spieler in der EPL auflaufen – die höchste Zahl, die je eine einzige asiatische Nation in der Geschichte des Wettbewerbs stellte.
Damit hat sich die Zahl gegenüber den vier oder fünf Spielern der Vorsaison etwa verdoppelt – ein Wert, der bereits wie ein spürbarer Fortschritt wirkte. Der jetzige Stand markiert einen sprunghaften Wandel statt eines schrittweisen Wachstums und gibt Klubs und Scouts zudem mehr Anlass, Japan als wiederkehrende Quelle für Talente der höchsten Spielklasse zu betrachten statt als einen einmaligen Markt.
Wer auf der Liste steht
Der prominenteste Neuzugang ist Torhüter Zion Suzuki, der für rund 35 Millionen Euro vom Serie-A-Klub Parma zu Aston Villa wechselte. Allein diese Ablösesumme zeigt, wie ernst englische Klubs japanische Talente inzwischen nehmen – nicht mehr als kuriose Verpflichtungen zur Steigerung des Trikotverkaufs in Tokio, sondern als echte sportliche Verstärkungen.
Fünf der zehn sind EPL-Debütanten: Suzuki, Maeda, Morita, Takai und Sakamoto. Sakamoto, der beim Aufsteiger Coventry unter Vertrag steht, soll im Saisoneröffnungsspiel am 21. August zum Einsatz kommen – womit ein japanischer Spieler von der ersten Sekunde der neuen Saison an dabei sein wird.
Von Inamoto zum Zustrom
Das Verhältnis des japanischen Fußballs zur Premier League hat sich nur langsam entwickelt. Inamotos Zeit bei Arsenal war kurz und im Wesentlichen symbolischer Natur. Das nächste markante Kapitel war Shinji Kagawas Phase bei Manchester United von 2012 bis 2014, die allerdings nie ganz die Höhen erreichte, die seine Bundesliga-Leistungen hatten vermuten lassen.
Auch starke Auftritte bei der Weltmeisterschaft haben eine Rolle gespielt. Japans Auftritte auf der globalen Bühne – insbesondere die Fähigkeit, mit traditionellen europäischen Fußballmächten mitzuhalten und sie zu schlagen – haben das Scouting-Handbuch neu geschrieben. EPL-Klubs, die früher ausschließlich in Südamerika oder Kontinentaleuropa nach Schnäppchen suchten, entsenden inzwischen regelmäßig Scouts nach Japan und beobachten die Bundesliga und die Eredivisie, wo viele japanische Spieler ihre ersten europäischen Schritte gehen.
Der Weg selbst ist ausgetreten: Ein vielversprechender Spieler macht in der J.League auf sich aufmerksam, wechselt in eine europäische Mittelklasse-Liga, um sich gegen stärkere Gegner zu beweisen, und erhält dann einen Anruf aus England. Suzukis Weg über Italien ist ein Lehrbuchbeispiel und zeigt, wie ein Wechsel Glaubwürdigkeit aufbauen kann, bevor der Transfer in die Premier League folgt.
Warum dies über den Sport hinaus wichtig ist
Der Kontrast zu Südkorea ist markant. Zum Saisonzeitpunkt 2026/27 gibt es null südkoreanische Spieler in der Premier League. Südkorea – lange als Japans fußballerischer Rivale in Asien betrachtet und eine Nation, die echte Premier-League-Stars wie Park Ji-sung und Son Heung-min hervorgebracht hat – ist derzeit gar nicht in der Liga vertreten. Dass Japan zehn Spieler stellt und Südkorea keinen einzigen, ist eine Lücke, die noch vor einem Jahrzehnt undenkbar gewesen wäre.
Die Marke von zehn Spielern ist auch in struktureller Hinsicht bedeutsam. Es handelt sich nicht um ein einzelnes Jahrhunderttalent, das die Flagge hisst, sondern um eine Gruppe von Spielern, die über verschiedene Klubs verteilt sind – ein Hinweis darauf, dass die Talentschmiede tief genug ist, um diese Zahl in den kommenden Spielzeiten zu halten und möglicherweise weiter auszubauen. Für die Premier League spiegelt diese Tiefe einen breiteren Wandel in der Rekrutierung wider, bei dem Entwicklungspfade und internationale Scouting-Netzwerke inzwischen genauso viel zählen wie der bloße Ruf.