NachrichtenKryptoTaiwan wird ab Oktober die FATF-Travel-Rule für inländische Krypto-Transaktionen durchsetzen

Taiwan wird ab Oktober die FATF-Travel-Rule für inländische Krypto-Transaktionen durchsetzen

Autor: Cointelegraph·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die taiwanische FSC wird ab Oktober verlangen, dass VASPs Kundendaten bei allen inländischen Krypto-Transaktionen übermitteln, unabhängig vom Transaktionswert.
  • Transaktionen über 30.000 NT$ (ca. 930 $) lösen zusätzliche Identifikationsanforderungen für Absender aus, darunter Geburtsdaten, Adressen oder Details zur Unternehmensregistrierung.
  • Der Travel-Rule-Rahmen soll bis Ende 2027 gemäß einem schrittweisen Umsetzungsplan auf grenzüberschreitende VASP-Transaktionen ausgeweitet werden.
  • Die vorgeschlagenen Änderungen werden in eine 30-tägige Phase der öffentlichen Anhörung eintreten, die vor der Festlegung Rückmeldungen von Interessengruppen ermöglicht.
  • Die Initiative Taiwans folgt auf ähnliche Travel-Rule-Einführungen durch Südkorea, Singapur und Japan und baut auf der kürzlich verabschiedeten Krypto-Lizenzgesetzgebung auf.
Taiwan wird ab Oktober die FATF-Travel-Rule für inländische Krypto-Transaktionen durchsetzen

Die Finanzaufsichtskommission Taiwans (FSC) hat Pläne vorgestellt, die Anbieter virtueller Vermögenswerte (VASPs) ab Oktober dazu verpflichten, Kundeninformationen bei allen inländischen Krypto-Transaktionen zwischen Plattformen zu übermitteln. Der Rahmen soll bis Ende 2027 auf grenzüberschreitende Transaktionen ausgeweitet werden.

Am Dienstag kündigte die FSC vorgeschlagene Änderungen an, die die Travel Rule der Financial Action Task Force (FATF) auf inländische VASP-Transaktionen unabhängig vom Transaktionswert anwenden würden. Die Travel Rule, die ursprünglich für traditionelle Überweisungen entwickelt wurde, wurde 2019 durch FATF-Richtlinien auf virtuelle Vermögenswerte ausgeweitet und hat sich seitdem zu einem Maßstab für die Einhaltung von Anti-Geldwäsche-Vorschriften (AML) im globalen Krypto-Sektor entwickelt. Unter dem Vorschlag würden Transaktionen von mehr als 30.000 neuen Taiwan-Dollar (ca. 930 $) zusätzliche Datenanforderungen auslösen, darunter das Geburtsdatum und die Wohnadresse eines privaten Absenders oder die offizielle Identifikationsnummer und die eingetragene Adresse eines Unternehmens. Empfangende VASPs müssten auch die von der ursprünglichen Plattform bereitgestellten Empfängerinformationen anhand ihrer eigenen internen Aufzeichnungen überprüfen.

Die FSC beabsichtigt, den Rahmen letztendlich bis Ende 2027 auf Transaktionen zwischen inländischen und ausländischen VASPs auszuweiten – ein schrittweiser Ansatz, der darauf abzielt, die technischen und regulatorischen Hürden zu überwinden, die die Umsetzung verzögert haben.

Taiwan hatte 2021 zunächst Travel-Rule-Bestimmungen in seine Anti-Geldwäsche-Vorschriften (AML) aufgenommen, diese aber damals nicht umgesetzt. Der Regulierer nannte mehrere Hindernisse, darunter abweichende regulatorische Anforderungen in verschiedenen Gerichtsbarkeiten, inkompatible Standards für die Informationsübermittlung und Schwierigkeiten beim Aufbau zuverlässiger grenzüberschreitender Systemverbindungen. Der aktuelle Vorstoß folgt auf die kürzliche Verabschiedung umfassenderer Krypto- und Stablecoin-Lizenzvorschriften durch die Legislative, die die Autorität der FSC über den Sektor formalisierten und eine klarere gesetzliche Grundlage für die Aufsicht schufen.

Die FSC sagte, dass die vorgeschlagenen Änderungen in Kürze in eine 30-tägige Phase der öffentlichen Anhörung eintreten werden, die es Interessengruppen ermöglicht, vor der endgültigen Festlegung Feedback zu geben.

Die Ankündigung erfolgt inmitten einer beschleunigten, aber ungleichmäßigen weltweiten Einführung der Travel Rule. Im Juli berichtete die FATF, dass 83 % der befragten Gerichtsbarkeiten Travel-Rule-Gesetze erlassen hatten, ein Anstieg gegenüber 73 % im Jahr 2025. Die Aufsichtsbehörde warnte jedoch davor, dass in vielen Mitgliedsstaaten weiterhin erhebliche Lücken bei der Umsetzung und Durchsetzung bestehen. Mehrere asiatisch-pazifische Gerichtsbarkeiten, darunter Südkorea, Singapur und Japan, sind bereits mit ihren eigenen Travel-Rule-Anforderungen vorangekommen und üben regionalen Druck auf Taiwan aus, sein Rahmenwerk anzugleichen.

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