NachrichtenAktienStrategy verkauft Bitcoin im Wert von 104 Mio. USD im Rahmen des neuen Kapitalrahmens und kauft STRC-Vorzugsaktien zurück

Strategy verkauft Bitcoin im Wert von 104 Mio. USD im Rahmen des neuen Kapitalrahmens und kauft STRC-Vorzugsaktien zurück

Autor: Crypto Valley Journal·

Wichtige Erkenntnisse

  • Strategy verkaufte 1.638 BTC zu einem Durchschnittspreis von 63.957 USD pro Coin, unterhalb des durchschnittlichen Einstandspreises von 75.419 USD pro BTC, und realisierte damit einen Teil seiner nicht realisierten Verluste.
  • Nach dem Verkauf hält Strategy weiterhin 842.138 BTC im Wert von rund 52,6 Mrd. USD und bleibt der größte börsennotierte Unternehmenshalter von Bitcoin.
  • Das Ende Juni 2026 geschaffene Digital Credit Capital Framework autorisiert Rückkäufe von bis zu 2 Mrd. USD und erlaubt systematische Bitcoin-Verkäufe, was eine Abkehr von der bisher reinen Akkumulationsstrategie des Unternehmens darstellt.
  • Strategy nahm 290,6 Mio. USD über ein At-the-market-Aktienprogramm ein, leitete 250 Mio. USD in seinen USD-Reservepuffer und verwendete den Rest für den Rückkauf von STRC-Vorzugsaktien mit einem Abschlag von rund 11 % auf den Nennwert.
  • Die MSTR-Aktie ist über die vergangenen zwölf Monate um rund 75 % gefallen, begleitet von einem Nettoverlust von 8,22 Mrd. USD im zweiten Quartal 2026, der durch Fair-Value-Abschreibungen auf die Bitcoin-Bestände gemäß ASU 2023-08 verursacht wurde.
Strategy verkauft Bitcoin im Wert von 104 Mio. USD im Rahmen des neuen Kapitalrahmens und kauft STRC-Vorzugsaktien zurück

Strategy, das börsennotierte Softwareunternehmen, das früher unter dem Namen MicroStrategy bekannt war, verkaufte in der Woche bis zum 2. August 2026 1.638 BTC für rund 104,73 Mio. USD. Der Schritt ist die jüngste Maßnahme im Rahmen des neu eingeführten Digital Credit Capital Framework des Unternehmens, das dem Management erlaubt, Bitcoin systematisch zu verkaufen, eigene Wertpapiere zurückzukaufen und die Liquidität aktiv zu steuern. Der Ansatz bedeutet eine bemerkenswerte Kehrtwende für ein Unternehmen, das seine Identität ab 2020 auf fortlaufender Bitcoin-Akkumulation aufgebaut hatte, nachdem es die Kryptowährung ursprünglich als primären Treasury-Reserve-Asset und Schutz vor Fiatgeldentwertung eingeführt hatte.

Die Transaktion wurde in einer 8-K-Mitteilung bei der U.S. Securities and Exchange Commission offengelegt. Nach dem Verkauf hält Strategy weiterhin 842.138 BTC im Wert von rund 52,6 Mrd. USD und bleibt damit der größte börsennotierte Bitcoin-Halter.

Bitcoin unter dem eigenen Einstandspreis verkauft

Strategy erzielte für die verkauften 1.638 BTC einen durchschnittlichen Preis von 63.957 USD je Bitcoin. Etwa vier Wochen zuvor hatte das Unternehmen keinen Bitcoin verkauft. Der durchschnittliche Verkaufspreis liegt nahe dem aktuellen Marktniveau von rund 62.500 USD, auf das Bitcoin am Wochenende zurückfiel.

Die verkaufte Tranche entspricht rund 0,2% der gesamten Bestände von Strategy. Für den verbleibenden Bitcoin-Bestand zahlte das Unternehmen ursprünglich rund 63,5 Mrd. USD, bei durchschnittlichen Kosten von 75.419 USD je BTC. Bei einem aktuellen Marktwert von etwa 52,6 Mrd. USD liegt die Position damit rund 11 Mrd. USD unter dem Einstandswert. Das entspricht einem nicht realisierten Buchverlust von gut 17% auf den Gesamtbestand. Jeder Verkauf unter den Kosten realisiert folglich einen Teil dieses Verlusts.

Im neuen Rahmen zählt nicht nur die Funktion von Bitcoin als Reserve, sondern auch als liquide Position. Zudem schaffen die Erlöse frei verfügbare Mittel und geben dem Management Spielraum für Rückkäufe. Bis Mitte 2026 blieben Verkäufe dieser Größenordnung die Ausnahme; seit Ende Juni gehören sie zum regulären Instrumentarium. Der Bestand schrumpft in kleinen Schritten weiter.

STRC-Rückkauf mit Abschlag auf den Nennwert

Parallel zum Bitcoin-Verkauf nahm Strategy den Aktienmarkt in Anspruch. Zunächst platzierte das Unternehmen über sein At-the-market-Programm 3,01 Mio. neue MSTR-Stammaktien. Dadurch flossen rund 290,6 Mio. USD zu. Ein solches Programm erlaubt es einem Unternehmen, Aktien fortlaufend zu Marktpreisen statt in einer einzigen Platzierung auszugeben. Die Emission verwässert bestehende Aktionäre, verschafft dem Konzern jedoch sofort nutzbare Mittel. Ein Teil der Erlöse floss in den USD-Reservepuffer, der um 250 Mio. USD auf 4 Mrd. USD erhöht wurde. Der Rest wurde für den Rückkauf eigener Vorzugsaktien verwendet.

Ende Juli hatte Strategy die ersten STRC-Rückkäufe und eine laufende Rückkaufpolitik angekündigt. Seitdem hat der Konzern 912.143 STRC-Wertpapiere für rund 81,2 Mio. USD zurückgekauft. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis von 89,02 USD je Aktie. Der Abschlag zum Nennwert von 100 USD beträgt damit rund 11%. Vorzugsaktien zahlen eine feste Dividende und rangieren im Insolvenzfall vor Stammaktien, gewähren jedoch keine Stimmrechte. Ursprünglich sollte STRC nahe dem Nennwert gehandelt werden. Wird das Papier darunter gehandelt, tilgt jeder Rückkauf künftige Dividendenverpflichtungen unter dem Nominalwert. Das Management betrachtet dies derzeit als die attraktivere Kapitalverwendung.

Die Dividendenlast ist erheblich. Der Konzern hatte den jährlichen Satz auf die STRC-Wertpapiere zum 1. Juli 2026 auf 12% angehoben. Jeder Rückkauf verkleinert damit den Kreis der anspruchsberechtigten Halter. Dennoch plant das Unternehmen vorerst, diesen Satz beizubehalten, bis die Aktie dauerhaft nahe dem Nennwert notiert. Emission und Rückkauf folgen derselben Logik. Strategy nimmt Kapital dort auf, wo der Markt es bietet, und nimmt es dort vom Markt, wo die eigenen Wertpapiere unter dem Wert gehandelt werden.

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Digital Credit Capital Framework als strategische Neuausrichtung

Der Vorstand schuf den Rahmen Ende Juni 2026. Er autorisiert jeweils bis zu 1 Mrd. USD für zwei Rückkaufprogramme: Vorzugsaktien und MSTR-Stammaktien. Die Vorzugsaktien laufen unter der Bezeichnung Digital Credit Securities. Insgesamt stehen bis zu 2 Mrd. USD ohne festes Ablaufdatum zur Verfügung. Zudem richtete Strategy ein Programm ein, um die Bitcoin-Bestände zu monetarisieren.

CEO Phong Le beschrieb die Umstellung als Veränderung im Selbstverständnis des Konzerns. Statt in erster Linie Kapital aufzunehmen, steuert Strategy seine Kapitalstruktur nun über Emissionen und Rückkäufe. Die Mischung verschiebt sich je nach Marktbedingungen. Rückkäufe und Emissionen laufen dadurch parallel statt nacheinander. Das reine Akkumulationsmodell verliert seine Exklusivität. Gleichzeitig dient Bitcoin als steuerbare Variable neben Eigenkapital und Schulden. Executive Chairman Michael Saylor begründet den Rahmen mit der Qualität der Bilanz.

"Der Rahmen soll das Kreditprofil von Strategy stärken, während Bitcoin die primäre Treasury-Reserve bleibt." - Michael Saylor, Executive Chairman, Strategy

"Der Rahmen soll das Kreditprofil von Strategy stärken, während Bitcoin die primäre Treasury-Reserve bleibt." - Michael Saylor, Executive Chairman, Strategy

Wie ernst es das Management meint, zeigte sich rasch. Ende Juni und Anfang Juli 2026 verkaufte Strategy Bitcoin im Wert von rund 216 Mio. USD. Es war der größte bekannte Einzelverkauf seit Beginn der Akkumulationsstrategie im Jahr 2020 und erst der dritte überhaupt. Bis dahin galten die Bestände als unantastbar. Ob es bei einem einmaligen Vorgang bleiben würde, war offen. Der erneute Verkauf Anfang August spricht dagegen.

MSTR-Aktie unter Druck trotz größtem Bitcoin-Bestand

Bisher hat der Aktienmarkt die Neuausrichtung nicht belohnt. Nach der Offenlegung in der 8-K-Mitteilung notierte MSTR vorbörslich rund 1% bis 2% niedriger. Zuletzt lag die Aktie bei etwa 93 USD. Über zwölf Monate beläuft sich der Rückgang auf rund 75%. Die 52-Wochen-Spanne zeigt die Dimension.

Im August 2025 erreichte die Aktie mit 414,36 USD ihren Höchststand. Bis Ende Juni 2026 fiel sie auf 81,81 USD. Vom Hoch bis zum Tief verlor die Aktie damit rund 80% ihres Werts. Zwischen den beiden Punkten liegen weniger als elf Monate. Der aktuelle Kurs liegt rund 14% über diesem Tief. Strategy bleibt dennoch der größte Unternehmenshalter des Tokens.

Der Druck auf die Aktie fällt mit einem schwachen Quartal zusammen. Für das zweite Quartal 2026 meldete Strategy einen Nettoverlust von 8,22 Mrd. USD. Dahinter steht die Fair-Value-Bewertung digitaler Vermögenswerte. Diese Methode schlägt Kursrückgänge direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Der Verlust ist folglich ein buchhalterischer Effekt ohne Cash-Auswirkung. Im Vorjahresquartal führte derselbe Mechanismus jedoch zu einem Gewinn von 10,02 Mrd. USD. In der Zwischenzeit stiegen die Bitcoin-Bestände im Quartal um 11% auf einen Höchststand von 846.000 BTC. Das Verkaufsprogramm begann erst später.