NachrichtenMakroWall Street legt nach Inflationsbericht für August zu: Die Gründe für den Anstieg

Wall Street legt nach Inflationsbericht für August zu: Die Gründe für den Anstieg

Autor: Blockonomi·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Verbraucherpreise stiegen im August monatlich um 0,4 % und im Jahresvergleich um 3,4 %; beide Werte entsprachen den Erwartungen der Analysten.
  • Laut CME FedWatch lag die marktbasierte Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung um 25 Basispunkte bei der nächsten Sitzung des Federal Open Market Committee bei 87 %.
  • Brent-Rohöl stieg zeitweise über 108 US-Dollar je Barrel, während der Dieselpreis einen Rekordwert von 6 US-Dollar je Gallone erreichte, was die Inflationssorgen verstärkte.
  • Dow, S&P 500 und Nasdaq legten jeweils um etwa 1 %, 1 % und 1,2 % zu und beendeten damit ihre viertägigen Verlustserien.
  • Die Oracle-Aktie stieg um mehr als 2 %, nachdem das Unternehmen in seinen jüngsten Quartalsergebnissen ein starkes Wachstum der Cloud-Infrastruktur gemeldet hatte.
Wall Street legt nach Inflationsbericht für August zu: Die Gründe für den Anstieg

US-Aktien legten am Freitag zu, nachdem die Veröffentlichung der Inflationsdaten für August die Erwartungen einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche verstärkt hatte. Der Dow Jones Industrial Average gewann rund 506 Punkte beziehungsweise 1 %, während der S&P 500 um 1 % und der Nasdaq Composite um 1,2 % zulegten. Alle drei großen Indizes beendeten damit ihre viertägigen Verlustserien.

Der Anstieg folgte auf Daten zum Verbraucherpreisindex, denen zufolge die Verbraucherpreise monatlich um 0,4 % und im Jahresvergleich um 3,4 % gestiegen waren. Beide Werte entsprachen den Erwartungen der Analysten, lagen jedoch leicht über den Zahlen vom Juli. Der Bericht war die letzte wichtige Inflationskennzahl vor dem für die kommende Woche geplanten Treffen der Fed-Vertreter. Damit muss die Zentralbank eine weiterhin über ihrem Ziel von 2 % liegende Inflation gegen steigende Energiekosten abwägen.

Die Marktrally folgt auf einen klareren geldpolitischen Ausblick

Die positive Reaktion auf weiterhin erhöhte Inflationsdaten mag zunächst widersprüchlich erscheinen. Die Marktteilnehmer konzentrierten sich jedoch auf die geringere Unsicherheit rund um die nächste Entscheidung der US-Notenbank.

David Wagner, Leiter des Aktienbereichs bei Aptus Capital Advisors, erklärte, der Bericht habe erhebliche Unklarheiten beim geldpolitischen Ausblick beseitigt. „Es fühlt sich jetzt wie eine klar signalisierte Zinserhöhung im September an“, sagte Wagner.

Wagner zufolge könnte eine Zinserhöhung zeigen, dass die Federal Reserve proaktiv auf den Inflationsdruck reagiert. Dadurch könnte die Unsicherheit über die Inflation abnehmen und möglicherweise der Bedarf an einem aggressiveren Straffungskurs in den kommenden Monaten begrenzt werden. Aus dieser Perspektive waren die Anleger stärker über einen unklaren geldpolitischen Kurs besorgt als über die Aussicht auf eine Zinserhöhung selbst.

The Kobeissi Letter berichtete auf X, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September nach einem Anstieg der US-CPI-Inflation auf 3,4 % im August auf 79 % gestiegen sei. In dem Beitrag wurde außerdem darauf hingewiesen, dass die Märkte Anfang 2026 noch mit der dritten Zinssenkung der Federal Reserve in diesem Jahr im laufenden Monat gerechnet hatten.

BREAKING: The odds of a September interest rate hike surge to 79% after US CPI inflation hits 3.4% in August. It is incredible to think that, at the start of 2026, markets were expecting the Fed’s 3rd interest rate CUT of the year this month. Inflation roars on and "higher for… pic.twitter.com/397cPkrWm2 — The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) September 11, 2026

Laut den Daten von CME FedWatch rechneten die Finanzmärkte mit einer Wahrscheinlichkeit von 87 % mit einer Erhöhung um 25 Basispunkte bei der bevorstehenden Sitzung des Federal Open Market Committee. Am Vortag hatte dieser Wert bei 72 % und vor einer Woche bei 50 % gelegen. Die Sitzung und die anschließenden geldpolitischen Hinweise werden den nächsten wichtigen Bezugspunkt für die Märkte bilden, die den weiteren Zinskurs bewerten.

Energiepreise verstärken die Inflationssorgen

Steigende Rohölpreise haben die Inflationssorgen in den vergangenen Wochen verstärkt. Brent-Rohöl stieg über 108 US-Dollar je Barrel, bevor der Preis am Freitag leicht zurückging. Der Dieselpreis erreichte unterdessen einen Rekordwert von 6 US-Dollar je Gallone. Deutliche Anstiege bei den Energiekosten können sich im Laufe der Zeit auf breitere Kategorien der Verbraucherpreise auswirken.

Obwohl die Inflation gegenüber ihrem Höchststand im Mai nachgelassen hat, liegt sie weiterhin deutlich über dem 2-%-Ziel der Federal Reserve. Der Anstieg der Erdölpreise stellt die Entscheidungsträger vor eine zusätzliche Herausforderung, während sie die nächste Zinsentscheidung der Zentralbank vorbereiten.

Oracle-Aktien steigen dank Cloud-Entwicklung

Die Oracle-Aktie legte am Freitag um mehr als 2 % zu, nachdem das Softwareunternehmen für Geschäftskunden in seinen jüngsten Quartalsergebnissen ein starkes Wachstum der Cloud-Infrastruktur gemeldet hatte. Die Aktie gab im Nachmittagshandel einen Teil ihrer Gewinne ab, blieb jedoch im Plus.

Die breit angelegten Kursgewinne an den wichtigsten US-Aktienindizes erfolgten, während die Anleger die möglichen Auswirkungen des Inflationsberichts für August auf die Geldpolitik bewerteten. Der Bericht wurde von Blockonomi veröffentlicht.