Chipaktien steigen, während der breitere Markt vor der Woche der Einzelhandelszahlen nachgibt
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Dow gab am Montag rund 0,3 % nach, der S&P 500 verlor 0,1 %, und der Nasdaq legte leicht zu.
- •Mehr als 350 Aktien im S&P 500 gaben nach – ein Zeichen für die schwache Marktbreite unter der nahezu unveränderten Indexentwicklung.
- •Die Technologie war der einzige steigende Sektor im S&P 500, und der iShares Semiconductor ETF gewann 2,7 %.
- •Walmart, Target, Home Depot und Lowe's werden diese Woche ihre Quartalszahlen veröffentlichen.
- •Die Händler senkten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im September nach gemischten Inflations- und Arbeitsmarktdaten auf weniger als ein Drittel.

Auf einen Blick
- Der Dow gab am Montag 0,3 % nach und der S&P 500 verlor 0,1 %, während der Nasdaq leicht zulegte.
- Mehr als 350 Aktien im S&P 500 gaben nach, obwohl der Index nahe der Nulllinie notierte; die Technologie war der einzige steigende Sektor.
- Chipaktien führten die Gewinne an, der iShares Semiconductor ETF stieg um 2,7 %.
- Walmart, Target, Home Depot und Lowe's gehören zu den großen Einzelhändlern, die diese Woche Quartalszahlen veröffentlichen.
- Die Händler senkten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im September auf weniger als ein Drittel, da die Konjunkturdaten gemischt bleiben.
Die US-Aktienmärkte starteten am Montag uneinheitlich in die Woche: Die wichtigsten Indizes zeigten in unterschiedliche Richtungen, während die Wall Street eine ereignisreiche Phase vor den Quartalszahlen des Einzelhandels verarbeitete. Der Dow Jones Industrial Average fiel bei Handelsbeginn um rund 165 Punkte bzw. 0,3 %, während der S&P 500 nach dem dritten Wochenanstieg in Folge um 0,1 % nachgab. Der Nasdaq Composite legte um 0,2 % zu, gestützt von der Stärke der Chipaktien.
Schwäche unter der Oberfläche
Die Schlagzeilenzahlen unterschätzten die Breite der Kursabschwächung vom Montag. Mehr als 350 Aktien im S&P 500 notierten im Minus, obwohl der Index selbst nahe der Nulllinie pendelte. Der Invesco S&P 500 Equal Weight ETF, der jede Aktie gleichermaßen gewichtet statt nach Börsenwert, fiel um 0,6 % – eine Lücke, die offenlegt, wie stark die Gewinne des Index auf wenige Schwergewichte konzentriert sind.
Die Technologie war am Tag der einzige steigende Sektor im S&P 500. Der iShares Semiconductor ETF sprang um 2,7 %, während ETFs auf Softwareaktien und auf die „Magnificent Seven“ – Apple, Microsoft, Nvidia, Amazon, Alphabet, Meta und Tesla – beide nachgaben. Halbleiter bilden die Hardware-Ebene des KI-Ausbaus, und die Nachfrage der Rechenzentren war der dominierende Wachstumsmotor für die größten Chiphersteller der Branche – weshalb die Gruppe häufig als Proxy für die KI-Stimmung gehandelt wird. Die Wall Street scheint in dieser Ruhephase erneut in KI-nahe Werte zu rotieren, während der Rest des Marktes nicht Schritt hält.
Einzelhandelszahlen und Fed-Politik im Fokus
Die Aufmerksamkeit der Anleger gilt diese Woche ganz den Quartalszahlen des Einzelhandels. Walmart, Target, Home Depot und Lowe's werden ihre Quartalsergebnisse veröffentlichen, und diese Zahlen liefern ein klareres Bild der Konsumausgaben während der Rück-zur-Schule-Saison. Walmart und Home Depot sind zudem Bestandteile des Dow, sodass ihre Ergebnisse den Blue-Chip-Index direkt bewegen können. Da die Konsumausgaben rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen, dienen die Berichte der großen Handelsketten zugleich als Gradmesser für die Gesamtwirtschaft – nicht nur für einzelne Einzelhändler.
Die Händler dämpften zudem die Erwartungen an eine Zinserhöhung im September beim Jackson-Hole-Treffen der Fed, dem jährlichen Symposium der Federal Reserve Bank of Kansas City in Wyoming, das von Anlegern genau auf Signale zum geldpolitischen Kurs hin beobachtet wird. Die Wahrscheinlichkeit sank auf weniger als ein Drittel, da die jüngsten Inflations- und Arbeitsmarktdaten weiterhin gemischte Signale senden. Die Protokolle der Sitzung des Federal Open Market Committee werden am Mittwoch erwartet und könnten mehr Details dazu liefern, wie die Fed-Verantwortlichen zu künftigen Zinsentscheidungen stehen.
Auch die Ölpreise gehören zum Gesamtbild. Brent-Futures stiegen am Montag leicht auf 88 US-Dollar pro Barrel, da die Vereinigten Staaten Energie weiterhin in ihre Herangehensweise an den Konflikt im Nahen Osten einbeziehen – erwähnenswert, weil Energie direkt in die Inflationskennzahlen einfließt. Die Renditen von US-Staatsanleihen kletterten derweil weiter: Sowohl die 10-jährigen als auch die 30-jährigen Renditen bauten ihre jüngsten Zugewinne aus, angetrieben von Sorgen über die wachsende Staatsverschuldung; längerlaufende Renditen bilden die Bezugsgröße für Kreditkosten – von Hypotheken bis hin zu Unternehmensanleihen.
Ausblick auf die Woche
Der S&P 500 kam nach dem dritten Wochenanstieg in Folge in den Montagshandel, die Sitzung deutet jedoch darauf hin, dass der Schwung außerhalb einer kleinen Gruppe von Technologie- und Chiptiteln nachlassen könnte. Da bis zum Erscheinen der Fed-Protokolle am Mittwoch keine wichtigen Konjunkturdaten anstehen, werden voraussichtlich die Quartalszahlen der großen Handelsketten die Richtung der Märkte in den kommenden Tagen vorgeben.