Dow-Futures und Kospi steigen, da US-Iran-Pause Raum für Hormus-Gespräche schafft
Wichtige Erkenntnisse
- •US-amerikanische und iranische Vertreter erklärten, die Diplomatie sei nach fast zwei Wochen täglicher Bombardierungen und einer am Freitag angeordneten Angriffspause aktiv.
- •US-Rohöl fiel um 5.44% auf $84.45 je Barrel, während Brent um 5.25% auf $91.70 sank, da Gespräche Hoffnungen auf eine Entspannung der Störungen in der Straße von Hormus weckten.
- •Die Federal Reserve tagt in dieser Woche, während die Entscheidungsträger angesichts von Inflationssorgen abwägen, ob sie die Zinsen anheben oder unverändert lassen sollen.
- •Microsoft, Meta, Apple und Amazon sollen in dieser Woche Ergebnisse vorlegen und Anlegern neue Informationen zu KI-bezogenen Ausgaben liefern.
- •Der südkoreanische Kospi stieg, nachdem SK Hynix und Samsung KI-bezogene Chipvereinbarungen gesichert hatten, darunter Samsungs Vertrag mit Broadcom über mehr als $200 Milliarden.

US-Aktienfutures und der südkoreanische Kospi-Index stiegen am Sonntagabend, während die USA und Iran eine Angriffspause aufrechterhielten und damit Raum für Verhandlungen schufen, die die Straße von Hormus wieder öffnen könnten. Die Wall Street bereitete sich zudem auf eine ereignisreiche Woche mit wichtigen Technologieergebnissen und der geldpolitischen Sitzung der Federal Reserve vor.
Futures auf den Dow Jones Industrial Average kletterten um 337 Punkte oder 0.65%. S&P 500-Futures legten um 0.80% zu, während Nasdaq-Futures um 1.28% stiegen.
Der südkoreanische Kospi-Index, der zuletzt als Barometer für globale Aktienmärkte galt, gewann 74 Punkte oder 1.1%, nachdem die Chipriesen SK Hynix und Samsung neue Vereinbarungen gesichert hatten.
Die Ölpreise fielen stark. US-Rohöl sank um 5.44% auf $84.45 je Barrel, während Brent-Rohöl um 5.25% auf $91.70 nachgab. Gold stieg um 1.15% auf $4,118 je Unze.
Präsident Donald Trump und iranische Vertreter haben erklärt, beide Seiten seien nach fast zwei Wochen täglicher Bombardierungen aktiv in diplomatische Bemühungen eingebunden.
Separat führen auch Iran und Oman Gespräche. Eine mögliche Vereinbarung, die diskutiert wird, würde sich darauf konzentrieren, dass Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus mit weniger Beschränkungen für Schiffe verwaltet. Die Wasserstraße ist einer der wichtigsten Energie-Engpässe der Welt und verbindet Produzenten am Golf mit den globalen Märkten für Rohöl und Flüssigerdgas, weshalb selbst teilweise Einschränkungen für inflationssensible Anleger schnell zu einem Problem werden können.
Die USA und Irans Nachbarn dürften kaum eine Regelung akzeptieren, die Teherans Kontrolle über die schmale Wasserstraße anerkennt. Gleichzeitig gehen Trump die Optionen aus, um den Druck am Ölmarkt zu verringern, der auf eine Krise zusteuert, da die Lagerbestände auf kritisch niedrige Niveaus fallen.
Die USA haben außerdem mehr Truppen und Flugzeuge in den Nahen Osten verlegt, falls Trump beschließt, größere Kampfhandlungen wieder aufzunehmen. Allerdings konnten 40 Tage umfassender Krieg und 13 Tage begrenzter Angriffe die Straße von Hormus nicht wieder öffnen.
Quellen sagten Axios, dass der Chef des U.S. Central Command, Adm. Brad Cooper, empfohlen habe, die jüngste Bombenkampagne zu stoppen, weil sie die Grenze ihrer Wirksamkeit erreicht habe.
The New York Times berichtete außerdem, dass Gen. Dan Caine, Vorsitzender der Joint Chiefs of Staff, intern gewarnt habe, eine Wiederaufnahme größerer Kampfhandlungen sei zwar möglich, doch Irans Vergeltung würde Central Command zwingen, seine Bestände an Abfangwaffen auf gefährlich niedrige Niveaus abzubauen.
Die Pause markiert eine deutliche Kehrtwende gegenüber der Vorwoche, als iranische Angriffe US-Soldaten in Jordanien töteten und Trumps rote Linie für die Wiederaufnahme eines umfassenden Krieges überschritten. Berichte aus der vergangenen Woche besagten, Trump habe die Geduld mit der Islamischen Republik verloren und befinde sich im „revenge mode“. Am Freitag ordnete er die Pause an.
Während die USA nun stärker eingeschränkt erscheinen, hat der Angriff der Ukraine auf ein iranisches Versorgungsschiff im Kaspischen Meer die Konfliktkarte ausgeweitet und Spekulationen ausgelöst, dass dies als Druckmittel in den US-Iran-Gesprächen genutzt werden könnte.
Die Verhandlungen über die Straße von Hormus finden zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Federal Reserve im Kampf gegen die Inflation einen restriktiveren Ton angeschlagen hat. Die Notenbanker treffen sich in dieser Woche, und die Wall Street erwartet eine weitere „family feud“, während die Entscheidungsträger darüber debattieren, ob die Zinsen angehoben oder unverändert gelassen werden sollen.
Die Zinsentscheidung wird auch den KI-Handel beeinflussen, der zuletzt schwächer geworden ist, da Anleger sich gegen hohe Investitionsausgaben stellen. Höhere Zinsen können wachstumsstarke Aktien mit langer Laufzeit belasten, weil sie künftige Gewinne in heutigen Werten weniger wertvoll machen, was Unternehmen, die große KI-Ausbauprogramme finanzieren, zusätzlich unter Beobachtung stellt.
Weitere Updates zu KI-Ausgaben werden erwartet, wenn Microsoft und Meta am Mittwoch ihre Ergebnisse vorlegen, gefolgt von Apple und Amazon am Donnerstag. Google-Mutter Alphabet übertraf in der vergangenen Woche die Gewinnerwartungen, meldete jedoch angesichts hoher Ausgaben einen negativen Cashflow.
Die Nachfrage nach KI-Kapazitäten bleibt robust. Der KI-Entwickler Anthropic hat den Speicherchipriesen SK Hynix um Lieferungen gebeten, um eigene Halbleiter herzustellen, wie SK Group Chairman Chey Tae Won erklärte.
Samsung Electronics gewann außerdem einen Auftrag im Wert von mehr als $200 Milliarden zur Herstellung von Chips für Broadcom, während die Unternehmen eine Expansion im Markt für KI-Infrastruktur anstreben.
Quelle: Fortune