Analyst: Die Top-1-%-Wallet-Schwelle bei Stellar kostet 2.000 US-Dollar; bei XRP fast 48.000 US-Dollar
Wichtige Erkenntnisse
- •Eine Stellar-Wallet im Top-1-% hält rund 12.444 XLM im Wert von etwa $2,072, während für dasselbe Perzentil bei XRP 44.967 XRP im Wert von rund $47,889 erforderlich sind.
- •Mehr als 78% des zirkulierenden Angebots auf beiden Netzwerken werden von einer kleinen Zahl großer Wallets kontrolliert, wobei es sich dabei auch um Börsenreserven, Stiftungen und Escrow-Konten handeln kann.
- •Ripple-Präsidentin Monica Long beschrieb die institutionelle Einführung tokenisierter Fonds als einen Wendepunkt, an dem Pilotprojekte in den Produktionseinsatz übergehen.
- •Die DTCC plant Berichten zufolge, Verwahrungswerte auf Stellar zu tokenisieren, mit einem Zielstart in der ersten Hälfte von 2027.
- •Der Forscher betonte, dass neue Validatoren und institutionelle Ankündigungen nicht automatisch zu zusätzlicher Token-Nachfrage führen.

Ein Krypto-Marktforscher hat Stellar (XLM) und XRP als zwei Netzwerke verglichen, in denen sich Anleger vor erwarteter institutioneller Tokenisierung und Abwicklungsaktivität positionieren. Er argumentiert, dass Stellar einen deutlich günstigeren Weg zu einer Wallet-Position im oberen Perzentil bietet. Beide Netzwerke haben gemeinsame Ursprünge im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr — Stellar wurde von Jed McCaleb mitgegründet, nachdem er Ripple verlassen hatte — und beide haben ihre Kommunikation zunehmend auf die institutionelle Tokenisierung von Vermögenswerten ausgerichtet, da dieser Anwendungsfall in der breiteren Finanzbranche an Bedeutung gewinnt.
In einem YouTube-Video verwies der Moderator von Be Crypto Smart auf aktuelle On-Chain-Scans, denen zufolge eine Stellar-Wallet im Top-1-% rund 12.444 XLM hält, was bei einem XLM-Kurs von nahe $0.165 etwa $2,072 entspricht. Um dasselbe Perzentil bei XRP zu erreichen, seien Berichten zufolge 44.967 XRP erforderlich, also rund $47,889 bei $1.60 pro Token.
Die Wallet-Verteilung treibt den Unterschied
Die Diskrepanz wird nicht als Beleg dafür dargestellt, dass eine Community vermögender ist als die andere. Stattdessen führt das Video den Unterschied vor allem auf Tokenpreise und Wallet-Verteilungskurven zurück. Stellar soll nahezu 11 million wallets haben, verglichen mit etwa 8 millionen finanzierten XRP-Wallets.
Für die Top-10-% lag die genannte Schwelle bei rund 2.200 XLM im Wert von etwa $365, gegenüber 2.157 XRP im Wert von rund $2,297. Der Sprecher argumentierte, dass es damit für kleinere Anleger realistischer sei, über die Zeit eine relativ hohe XLM-Position im Perzentilbereich aufzubauen.
Laut der Präsentation bleiben beide Netzwerke an der Spitze stark konzentriert. Das Video sagte, 306 Stellar-Wallets mit mindestens 5 million XLM kontrollierten 80.2% des zirkulierenden Angebots, während 518 XRP-Wallets mit mindestens 10 million XRP 78.1% hielten.
Diese Konzentration müsse im Kontext gesehen werden, sagte der Sprecher. Große Wallets können Börsenreserven, Stiftungen, Verwahrer und im Fall von XRP auch mit Ripple verbundene Escrow-Konten umfassen. Der Präsentator argumentierte jedoch, dass das frei handelbare Angebot, das neuen Käufern zur Verfügung steht, niedriger sein könnte, als die offiziellen Zahlen zum zirkulierenden Angebot vermuten lassen. Solche Konzentrationsmuster sind bei großen öffentlichen Blockchains üblich, wo von Börsen gehaltene Reserven, Foundation-Treasuries und Entwickler-Escrows regelmäßig große Teile des nominellen Angebots ausmachen.
Institutionelle Aussagen bleiben der eigentliche Test
Auf der XRP-Seite hob das Video Aussagen von Ripple-Präsidentin Monica Long hervor, die von einem „light switch flipping“ sprach, während Institutionen tokenisierte Fonds von Pilotprojekten in den Produktionseinsatz überführen. Die Analyse verwies außerdem auf Ripples Investitionen in XELO und Liquido, die Tokenisierung eines Dollar-Liquiditätsfonds von Aviva Investors auf dem XRP Ledger sowie Ripples RLUSD-Emissionsplattform.
Für Stellar verwies Be Crypto Smart auf einen berichteten DTCC-Plan, Verwahrungswerte auf Stellar zu tokenisieren, mit einem geplanten Start in der ersten Hälfte von 2027. Das Video nannte außerdem neue Tier-One-Validatoren wie MoneyGram und Figure Markets, bis zu $1 billion in tokenisierten Private Credit, die Tradeable plant, sowie $3.0006 billion an tokenisierten Real-World-Assets im Netzwerk. Die breitere Kategorie tokenisierter Real-World-Assets hat auch traditionelle Vermögensverwalter angezogen, darunter BlackRock, das seinen institutionellen Liquiditätsfonds BUIDL auf Ethereum gestartet hat, und Franklin Templeton, das seinen On-Chain-Geldmarktfonds auf mehrere Netzwerke ausgeweitet hat.
Der Investment Case bleibt damit eher bedingt als entschieden. Be Crypto Smart räumte ein, dass neue Validatoren und institutionelle Ankündigungen nicht automatisch zu Token-Nachfrage führen und dass der DTCC-Zeitplan ein Ziel und keine Garantie ist.