Stellar führt alle Blockchains mit 490 Millionen US-Dollar an tokenisierten Nicht-US-Staatsschulden an
Wichtige Erkenntnisse
- •Stellar hält derzeit rund 490 Millionen US-Dollar an tokenisierten Staatsschulden außerhalb der USA – mehr als jede andere Public-Blockchain.
- •Das Netzwerk führt diese Kategorie seit Februar an, und neue Emissionen haben konkurrierende Layer-1-Blockchains im selben Segment überholt.
- •Die tokenisierten Instrumente werden von institutionellen Verwahrern und Fondsplattformen gehalten und sind unter anderem in Euro, Pfund und weiteren lokalen Währungen denominiert.
- •Laut Stellar unterstützt das On-chain-Schuldenmodell eine programmierbare Abwicklung rund um die Uhr und kann die Ausgabekosten für Emittenten senken.
- •Der breitere Markt für tokenisierte Schulden steht noch vor zentralen Hürden, darunter die Verifizierung von Reserven, die Liquidität am Sekundärmarkt und Cross-Chain-Interoperabilitätsstandards.

Stellar tokenisiert und verwahrt derzeit Staatsschulden außerhalb der USA im Wert von rund 490 Millionen US-Dollar – mehr als jede andere Public-Blockchain – wie die aktuellen On-chain-Daten zeigen. In dieser Kategorie führt das Netzwerk den Markt seit Februar an. Die Entwicklung zeigt, dass die Tokenisierung realer Werte nicht mehr allein auf US-Staatsschulden und US-Dollar-Stablecoins beschränkt ist, sondern sich zunehmend auf in anderen Währungen denominierte Staatsschulden erstreckt.
Die Nische bleibt vergleichsweise klein: Tokenisierte US-Treasuries bilden über öffentliche Blockchains hinweg bereits einen Milliardenmarkt, während Staatsschulden ohne Dollarbezug nur ein deutlich kleinerer Teil des Tokenisierungsbooms sind.
Hintergrund
Das Stellar-Netzwerk dient als wichtigste Plattform für die Ausgabe tokenisierter Nicht-US-Staatsschulden. Die Instrumente im Wert von rund 490 Millionen US-Dollar werden von institutionellen Verwahrern und Fondsplattformen gehalten, die Stellar nutzen, und sind in mehreren Währungen wie Euro, Britischem Pfund und weiteren lokalen Währungen denominiert.
Institutionelle Emittenten sind auf der Blockchain keine Neuheit: Stellar, 2014 von Jed McCaleb mitgegründet – der zuvor Ripple mitgegründet hatte – und von der gemeinnützigen Stellar Development Foundation getragen, hat bereits regulierte Anlageprodukte beherbergt, darunter Franklin Templetons OnChain U.S. Government Money Fund, das seit 2021 Anteile auf Stellar verbucht und später auf weitere Netzwerke ausgeweitet hat.
Stellar wies in einem Beitrag auf X auf diesen Meilenstein hin:
Most of the world's governments and businesses don't operate in dollars. Their debt is coming onchain anyway. Stellar now holds roughly $490M in tokenized non-US government debt, more than any other network. It has led the category since February. pic.twitter.com/m0WGeIVRAp
— Stellar (@StellarOrg), August 21, 2026
Die Wachstumsrate ist seit Februar ebenfalls kräftig: Neue Ausgaben auf dem Netzwerk übertreffen laut den Daten deutlich jene auf konkurrierenden Layer-1-Blockchains in diesem speziellen Fachgebiet.
Programmierbare 24/7-Abwicklung
Laut Stellar bietet On-chain-Verschuldung, bei der US-Auslandskorrespondenz entfällt, eine Abwicklung rund um die Uhr, ist programmierbar und compliance-konform und bietet direkten Zugriff auf die Gelder. In diesem Arrangement können Asset Manager eine atomare Abwicklung ihrer Positionen in Stablecoins erzielen, während Emittenten ihre Ausgabekosten senken können.
Das Instrumentarium zur Programmierbarkeit ist noch relativ neu: Stellar hat im Februar 2024 seine Soroban-Smart-Contract-Engine auf dem Mainnet aktiviert und damit die Werkzeuge für Emittenten regulierter On-chain-Instrumente erweitert.
Börsen und Verwahrer bauen derweil ihr Dienstleistungsangebot aus, um Fonds aus den Regionen Europa, Lateinamerika und Asien zu bedienen, wie es in dem Bericht heißt. Für Entwickler haben Stellars niedrige Gebühren in Kombination mit sofort nutzbaren Compliance-Funktionen das Netzwerk zur ersten Wahl für regulierte Wertpapier-Infrastruktur gemacht.
Dollar-Alternativen entstehen
Die Bewegung spiegelt einen makroökonomischen Wandel wider, Reserve- und Abwicklungsinfrastrukturen weg von der Dominanz des Dollars zu diversifizieren. Die Regulierung von DLT-Wertpapieren in der EU und Großbritannien wird zunehmend klarer, was laut einem X-Beitrag von MSB Intel weitere Emissionen anstoßen dürfte. Diese Regime sind konkret: Der DLT-Pilotregelungsraum der EU ist seit März 2023 in Betrieb, und Großbritannien hat 2024 seine Digital Securities Sandbox gestartet und damit formalisiert, wie DLT-basierte Wertpapiere unter Aufsicht ausgegeben und gehandelt werden können.
Auch andere Smart-Contract-Plattformen wie Ethereum – seit März 2024 Heimat des tokenisierten Dollar-Fonds BUIDL von BlackRock – und Polygon werben um RWA-Emittenten, doch XLM, der native Token des Netzwerks, hat laut den Daten bislang einen Vorsprung vor ihnen aufgebaut. Wichtige nächste Schritte für den breiteren Markt tokenisierter Schulden sind laut dem Bericht die Verifizierung der Reserven, die Liquidität am Sekundärmarkt und Standards für die Cross-Chain-Interoperabilität.