NachrichtenMakroStarlink fordert Südafrika auf, die Eigentumsregeln im jüngsten Frequenzreview zu lockern

Starlink fordert Südafrika auf, die Eigentumsregeln im jüngsten Frequenzreview zu lockern

Autor: TechNext24·

Wichtige Erkenntnisse

  • Starlink forderte südafrikanische Behörden auf, die Eigentumsregeln zu überdenken, die seinen Markteintritt blockiert haben.
  • SpaceX erklärte, die erforderliche 30%-Beteiligung historisch benachteiligter Gruppen sei mit der globalen Eigentumsstruktur von Starlink nicht vereinbar.
  • Das Unternehmen drängt darauf, equity-equivalent investment programmes als alternativen Weg zur Lizenzierung anzuerkennen.
  • Starlink will außerdem Frequenzlizenzen für mindestens 10 Jahre sowie klarere Verlängerungsregeln und Gebühren pro Lizenz statt pro Station.
  • ICASA sagt, dass die aktuelle politische Vorgabe ohne eine Änderung des Electronic Communications Act nicht vollständig umgesetzt werden kann.
Starlink fordert Südafrika auf, die Eigentumsregeln im jüngsten Frequenzreview zu lockern

Starlink, der von SpaceX betriebene Satelliteninternet-Anbieter, hat südafrikanische Behörden aufgefordert, den Broad-Based Black Economic Empowerment (B-BBEE) Act zu adressieren, eine zentrale Vorgabe, die das Unternehmen nur schwer erfüllen kann. Der Vorstoß ist der jüngste in einer Reihe von Starlink-Bitten, während das Unternehmen weiterhin versucht, in Südafrika zu starten.

Der Appell erfolgte während einer hybriden Stakeholder-Sitzung zu Entwürfen von Änderungen an den Radio Frequency Spectrum Regulations, 2015, die von Mittwoch bis Donnerstag läuft. Starlink forderte die südafrikanischen Regulierungsbehörden auf, die Regel zu streichen oder zu lockern.

Bei seinen Stellungnahmen am Mittwoch rief Ryan Goodnight, Senior Director für Market Access and Development bei SpaceX, die Kommunikationsregulierungsbehörde Südafrikas, die Independent Communications Authority of South Africa (ICASA), dazu auf, den Konflikt zwischen dem Lizenz- und Eigentumsregime und den Gebührenregeln zu adressieren. Er wies darauf hin, dass die Frequenzregeln eine Mindestbeteiligung von 30% für historisch benachteiligte Gruppen verlangen — eine Schwelle, die Starlink angesichts seiner Managementstruktur und globalen Geschäftsaktivitäten nicht erfüllen kann.

Die lokale Eigentumsregel ist ein wesentliches Hindernis für den Start von Starlink in Südafrika. Im vergangenen Jahr sagte Elon Musk, das Land habe sich geweigert, seine Regeln zu lockern oder die Lizenz des Unternehmens zu genehmigen, weil „he is not black“.

Konkret verlangt der Electronic Communications Act (ECA), dass Inhaber individueller Lizenzen zu mindestens 30% im Besitz historisch benachteiligter Gruppen sein müssen; diese Politik wurzelt im B-BBEE Act von 2003 und soll wirtschaftliche Ungleichheiten aus der Apartheid-Ära korrigieren.

Vor dem Hintergrund der Forderungen nach Lockerung veröffentlichte Kommunikationsminister Solly Malatsi am 12 December 2025 eine endgültige politische Richtlinie im Amtsblatt. Das Dokument soll ICASA dazu verpflichten, equity-equivalent investment programmes als alternativen Mechanismus anzuerkennen — ein Ansatz, den SpaceX seit 2024 befürwortet, indem das Unternehmen seine Hardware kostenlos an Schulen und ländliche Gemeinden bereitstellt. Equity-equivalent programmes sind bereits unter den B-BBEE-Codes als Option für multinationale Unternehmen anerkannt, deren globale Strukturen einen direkten Aktienverkauf unpraktisch machen. Da Satelliten-Breitband Nutzer auch außerhalb der festen und mobilen Netzabdeckung erreichen kann, hat die Entscheidung zwischen Eigenkapitalübertragung und Investitionsprogrammen zudem Folgen für die Konnektivität außerhalb der südafrikanischen Hauptzentren. Die Ratifizierung und Genehmigung des Rahmens sind jedoch ins Stocken geraten, nachdem ICASA erklärte, man könne der Politik ohne eine Änderung des ECA nicht vollständig Wirkung verleihen.

Unterdessen plant Amazon den Start seines Satelliteninternetdienstes Amazon Leo in Südafrika, jedoch mit einem anderen Ansatz: Das Unternehmen wird mit Herotel zusammenarbeiten, einem lokalen Unternehmen, das als Distributor fungieren wird.

Stand July 2026 hat Starlink in 29 afrikanischen Ländern gestartet, zuletzt in Côte d'Ivoire. Amazon Leo, Spacesail und Space24 streben ebenfalls den Markteintritt in Südafrika an.

Starlink fordert längere Laufzeiten für Frequenzlizenzen

Neben seinem Vorstoß für equity-equivalent investment programmes forderte Starlink die südafrikanischen Regulierungsbehörden außerdem auf, die Laufzeiten von Frequenzlizenzen auf mindestens 10 Jahre zu verlängern und klare Verlängerungsregeln festzulegen. Goodnight argumentierte, dies verschaffe Betreibern einen Rahmen für langfristige Infrastruktur- und Betriebspläne.

Darüber hinaus will das Unternehmen, dass die neue Gebühr für Gateway-Bodenstationen pro Lizenz statt pro Station erhoben wird. So könnte eine einzige Lizenz mehrere Gateways im ganzen Land abdecken. Außerdem drängte es die Regulierungsbehörde, das für Bodenstationen in Bewegung verfügbare Ku-band-Spektrum zu erweitern.

Starlink bezeichnete die Frequenzkonsultation als positive Entwicklung. Goodnight nannte sie eine Verbesserung des bestehenden Regimes und lobte ICASA dafür, internationale Best Practices heranzuziehen. Nach seinen Angaben hat SpaceX, 2002 gegründet, mehr als 680 erfolgreiche Missionen abgeschlossen und bedient inzwischen über 12 Millionen Starlink-Kunden. Er sagte, die im globalen Netzwerk gesammelten Erfahrungen hätten dem Unternehmen einen klaren Blick darauf verschafft, welche regulatorischen Ansätze funktionieren.

Derzeit prüft Starlink weiterhin die Option der equity-equivalent investment programmes als Weg für einen Start in Südafrika.