Stand With Crypto unterstützt 32 Kandidaten für das Repräsentantenhaus bei den Midterms 2026
Wichtige Erkenntnisse
- •Stand With Crypto unterstützt 32 Kandidaten für das US-Repräsentantenhaus, darunter Republikaner und Demokraten, die zuvor für den Clarity Act gestimmt haben.
- •Der Clarity Act würde den ersten umfassenden bundesweiten Rahmen für US-Kryptomärkte schaffen und wurde im Juli 2025 im Repräsentantenhaus mit 294 zu 134 verabschiedet.
- •Der Gesetzentwurf steckt seit Juli 2025 im Senat fest, und eine Cloture-Abstimmung am 15. September braucht 60 Stimmen, um voranzukommen.
- •Die Verhandlungen drehen sich um eine Ethik-Klausel im Zusammenhang mit Präsident Trumps Krypto-Einkommen; die Demokraten fordern strengere Durchsetzungsregeln.
- •Stand With Crypto spricht derzeit keine Empfehlungen für den Senat aus und will diese erst später im Wahlzyklus veröffentlichen.

Die Interessenvertretung Stand With Crypto unterstützt 32 Kandidaten für das US-Repräsentantenhaus bei den Midterm-Wahlen 2026. Jeder unterstützte Amtsinhaber hatte zuvor für den Clarity Act gestimmt, ein Gesetz, das seit Juli 2025 im Senat festhängt.
Was Stand With Crypto macht
Stand With Crypto ist eine politische Interessenvertretung, die sich für krypto-freundliche Gesetzgebung in den Vereinigten Staaten einsetzt. Die Gruppe bewertet Abgeordnete nach ihren Positionen zu digitalen Vermögenswerten, gibt Wahlempfehlungen und mobilisiert ihre registrierten Unterstützer vor Wahlen. Anders als die Super PACs der Branche liegt ihr Schwerpunkt nicht auf hohen direkten Ausgaben für Wahlwerbung. Coinbase gründete die Organisation ursprünglich 2023 und finanziert sie bis heute. Die Gruppe zählt inzwischen mehr als 3 Millionen registrierte "advocates" in den USA.
Zu ihrer aktuellen Unterstützungsliste gehören Republikaner wie Warren Davidson, Tom Emmer, Bill Huizenga, Juan Ciscomani und Brian Fitzpatrick sowie die Demokraten Ritchie Torres und Josh Gottheimer.
Wen Stand With Crypto für den Kongress unterstützt
Alle 32 unterstützten Amtsinhaber haben dieselbe Abstimmungsbilanz: Sie befürworteten im Repräsentantenhaus den Digital Asset Market Clarity Act. Der Gesetzentwurf würde die erste umfassende bundesweite Regulierung für US-Kryptomärkte schaffen. Die Kammer verabschiedete den Entwurf im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen, darunter 78 Demokraten (offizielle namentliche Abstimmung). Seitdem wartet die Vorlage im Senat, wo für die Aufnahme der Debatte 60 Stimmen statt einer einfachen Mehrheit erforderlich sind.
Für die Branche bleibt der Gesetzentwurf die zentrale Priorität der laufenden Legislaturperiode. Stand With Crypto belohnt bewusst Amtsinhaber mit dokumentierter Abstimmungsbilanz — die Stimme zählt, nicht die Parteizugehörigkeit.
Im März 2026 unterstützte die Gruppe erstmals sechs Abgeordnete: Zach Nunn (R-Iowa), Susie Lee (D-Nevada), Mike Lawler (R-New York), Don Davis (D-North Carolina), Greg Landsman (D-Ohio) und Rob Bresnahan (R-Pennsylvania). Gleichzeitig startete sie ihren Voter Hub, der Amtsinhaber öffentlich nach ihren Krypto-Positionen bewertet.
Geschäftsführer Mason Lynaugh beschreibt die Midterms als Wendepunkt für die Krypto-Politik in Washington. Kandidaten beider Parteien versuchten, Wähler außerhalb ihrer traditionellen Basis zu erreichen, sagte er, und wer Krypto-Wähler übersehe, tue dies auf eigene Gefahr. Für die Organisation selbst sind die Midterms ein Test ihrer Mobilisierungskraft.
Ethikstreit über Trumps Krypto-Geschäfte blockiert den Senat
Im Senat entscheidet der 15. September darüber, ob der Clarity Act überhaupt zur Debatte kommt. Auf der Tagesordnung steht eine prozedurale Cloture-Abstimmung, für die 60 Stimmen erforderlich sind — eine Mehrheit, die derzeit nicht in Sicht ist. Der Grund ist der Streit über Trumps persönliche Krypto-Einkünfte. Beide Lager verhandeln deshalb seit Wochen über eine Ethik-Klausel, bislang ohne Ergebnis.
Der Präsident stimmte im Juli 2026 zunächst einer ersten Version dieser Klausel zu. Sie verbietet Amtsträgern und ihren Ehepartnern, digitale Vermögenswerte auszugeben oder zu bewerben. Das Verbot richtet sich damit allgemein gegen Amtsträger und nicht allein gegen den Präsidenten. Die Demokraten kritisieren jedoch, dass die Durchsetzung allein beim Justizministerium liegen soll. Ruben Gallego, ein Demokrat, und der Republikaner Thom Tillis wollen die Zuständigkeit außerdem auf die Generalstaatsanwälte der Bundesstaaten ausweiten. Das Weiße Haus hat dem überparteilichen Vorschlag bislang nicht zugestimmt.
Der zentrale Streitpunkt bleibt damit vor der Abstimmung offen. Ohne demokratische Stimmen wird der Gesetzentwurf die Hürde von 60 Stimmen nicht überwinden. Auf demokratischer Seite verhandelt Kirsten Gillibrand über den Entwurf. Ihre Stimme gehört zu den für diese Hürde benötigten Stimmen. Sie hält die bestehende Klausel für nicht durchsetzbar. Auch Umfragedaten stützen sie: In einer Reuters/Ipsos-Umfrage Mitte August hielten 63% der 1.166 befragten US-Erwachsenen Trumps Krypto-Gewinne für unangemessen.
"We can pass smart, clear rules for digital assets and at the same time prevent the president from enriching himself. It takes an enforceable ban, and any market structure bill that leaves enforcement solely to the president's Justice Department and allows him to profit from crypto is not reform. It is a free pass." - Kirsten Gillibrand, US Senator (D-New York)
"We can pass smart, clear rules for digital assets and at the same time prevent the president from enriching himself. It takes an enforceable ban, and any market structure bill that leaves enforcement solely to the president's Justice Department and allows him to profit from crypto is not reform. It is a free pass." - Kirsten Gillibrand, US Senator (D-New York)
Starinvestor Ray Dalio hält Bitcoin für Gold unterlegen
Bitcoin überholt Gold erstmals bei US-Investoren
House of Satoshi startet Bitcoin-ETP mit KI-gestützter Allokation
Was ist Dogecoin? Vom Satireprojekt zum ETF-Asset
Starinvestor Ray Dalio hält Bitcoin für Gold unterlegen
Bitcoin überholt Gold erstmals bei US-Investoren
Wie Krypto-PACs einst ein Senatsrennen entschieden
Durch direkte Ausgaben prägte die Branche bereits 2024 ein Senatsrennen. Super PACs in den USA dürfen ohne Limit für oder gegen Kandidaten werben. Sie dürfen sich dabei jedoch nicht mit diesen Kampagnen abstimmen. Das Krypto-Komitee Fairshake kündigte ursprünglich 12 Millionen USD zur Unterstützung des Republikaners Bernie Moreno in Ohio an. Letztlich flossen über Fairshake und verbündete Komitees rund 40 Millionen USD in das Rennen. Moreno besiegte den kryptoskeptischen Amtsinhaber Sherrod Brown, damals Vorsitzender des Senate Banking Committee. Das Rennen gilt deshalb als Beleg für den Einfluss des Sektors.
Ohio steht 2026 erneut im Zentrum. Brown will in den Senat zurückkehren und tritt im November gegen den Republikaner Jon Husted an. Diesmal kommt der Gegenwind jedoch aus einer anderen Richtung. Der Sentinel Action Fund und die verbundene Organisation Right Vote sagten im April 8 Millionen USD zur Unterstützung Husteds zu. Schon vergleichsweise früh im Wahlzyklus steht damit ein Millionenbetrag in einem einzelnen Rennen im Raum.
Insgesamt hat die Kryptoindustrie bereits rund 200 Millionen USD in die Midterms gelenkt. Fairshake allein verfügte im Juli über rund 141 Millionen USD an Mitteln. Gegen solche Summen wirken 32 Unterstützungen vergleichsweise bescheiden. Dennoch zielen sie auf eine andere Ressource als Sendezeit, nämlich organisierte Wähler in einzelnen Wahlkreisen. Beide Instrumente wirken im selben Wahlzyklus zusammen.
Warum Stand With Crypto den Senat vorerst ausklammert
Für den Senat gibt die Gruppe in dieser Phase keine Empfehlungen ab. Diese folgen später, näher am Wahltag im November. Doch gerade die Senatsrennen entscheiden über jene Kammer, in der der Clarity Act festhängt. Die im März unterstützten sechs Abgeordneten kandidieren zudem für das Repräsentantenhaus und nicht für die zweite Kammer. Außerdem haben die Senatoren bislang nicht über den Clarity Act abgestimmt.
Im Repräsentantenhaus liegt dagegen eine klare Abstimmung vor. Der Entwurf liegt inzwischen seit mehr als einem Jahr im Senat. Zu den Streitpunkten dort gehören Erträge auf Stablecoins und Bedenken hinsichtlich der Finanzierung illegaler Aktivitäten. Seit dem Sommer dominiert der Ethikstreit die Verhandlungen. Offen bleibt, ob das Weiße Haus dem Vorschlag von Gallego und Tillis zustimmen wird.
Der 15. September wird damit für beide Seiten zu einem Test. Scheitert die Cloture-Abstimmung, gelangt der Entwurf nicht zur Abstimmung im Plenum. Letztlich entscheiden jedoch die Wähler im November über den nächsten Kongress.