Makro-Investor Jordi Visser hinterfragt die Rolle von Bitcoin als Währung und sieht Stablecoins als SWIFT-Alternative
Wichtige Erkenntnisse
- •Jordi Visser argumentiert, dass die zweistelligen Preisschwankungen von Bitcoin innerhalb einzelner Quartale es als Recheneinheit oder Tauschmittel unbrauchbar machen und sein Potenzial untergraben, den US-Dollar zu ersetzen.
- •Die großen Stablecoins USDT und USDC haben gemeinsam eine Marktkapitalisierung von über 200 Milliarden US-Dollar überschritten und werden zunehmend für grenzüberschreitende Überweisungen, B2B-Abwicklungen und DeFi-Transaktionen eingesetzt.
- •Visser ist davon überzeugt, dass Stablecoins darauf ausgerichtet sind, SWIFT – das derzeit über 11.000 Finanzinstitute in mehr als 200 Ländern verbindet – als bevorzugte Infrastruktur für grenzüberschreitende Zahlungen abzulösen.
- •Die Genehmigung von Spot-Bitcoin-ETFs durch die US-SEC im Januar 2024 brachte bedeutende Wall-Street-Asset-Manager wie BlackRock und Fidelity direkt in den Kryptowährungsmarkt und signalisiert eine tiefere Konvergenz zwischen traditionellem Finanzwesen und digitalen Vermögenswerten.
- •Gesetzgeber in wichtigen Jurisdiktionen haben Stablecoin-Regulierungen vorangetrieben, wobei der MiCA-Rahmen der EU 2024 in Kraft trat – ein Zeichen dafür, dass die regulatorische Infrastruktur für tokenisierte Zahlungen allmählich Gestalt annimmt.

Der Makro-Investor Jordi Visser trat kürzlich in Anthony Pomplianos Show auf, um über die Zukunft von Bitcoin zu sprechen, und betonte dessen begrenztes Potenzial als globale Währung. Visser argumentierte, dass Stablecoins anstelle von Bitcoin eher dazu geeignet sind, traditionelle Finanzinfrastrukturen wie SWIFT zu ersetzen – das in Brüssel ansässige Nachrichtenwerk, das über 11.000 Finanzinstitute in mehr als 200 Ländern verbindet und jährlich Billionen von US-Dollar an grenzüberschreitenden Zahlungsanweisungen abwickelt. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der der Kryptowährungsmarkt mit gemischten wirtschaftlichen Signalen und allgemeiner Unsicherheit kämpft.
Ein Wahrnehmungswandel
VisserComments unterstreichen einen bemerkenswerten Wandel in der Art und Weise, wie Marktteilnehmer die Rolle von Bitcoin im Finanzsystem bewerten. Nach Ansicht von Visser beginnen zunehmend mehr Beobachter zu akzeptieren, dass Bitcoin nicht als Ersatz für den US-Dollar fungieren wird. Die gut dokumentierte Preisvolatilität von Bitcoin – mit Schwankungen im zweistelligen Prozentbereich innerhalb einzelner Quartale – wird seit langem von Ökonomen und Zahlungsverkehrsexperten als Hindernis für seine Verwendung als Recheneinheit oder Tauschmittel angeführt. Stattdessen hält Visser Stablecoins aufgrund ihrer Preisstabilität und Eignung für Zahlungen und Abwicklungen für praktischere Instrumente im mainstream-Finanzverkehr. Bedeutende Stablecoins wie Tether (USDT) und Circle's USDC sind gemeinsam auf eine Marktkapitalisierung von über 200 Milliarden US-Dollar angewachsen und werden zunehmend für grenzüberschreitende Überweisungen, B2B-Abwicklungen und DeFi-Transaktionen eingesetzt.
Diese Perspektive hat Auswirkungen auf die Marktdominanz von Bitcoin und könnte die Strategien von Investoren beeinflussen, da sich das Ökosystem digitaler Vermögenswerte weiter herausbildet.
Kernpunkte aus Vissers Äußerungen
- Status von Bitcoin als Währung hinterfragt: Visser zweifelt an der Eignung von Bitcoin als globale Währung.
- Stablecoins vs. SWIFT: Er ist der Meinung, dass Stablecoins darauf ausgerichtet sind, Legacy-Systeme wie SWIFT für grenzüberschreitende Transaktionen abzulösen.
- Ausblick für KI-gestützten Handel: Visser deutet an, dass die profitabelste Phase des KI-gestützten Handels möglicherweise bereits vorbei ist.
- Konvergenz von TradFi und Krypto: Die Überschneidung von traditionellem Finanzwesen und Kryptowährungen wird zunehmend deutlicher – ein Trend, der durch die Genehmigung von Spot-Bitcoin-ETFs durch die US-SEC im Januar 2024 unterstrichen wurde, die Wall-Street-Asset-Manager wie BlackRock und Fidelity direkt in den Kryptomarkt brachte.
- Auswirkungen auf Anlegerstrategien: Die wachsende Anerkennung der Grenzen von Bitcoin könnte Anleger dazu veranlassen, ihre Ansätze neu zu überdenken.
Marktkontext
Das Handelsvolumen von Bitcoin bleibt derzeit stagnierend, was eine vorsichtige Stimmung unter den Händlern widerspiegelt. Der breitere Markt befindet sich in einem Spannungsfeld zwischen denjenigen, die optimistisch gegenüber der Einführung von Kryptowährungen sind, und Skeptikern wie Visser, die die Notwendigkeit praktischer, realer Anwendungen betonen. Diese Spannung könnte zu einer erhöhten Volatilität beitragen, wenn die Teilnehmer ihre Positionen anpassen.
Bitcoin funktioniert als dezentrale digitale Währung unabhängig von traditioneller Bankinfrastruktur. Aufsichtsbehörden beobachten seine Integration in das Mainstream-Finanzwesen genau, insbesondere da Finanzinstitute sein Potenzial alongside Stablecoins und anderen digitalen Vermögenswerten prüfen. Gesetzgeber in wichtigen Jurisdiktionen, darunter die Vereinigten Staaten und die Europäische Union, haben Stablecoin-Gesetzgebungen vorangetrieben – der MiCA-Rahmen der EU trat 2024 in Kraft –, was darauf hindeutet, dass die regulatorische Infrastruktur für tokenisierte Zahlungen allmählich Form annimmt.
Weiterreichende Implikationen
Wenn die Diskussionen über die Rolle von Bitcoin andauern, könnte eine breitere Akzeptanz von Stablecoins eine Herausforderung für die Marktposition von Bitcoin darstellen. Gleichzeitig könnte die fortlaufende Integration von Kryptowährungen in traditionelle Finanzrahmen neue Möglichkeiten für sowohl Händler als auch institutionelle Anleger schaffen.