Neue NBER-Studie untersucht, wie Märkte die Sicherheit und Liquidität von Stablecoins bewerten
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Studie zeigt, dass Stablecoin-Einlagenprämien sich parallel zu Treasury-Prämien bewegen, was die Bewertung der Sicherheits- und Liquiditätsdienstleistungen von Stablecoins durch Anleger widerspiegelt.
- •Empirische Analysen von Hunderten von DeFi-Lending-Pools über mehrere Protokolle, Token und Blockchains hinweg stützen alle drei Modellvorhersagen.
- •Große Stablecoin-Emittenten wie Tether und Circle halten erhebliche US-Treasury-Reserven, was eine direkte Verbindung zwischen Stablecoin-Dynamik und dem Treasury-Markt schafft.
- •Sicherheitsschocks einschließlich De-Pegging-Ereignissen wie dem Kollaps von TerraUSD im Mai 2022 senken die Prämie, die Anleger für Stablecoin-Einlagen zu akzeptieren bereit sind.
- •Trotz ihrer grenzüberschreitenden und genehmigungsfreien Zugangsvorteile bleiben Stablecoin-Einlagen ebenso fragil wie andere Formen privat geschaffener sicherer Anlageformen.

Ein neuer NBER-Working-Paper von Murillo Campello, Angela Gallo, Lira Mota und Tammaro Terracciano untersucht die Nachfrage nach Sicherheit und Liquidität im Kryptowährungs-Ökosystem mit Schwerpunkt darauf, wie Anleger Stablecoin-Einlagen im Verhältnis zu traditionellen sicheren Anlageformen bewerten.
Die Forscher entwickeln einen Rahmen, in dem ein repräsentativer Anleger Liquidität über Stablecoin-Einlagen in Dezentralized Finance (DeFi) Lending-Pools und konventionelle sichere Anlageformen wie Geldmarktfonds-Anteile (MMF-Anteile) verteilt. Geldmarktfonds spielen eine zentrale Rolle im traditionellen Cash-Management, waren jedoch selbst periodisch von Fragilität betroffen – insbesondere als der Reserve Primary Fund während der Finanzkrise 2008 „den Dollar-Parität durchbrach“, was zu einer staatlichen Absicherung durch die US-Regierung führte. Das Modell liefert drei zentrale Vorhersagen:
- Gemeinsame Bewegung mit Treasury-Prämien: Die Stablecoin-Einlagenprämie bewegt sich parallel zur Treasury-Prämie, wenn Anleger den Sicherheits- und Liquiditätsdienstleistungen von Stablecoins einen Wert beimessen.
- Effekte des Treasury-Angebots: Eine Erhöhung des Angebots an US-Treasuries senkt die Stablecoin-Einlagenprämie.
- Sicherheits- und Liquiditätsschocks: Ein Rückgang der wahrgenommenen Sicherheit und Liquidität von Stablecoin-Einlagen – ausgelöst beispielsweise durch De-Pegging-Ereignisse oder Hackerangriffe – senkt die Prämie, die Anleger zu akzeptieren bereit sind.
Zur Überprüfung dieser Vorhersagen nutzen die Autoren granulare Daten aus Hunderten von DeFi-Lending-Pools über mehrere Protokolle, Token und Blockchains hinweg. Ihre empirischen Ergebnisse stützen alle drei Vorhersagen.
Das Fazit der Studie: Anleger behandeln Stablecoin-Einlagen als geldähnliche Instrumente, die sowohl grenzüberschreitend als auch genehmigungsfrei sind und somit einzigartige Zugangsvorteile bieten. Die Autoren betonen jedoch, dass diese Instrumente ebenso fragil bleiben wie andere Formen privat geschaffener sicherer Anlageformen, was das inhärente Spannungsfeld zwischen der Bequemlichkeit dezentraler Liquidität und ihrer Anfälligkeit für Störungen unterstreicht.
Stablecoins sind digitale Token, die darauf ausgelegt sind, einen stabilen Wert zu halten – typischerweise an eine Fiat-Währung wie den US-Dollar gekoppelt – und zu einer grundlegenden Komponente der DeFi-Infrastruktur geworden sind, indem sie Kredite, Kreditaufnahmen und Handel ohne traditionelle Finanzintermediäre ermöglichen. Die größten Stablecoin-Emittenten – darunter Tether (USDT) und Circle (USDC) – stützen ihre Token mit Reserven, die erhebliche Bestände an US-Staatsanleihen umfassen, wodurch eine direkte Verbindung zwischen Stablecoin-Dynamik und dem Treasury-Markt entsteht, die in der Studie untersucht wird. Die in der dritten Vorhersage genannten De-Pegging-Ereignisse umfassen Vorfälle wie den Kollaps von TerraUSD (UST) im Mai 2022, der innerhalb weniger Tage Zehnmilliardenbeträge an Marktwert auslöschte und sich über DeFi-Protokolle hinweg auswirkte.
Die Autoren sind an führenden akademischen Einrichtungen tätig. Weitere Informationen zu den Forschern finden sich in deren NBER-Profilen.
Quelle: Marginal Revolution